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Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Lucilla » Mi 16. Okt 2019, 19:42

Eule hat geschrieben:
@ alle
Die Prüderie ist eine Angstreaktion und wir müssen die Frage stellen, wovor diese Menschen den Angst haben. Haben wir ein so unsicheres eigenes Körpergefühl, dass uns bekleidete Menschen in unserem nudistischen So-Sein bedrängen können? Oder muss ich die Prüderie als einen Wert ansehen, gegen den wir nichts ausrichten können? Wo bleibt euer Mut, wo bleibt euer Hoffen und wo bleibt euer Handeln in der Gestaltung unserer Gesellschaft zu mehr Freiheit, zu mehr Körperfreiheit, zu einer Würde des Nackt-Seins als solches? Trägt euch euer Mut zum Nudismus nur zu einem So-Sein unter Gleichgesinnten?


Es mag dir seltsam vorkommen, aber wenn ich an einen Strand gehe, dann nicht um die Welt zu verändern, sondern um mich wohl zu fühlen. UND DIESES WOHLGEFÜHL STELLT SICH NICHT EIN, WENN BADEHOSENTRÄGER nebenher rumlungern. Bist du nicht fähig, das einfach mal hinzunehmen, ohne mich und ähnlich Empfindende als mutlos hinzustellen? Was erlaubst du dir, du arroganter, selbstgefälliger Pinsel?

Da dieses Unbehagen den meisten offenbar nicht fremd ist, könntest du diesen Punkt doch einfach mal akzeptieren oder wenigstens respektieren. Aber nein, das ist wohl zuviel verlangt. Also mach weiter mit deinem Kreuzzug. Aber hab doch wenigstens so viel Respekt, hinzunehmen, dass sich dir nicht alle anschließen wollen und die trotzdem keine armseligen Feiglinge sind. :roll:

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Aria » Mi 16. Okt 2019, 19:47

Eule hat geschrieben:Ja, ich habe es schon häufig erlebt, dass die Freiheit der Nudisten keine Freiheit ist, sondern ein heimlicher Verstoß gegen moralische Vorstellungen.
Endlich, Eule, kann ich dir hier auch mal zustimmen: Die moralische Ansicht der Mehrheit, öffentliche Nacktheit sei unsittlich und gehöre sich nicht, sind auch bei FKK-lern weiter wirksam, aber in der Gruppe oder organisiert können sie diese Ansicht überwinden. Das wird aber schon durch einen einzigen (halb) Angezogenen gefährdet, denn er erinnert sie, dass sie eigentlich etwas Unsittliches tun.

PS: Es ist für mich unverständlich, dass es da einen Unterschied geben soll zwischen einem nackten und einem angezogenen „Voyeur“. Mir scheint, dass bei denjenigen, die hier strikte Trennung befürworten, die Ansicht vorherrscht, mit seiner eigenen Nacktheit würde man das Recht erwerben, andere Nackte sehen zu dürfen.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von tommy08 » Mi 16. Okt 2019, 21:33

Naturpaar6568 hat geschrieben:Ich hatte meiner Verärgerung Luft verschafft, dass an vielen Stränden etc. sich verstärkt TextilbaderInnen unter die Nackedeis mischen. Uns ist das immer wieder unangenehm, und wir möchten vielmehr nackt unter Nackten sein. Daraufhin wurde ich gefragt, wieso uns das unangenehm ist.


Ich finde es wie ihr unangenehm. Kein Problem habe ich, wenn an einem offiziellen FKK-Strand auch Leute in Badekleidung sind. Aber leider ist das immer der Anfang, dass sich danach immer mehr Leute anziehen und irgendwann sind nur noch 30, 20 oder gar nur 10 Prozent nackt. Und dann gibt es diese typischen Blicke von den "Angezogenen", die Gedanken wie diese vermuten lassen: "Ihh, wie das aussieht. Dass die sich nicht schämen!"

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Bummler » Do 17. Okt 2019, 09:32

Aria hat geschrieben:Mir scheint, dass bei denjenigen, die hier strikte Trennung befürworten, die Ansicht vorherrscht, mit seiner eigenen Nacktheit würde man das Recht erwerben, andere Nackte sehen zu dürfen.


Der Gedanke ist nicht ganz falsch.
Zwar stammt die "strikte Trennung" nicht aus der FKK-Bewegung, sondern sie war die Voraussetzung, dass die Bewegung von den Textilen toleriert wurde, die Trennung erfolgte also maßgeblich durch die Textilen.
Aber richtig ist auch, dass nur wer selbst auch nackt ist, auch andere Nackte angucken darf. Natürlich kann man so oder so gucken, keine Frage. Auch nackt kann man despektierlich sein.
Aber wenn ein Textiler mich als Nackten anguckt, dann IST das etwas anderes als wenn ein Nackter mich anguckt. Es besteht eine Ungleichheit, vergleichbar wie wenn jemand im Anzug und Abendkleid unter Leuten mit Jeans im Theater ist. Ich empfinde einseitige Nacktheit vor allem als Wertung und dabei ist insbesondere das abwertende Gefühl dominant. Ich werte natürlich auch, wenn ich Textile beim Baden sehen, die tun mir leid.

