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Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Eule » Fr 18. Okt 2019, 17:44

@ Lucilla
Es hat keiner etwas dagegen, wenn du dich deinem nudistischen So-Sein erfreust und keinerlei politische Aktionen unternehmen willst, nudistische Bereiche an Stränden und/oder öffentlichen Wiesen zu sichern. Auch mir persönlich liegt viel daran, dass du dich sowie einjeder, der solche Plätze besucht, sich wohl fühlt und nicht belästigt wird.

Die Frage ist jedoch die, warum fühlst du dich unwohl, wenn ein Textiler sich neben dir auf die Wiese legt und dich nicht anmacht? Wo liegt das das Bedrohungspotential, dass es dir nicht möglich macht, die in deinem So-Sein wohl zu fühlen und entspannt zu bleiben? Was hindert dich daran, mit einem Textiler am Strand genauso belanglos und höflich zu reden, wie mit einem Nichttextiler?

Für mich stellt sich hier die Frage, was machen wir in der Mädchenerziehung falsch? Wir wollen alle, dass die Mädchen genauso selbstbewusst ins und durch das Leben gehen, wie die Jungs. Mädchen sind keine Jungs und Jungs keine Mädchen. Aber deswegen gibt es doch keinen Grund, Mädchen anders zu behandeln als Jungs. Mit dem Erstarken der Rechten sehe ich einen Rückgang der weiblichen Selbstbestimmung. Mädchen ordnen sich jetzt viel schneller den Jungs unter, so wie dieses in meiner Jugend vor 60 Jahren üblich war. Mein Anliegen an die Mädchen und jungen Frauen ist der, dass sie wieder selbstbewusster auftreten, sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Ich bin ich und dieses ist ok so. Dieses gilt auch für die eigene Geschlechtlichkeit.

Meine Erfahrung, auch nach einer statistischen Untersuchung mit einer Studentengruppe der Uni Köln (Bürger in der Stadt Köln und Bürger auf einem FKK-Gelände), zeigt mir, dass das eigene Körperbild, das eigene Körperempfinden bei den FKKlern sich nicht signifikant unterscheidet von dem Körperempfinden der Bürgern in der Stadt. Ich ziehe daraus den Schluss, dass die moralische Indoktrinierung der wilhelminischen Zeit noch immer wirksam ist und wir die Freiheit nicht erreicht haben, die die FKK’ler für sich reklamieren.

Der Schluss, der aus dieser meiner Wahrnehmung zu ziehen ist, lautet: „Seid euch eures Körpers und der Unversehrtheit eures Körpers sicher, auch wenn ihr im unbekleideten So-Sein auf Textiler trefft. Seid euch weiter sicher, dass ihr stärker seid, wenn ihr diese direkt ansprecht und diese nur zum „Glotzen“ gekommen sein sollten. Verteidigt eure Freiflächen aktiv, höflich und mit Nachdruck und zieht euch nicht verärgert zurück, wenn die Textiler versuchen, eure Freifläche zu „erobern“. Seid euch sicher, dass ihr in eurem nudistischen So-Sein genauso vollwertige Bürger seid, wie die Textiler. Euch fehlt nichts, auch nichts an einem moralischen Grundverständnis. Denn das nudistische So-Sein ist der natürliche Zustand des Menschen und ein Nudist ist nicht deswegen unzivilisiert, weil er die Kleidung auszieht.

Wenn du jetzt noch immer meinst ich sein ein „arroganter, selbstgefälliger Pinsel?“, dann ist dieses halt so deine Meinung. :( OK, ich kann auch mit so einem Urteil über mich leben.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Eule » Fr 18. Okt 2019, 18:20

@ Aria
PS: Es ist für mich unverständlich, dass es da einen Unterschied geben soll zwischen einem nackten und einem angezogenen „Voyeur“. Mir scheint, dass bei denjenigen, die hier strikte Trennung befürworten, die Ansicht vorherrscht, mit seiner eigenen Nacktheit würde man das Recht erwerben, andere Nackte sehen zu dürfen.
Hier gehe ich mit dir völlig einig, es gibt keinen Unterschied zwischen einem bekleideten oder unbekleideten Voyeur. Für mich ist beides ein Zeichen sexueller Unreife. Wenn jemand erklärt oder meint, mit seiner Nacktheit das Recht erworben zu haben, andere Menschen ebenfalls nackt sehen zu dürfen, ist dieser für mich ein Voyeur. Denn dem geht es ja nicht um das nudistische So-Sein.


