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Gefühl beim FKK

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Gefühl beim FKK

Beitrag von HTJ » Mo 19. Nov 2018, 15:20

Ich hatte ja den Thread "Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik" angefangen. Nun hat ja Schamgefühl meistens ( wenn auch nicht immer) eher einen negativ Klang. Ich wollte nun mal etwas positives besprechen, nämlich das Gefühl beim FKK. Es ist der vielleicht ganz schwierige Versuch einen Nicht- FKKler zu erklären was am FKK so schön ist.
Ich hatte ja aus den unterschiedlichsten Gründen bis diesen Sommer eine 20jährige FKK- Pause eingelegt. Das erste Mal war dann, ich möchte es nicht gleich Schamgefühl nennen, doch von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Beim 2. oder 3. Mal habe ich mich dann einfach mal auf den Rücken gelegt. Plötzlich war so ein tolles Gefühl in mir. Ich habe so gedacht: Es macht mir nichts aus, daß andere Leute mich jetzt sehen, ich schäme mich nicht für meinen Körper.
In den letzten Wochen habe ich nachgedacht. Was ist so schön daran die Badehose auszuziehen. Nicht FKKler sagen ja, die heutige Bademode kommt mit so wenig Stoff aus, warum soll ich denn den letzten Quadratmillimeter Stoff nun auch noch weglassen? Warum ist die Entscheidung für oder gegen Badehose nicht so eine Entscheidung als wenn ich im Sommer nur T-Shirt oder im Winter einen Wintermantel anziehe. Das einzige Gefühl was ich dabei habe ist, daß ich entweder friere oder schwitze wenn ich mich verkehrt angezogen habe.
Ich habe mir gedacht, vielleicht hat diese Entscheidung so eine Bedeutung gerade weil Nacktheit mit einen Schamgefühl verbunden ist. Das Schamgefühl ist ja manchmal so eine Last, unter der manche Menschen zusammenbrechen und sich das Leben nehmen. Und wenn man das Schamgefühl erst einmal überwunden hat wie ich, als ich auf den Rücken gelegen habe, ist das dann wirklich so als wenn eine gewaltige Last von uns fällt.
Ich würde aber noch weiter gehen. Das Schamgefühl ist aber nie ganz weg. Dieses Gefühl ist ja eigentlich ein unangenehmes Gefühl. Wenn man dann diesen Rest an Schamgefühl bewußt aushält setzt das Endorphine (Glückshormone) frei. Das ist vergleichbar als wenn man wohl dosierten Schmerz wie bei der SM- Sexualität aushält. Aber jetzt nicht wieder entgegnen: FKK und Sex haben nichts miteinander zu tun. Man kann in der menschlichen Psyche nicht immer trennen zwischen Sexualität und Nichtsexualität.
Und was ist mit den Leuten ( auch hier im Forum), für die Nacktheit Normalität ist? Endorphin bedeutet endogenes Morphin. Also eine körpereigene Droge. Und Drogen können auch süchtig machen. ;) Ich denke aber das diese Leute einmal eine positive Erfahrung mit Nacktheit gemacht haben. und einmal gelernte Gefühle in Verbindung mit Nacktheit vergisst man nicht so schnell.
Also wie ist eure Meinung zu diesen Gedanken.

 
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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von Tim007 » Mo 19. Nov 2018, 18:51

Eine Familienfeier. Ich war etwa 20 Jahre alt und sah es nicht ein, mir einen Anzug anzuziehen. Letztlich sah es so aus, dass 50 Besucher schwarze Anzüge oder Abendkleider trugen, und nur einer (ich) in einer spreckigen Jeans kam. Ich ließ mir natürlich nichts anmerken, doch ich hatte mich nicht wohl in meiner Haut gefühlt.

Scham entsteht, wo ein gesellschaftliches "no go" (sorry, Hajo; mir fällt kein besseres Wort ein) ignoriert wird.

Mit dem Nacktsein ist es genauso. In der Sauna wird sich kaum jemand schämen, als einziger nackt am Textilstrand schon eher. Ich weiß daher auch nicht, ob Du Dich so wohl gefühlt hättest, wenn Du als einziger am Textilstrand nackt auf dem Rücken gelegen hättest.

Bei mir habe ich beobachtet, dass es mir mit zunehmendem Alter immer gleichgültiger iwird, was andere denken. Ich genieße nur noch. Und es ist angenehm, ohne alles ins Wasser zu springen. Vielleicht spielt auch das Gefühl der Naturverbundenheit eine Rolle.

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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von ostfriesenpaar » Mo 19. Nov 2018, 19:12

Tim007 hat geschrieben:Eine Familienfeier. Ich war etwa 20 Jahre alt und sah es nicht ein, mir einen Anzug anzuziehen. Letztlich sah es so aus, dass 50 Besucher schwarze Anzüge oder Abendkleider trugen, und nur einer (ich) in einer spreckigen Jeans kam. Ich ließ mir natürlich nichts anmerken, doch ich hatte mich nicht wohl in meiner Haut gefühlt.
Einige dachten jedoch sicherlich. Mann, was ist der cool.
So war es zumindest früher bei mir, wenn jemand so "auftrat", wie du in deinem Fall als 20 jähriger.
Ab irgendwann habe ich es genau so gemacht. Allerdings war ich da inzwischen schon über 30 Jahre alt.
Es ist mir seitdem völlig egal, dass ich häufig der einzige bin, der nicht der "Norm" entsprechend bekleidet ist.