Aber ich weiß andererseits auch, dass der Blick der Textilen auf Nackte ebenfalls abwertend sein kann. Oder falls jemand den Blick kaschieren kann, dann deren Meinung über mich. Und das brauche ich nicht, wenn ich einfach nur entspannen will. Da hat Lucilla völlig recht. Wenn ich entspannen will, dann stören mich ja mitunter auch andere Kleinigkeiten, wie Zigarettenrauch, diverse Geräusche, Achtlosigkeiten von Mitmenschen usw. das kann man alles auch wegstecken, keine Frage, aber schön ist das ganz sicher nicht.
Aber grundsätzlich ist die Einhaltung einer Konvention, egal ab die der Nackten oder die der Textilen, konfliktfreier, als deren Missachtung. Unabhängig davon, ob diese Konvention nun sinnvoll, freiheitlich oder sonst was ist.

Und wenn Eule missionieren will, dann soll er das, aber er soll sich nicht wundern wenn niemand mitmacht. Wobei ich das früher ja auch gemacht habe (also missioniert), allerdings völlig erfolglos.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Buschi » Do 17. Okt 2019, 12:00

Ich würde gerne in die Diskussion folgende These als Antwort auf die Frage: „Wieso wird es schnell unangenehm, wenn sich der FKK-bereich mischt“ einbringen.
Ich schätze, es liegt an der Rudelbildung. Wenn es für die Gesellschaft, welches Gebilde das auch immer sein mag, egal wäre, ob man nackt oder textil unterwegs ist, wäre es logischerweise auch sowohl für den Nackten, wie auch für den Textilen egal, wie die anderen damit umgehen. Nachdem die Gesellschaft sich aber von den Nackten bewusst abgrenzt, bleiben mindestens zwei Lager, die sich ungern vermischen. Letzteres erfolgt, weil in vermischten Gruppen intuitiv schwerer zwischen Freund und Feind zu unterscheiden ist und sich damit eine größere Unsicherheit einschleicht.
Und die Gesellschaft grenzt sich von den Nackten bewusst ab, weil es sich mit Kleidung leichter bekleiden und verkleiden lässt und hier mein ich nicht das Stück Stoff, sondern die mit der jeweiligen Kleidung verknüpften Gedanken, Hoffnungen und Mythen. Dies gilt natürlich auch anders herum, mit keiner Kleidung sind auch Gedanken verknüpft – oft genug die falschen ;O)).
Mich selbst kann, mit entsprechenden Gebärden, ein Nackter genauso stören, wie ein Textiler. Nur der Nackte längst nicht so schnell, weil ich ihm einen Der-ist-ähnlich-wie-ich-Bonus gebe.
Toll fänd ich, wenn die Kleidung keine Rolle spielen würde. Die Realität ist eine andere.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Naturpaar6568 » Do 17. Okt 2019, 12:14

Danke Buschi,
das ist genau auf den Punkt gebracht.

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Aria » Do 17. Okt 2019, 12:49

Buschi hat geschrieben:Und die Gesellschaft grenzt sich von den Nackten bewusst ab, weil ...
Nein, nicht die Gesellschaft grenzt sich von den Nackten bewusst ab, sondern wir von der Gesellschaft. Machen wir uns nichts vor: Wir sind nichts weiter als eine Sekte, und wie alle Sekten betreiben auch wir eine Abgrenzungspolitik zu der (übrigen) Gesellschaft. Das ist aber eine falsche Politik, denn statt der Mehrheitsgesellschaft vorzuwerfen, sie verhalte sich falsch, wenn sie öffentliche Nacktheit missbilligt, sollten wir mit unserem Verhalten für eine Annährung werben – siehe die erfolgreiche Methode, die letztlich zum Zusammenbruch des Ostblocks führte: Wandel durch Annäherung.

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Klausi60 » Do 17. Okt 2019, 13:44

@ Lucilla , Klasse :
deinem letzen Beitrag zur " Eule " kann ich dir zu 100 % zustimmen.
hinzufügend könnte man sich nur fragen warum er noch keinen "Dr. Titel" trägt ?
in jedem Thema hat er seine Meinung kundgetan und das oft mit seeeeehhhhrrrrr
langen Texten die zu nichts führen.

@ alle
Auch wir fühlen uns nackt unter nackten wohler und haben auch mit CO schlechte Erfahrungen.
Das "erste Mal " dürfte vielen noch in Erinnerung sein. Mir viel es auch nicht leicht da ich nicht
mit FKK aufgewachsen bin. Habe mich dann ausgezogen und einfach normal hingesetzt / gelegt und
dann war es auch "nichts schlimmes " mehr.
Ähnlich erging es (Jahre später durch meinen Wunsch FKK zu machen ) meiner Partnerin.
Dann am zweiten oder dritten Tag war die "Scheu" überwunden und wir konnten zum Meer und auch
am Strand lang "spazieren " und nicht "flanieren".
ZUM GLÜCK an einen FKK STRANDABSCHNITT mit " NUR " NACKTEN.
Dort wurden die Textiler nämlich von den Nackten angesprochen und höflich gebeten sich auszuziehen oder
den Stand doch bitte zu verlassen. Wenn dies nicht unverzüglich umgesetzt wurde kamen andere
" Nackte " zur Unterstützung dazu. Sowas findet man heutzutage leider nicht mehr, da werden dann
die "einzelnen " Nackten lieber von den Textilern belächelt oder schlimmer noch angepöbelt.
Gruß Klaus

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Tim007 » Do 17. Okt 2019, 17:53

Für mich sind Eules Beiträge bereichernd.

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von ostfriesenpaar » Do 17. Okt 2019, 19:29

Tim007 hat geschrieben:Für mich sind Eules Beiträge bereichernd.
sehe ich zwiespältig. Manchmal ja, aber dann wieder oberlehrerhaft (bzw. oberleererhaft) arrogant anmaßend.

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