@ tommy08
Ich finde es wie ihr unangenehm. Kein Problem habe ich, wenn an einem offiziellen FKK-Strand auch Leute in Badekleidung sind.
Ich finde diese deine Aussage widersprüchlich. Entweder ist es dir unangenehm, wenn ein Textiler sich auf einem FKK-Gelände bewegt oder es ist die nicht unangenehm. Oder machst du einen Unterschied zwischen einem offiziellen und einem inoffiziellen FKK-Strand?


@ Bummler
Zwar stammt die "strikte Trennung" nicht aus der FKK-Bewegung, sondern sie war die Voraussetzung, dass die Bewegung von den Textilen toleriert wurde, die Trennung erfolgte also maßgeblich durch die Textilen.
Hier gehe ich mit dir völlig einig.
Aber richtig ist auch, dass nur wer selbst auch nackt ist, auch andere Nackte angucken darf.
Wer vergibt dieses Recht? Diese deine Aussage halte ich für falsch. Mich darf jeder ansehen, ob dieser bekleidet ist oder nicht. Es ist mir schnurzegal, was der Andere trägt oder nicht trägt, ich bin mir meines So-Seins sicher und da brauche ich keine Legitimation. Wenn ich die Informationen aus den DFK-Vereinen richtig deute, haben diese ihre Nacktheitspflicht aufgegeben oder nur noch in Resten erhalten.

Aber wenn ein Textiler mich als Nackten anguckt, dann IST das etwas anderes als wenn ein Nackter mich anguckt.
Hat das Vorhandensein oder nichtvorhandensein von Kleidung eine Wirkung in der Wahrnehmung? Ist es wirklich wichtig, wie der andere mich wahrnimmt oder kann ich mir selbst genügen?
Ich empfinde einseitige Nacktheit vor allem als Wertung und dabei ist insbesondere das abwertende Gefühl dominant. Ich werte natürlich auch, wenn ich Textile beim Baden sehen, die tun mir leid.
Mit diesem Satz zeigst du, dass du dich aus der Fesselung der bürgerlichen Moral nicht vollständig befreit hast. Du übernimmst eine Wertung, wo keine Wertung vonnöten ist.

Bummler, ich bin in meinem langen Leben schon so häufig verächtlich betrachtet worden und ich bin trotzdem der geblieben, der ich bin. Was hat es denn für eine Bedeutung, wenn ein anderer verächtlich auf mich herunterblickt? Wer hat hier einen Defizit zu verarbeiten, der verächtlich blickt oder ich? Wenn einer meint, verächtlich auf mich herunter blicken zu müssen, so hatte dieser immer ein Unterlegenheitsgefühl mir gegenüber. Muss ich jetzt deswegen um seine Gunst buhlen? Ich kenne meine Grenzen, meine Leistungsfähigkeit und mein Selbstwertgefühl ist nicht abhängig vom Urteil anderer Menschen.
Und wenn Eule missionieren will, dann soll er das, aber er soll sich nicht wundern wenn niemand mitmacht. Wobei ich das früher ja auch gemacht habe (also missioniert), allerdings völlig erfolglos.
Ich missioniere durch Aufklärung. Ich beschwere mich auch nicht darüber, dass die Textiler einen im FKK-Bereich verdrängen. Wer nichts tut, der hat schon verloren und wer was tut, der kann auch gewinnen, auch wenn es lange dauert!

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Eule » Fr 18. Okt 2019, 21:27

@ Buschi
Ich schätze, es liegt an der Rudelbildung.
Mir wird nicht deutlich, was du hier unter einer Rudelbildung verstehst. Solltest du damit den Prozess der Zivilisation meinen, die der Kleidung die Bedeutung des Ausdruckes eines Rangs des Trägers verlieh, dann kann ich dir folgen. Damit würde den unbekleideten Menschen jeglicher Rang bzw. Rangbedeutung abgesprochen und sie würden als nicht zivilisiert, mit anderen Worten als primitiv, bezeichnet. Ich hoffe dich so richtig verstanden zu haben, auch wenn diese Sicht natürlich die Sicht der Textiler darstellt.