Trotzdem würde ich an einem Textilstrand nicht so handeln und als einziger nackt sein.
Warum nicht?
Keine Ahnung!
Wahrscheinlich ist es ein Unterschied "falsch bekleidet" als gar nicht bekleidet zu sein.
Mit Scham hat es zumindest nichts zu tun.

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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von Aria » Mo 19. Nov 2018, 19:17

ostfriesenpaar hat geschrieben:Trotzdem würde ich an einem Textilstrand nicht so handeln und als einziger nackt sein.
Warum nicht?
Keine Ahnung!
Wahrscheinlich ist es ein Unterschied "falsch bekleidet" als gar nicht bekleidet zu sein.
Mit Scham hat es zumindest nichts zu tun.
Womit denn sonst?

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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von ostfriesenpaar » Mo 19. Nov 2018, 19:36

Vielleicht mit Angst?
Würde mich jemand angehen, wenn ich mit meiner ollen Jeans auf einer Veranstaltung wäre, wo Anzüge obligatorisch sind?
Sicherlich nicht.
Was entsprechend an einem Textilstrand passieren würde, wage ich nicht einzuschätzen.
Ich würde dieses Risiko nicht eingehen.

 
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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von string53 » Mo 19. Nov 2018, 19:38

Es ist bei mir einfach so: das, was ihr Scham nennt, ist mir völlig fremd. Das ist bei mir auch nicht im Ansatz vorhanden. Deshalb ist es mir ein absolutes Rätsel, mit was sich manche da so rumschlagen. Gott sei dank fühle ich mich völlig frei.

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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von guenni » Mo 19. Nov 2018, 21:04

es ist ja immer schwer, gefühle zu beschreiben. ich bezeichne für mich das nacktsein mal als gefühl von freiheit. argumentationen mit praktischen aspekten, wie z.b. störende nasse badebekleidung, man schwitzt keine kleidung durch etc. können für die fkk nicht ausreichend sein, da diese immer irgendwie vorgeschoben wirken und das schamgefühl ja nicht automatisch verdrängen.
ich bin schon seit zig jahren immer wenn es möglich ist nackt, gerade auch zu hause (die beschränkung auf sommerliche oder thermenbadezeiten wären mir ein graus). der sexuelle aspekt wäre dabei aber auf dauer ganz schön anstrengend :mrgreen

 
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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von Tim007 » Mo 19. Nov 2018, 21:36

ostfriesenpaar hat geschrieben:Es ist mir seitdem völlig egal, dass ich häufig der einzige bin, der nicht der "Norm" entsprechend bekleidet ist.



Das ist bei mir mittlerweile auch so.
Es hat aber einige Zeit gebraucht. :-)

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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von hajo » Di 20. Nov 2018, 10:13

guenni hat geschrieben:ich bezeichne für mich das nacktsein mal als gefühl von freiheit...
Ich bin da voll bei dir.

Genau DAS ist das vorherrschende Gefühl. Seit Jahrzehnten.

Wenn ich nach Hause komme, wenn ich in ein Hotelzimmer komme, wenn in den Wohnteil unseres Campers einsteige:
Entkleiden.
Dann fühle ich mich befreit und wirklich wohl.

Was das Nacktsein vor anderen angeht, hat das auch etwas mit Örtlichkeiten und/oder Situationen zu tun:
Hier zu Hause müssen die anderen mit mir klarkommen. Tun sie auch.
In fremder Umgebung bestimmen letztlich die Leute dort, was sie erdulden wollen.

Nackt am Textilstrand wäre ich nicht. Ich bin niemand, der unbedingt im Mittelpunkt stehen muss. Zudem bin ich seit Jahrzehnten nicht an einem Textilstrand gewesen. Auch nicht in einem Bad mit Bekleidungsvorschriften.

Wenn ich irgendwo bekleidet auftauchen muss, dann kleide ich mich seit Jahrzehnten so, wie es mir genehm ist.

Außer: Ich weiß, dass sich ein lieber Mensch darüber freut, wenn ich "chic" auftauche. So kürzlich beim 85. Geburtstag eines ganz lieben Bekannten. Da waren er und viele seiner Gäste echt überrascht, mich im Anzug zu sehen (Schlips trug ich jedoch nicht)... ;)

 
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Re: Gefühl beim FKK

Beitrag von Angelina24 » Di 20. Nov 2018, 13:21

Ich denke es ist für mich schon immer wieder ein Wechselbad der Gefühle, insbesondere, wenn man nicht alleine ist.
Da kommt Freiheit auf, aber irgendwie auch ein innerliches Zögern aufgrund der "zwänge" die sonst in der Gesellschaft vorherrschen

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