@ Aria
Die Nudisten, Naturisten oder FKK’ler als eine Sekte zu beschreiben, halte ich für übertrieben. Ja, und da gebe ich dir durchaus Recht, es gibt viele, deren Verhalten eine solche Zuschreibung durchaus rechtfertigt. Aber ist dieses wirklich die tragende Mehrheit?


@ Klausi60
hinzufügend könnte man sich nur fragen warum er noch keinen "Dr. Titel" trägt ?
Wenn du willst, kannst du mir diesen ja verleihen. ;) Jetzt bin ich jedoch kein Lateiner, um das hierfür zutreffende Kürzel bezeichnen zu können. Vielleicht hast du ja hierfür eine Idee.

Dort wurden die Textiler nämlich von den Nackten angesprochen und höflich gebeten sich auszuziehen oder den Stand doch bitte zu verlassen. Wenn dies nicht unverzüglich umgesetzt wurde kamen andere " Nackte " zur Unterstützung dazu. Sowas findet man heutzutage leider nicht mehr, da werden dann die "einzelnen " Nackten lieber von den Textilern belächelt oder schlimmer noch angepöbelt.
Es gab damals dann Aktionen, die mit einem Recht auf Selbstschutz nicht mehr zu vertreten waren. Aber man sollte diese Menschen ruhig ansprechen und in eine Diskussion verwickeln, der sie sich in der Regel entziehen werden und so verschwinden. Ganz ohne Druck oder Tätlichkeiten der Nackten.


@ youngnudi
Sieh dir meinen Beitrag an Luciella an. Dann frage dich, welchen Schutz dir das Handtuch gibt. Verstehe mich bitte nicht falsch, dein Beitrag zeigt ganz deutlich das Problem der Unsicherheit beim Fehlen von Kleidung auf. Dieses Problem ist eine Folge einer Erziehungshaltung, die die meisten von uns, auch ich, durchlaufen haben.


@ guenni
dann wünsche ich dir, dass du bei deinem nacktsein niemals von textilern dumm bzw. aggressiv angemacht wirst.
soll ja gelegentlich vorkommen und das ist dann eben so...
Wenn dieses vorkommt, dann sollten wir mit einer starken inneren Ruhe und Selbstsicherheit darauf reagieren. Wir haben keinen Grund, uns unserer Freiheit zu schämen.


@ Waldläufer
Ein sehr schöner Bericht, der anderen Mut und Sicherheit geben kann. :D

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Hans H. » Fr 18. Okt 2019, 22:19

Habe den Thread eben erst entdeckt, da er gerade ganz oben war, und einiges von vorn bis hinten überflogen.
Naturpaar6568 hat geschrieben:Ich hatte meiner Verärgerung Luft verschafft, dass an vielen Stränden etc. sich verstärkt TextilbaderInnen unter die Nackedeis mischen.
Dann geh mal nach Spanien. Da wirst Du Dich daran gewöhnen müssen.
Lucilla hat geschrieben:Ich für meinen Teil ziehe nirgendwo blank, wo Textiler sich tummeln. Und ich wage zu sagen, dass das die meisten Frauen so sehen.
Das ist wohl eine mitteleuropäische Spezialität, also in Deutschland, Österreich, der Schweiz und noch teilweise in Frankreich, weil hier mit FKK begonnen wurde, als man sich wegen der fehlenden äußeren Akzeptanz abgrenzen musste. In Spanien haben die Frauen keine andere Wahl, weil es per Gesetz keinen Strand geben darf, der bestimmten Menschen vorbehalten ist. Jeder Strand ist dort grundsätzlich jedem zugänglich und daher darf auch ein mit Playa nudista / FKK ausgeschilderter Strand nicht dafür reserviert werden. Außerdem gibt es die dafür ausgeschilderten Strände nur an den Orten mit sehr hohem deutschen Touristenanteil und durch deren Einfluss. Auf den offiziell für FKK empfohlenen (aber damit nicht einzigen, wo es erlaubt ist) Stränden auf Teneriffa gibt es z.B. keine solchen Hinweisschilder, die offiziell angebracht wären.
Bummler hat geschrieben:Weil ich mit co auch schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Ich nicht.
PundV hat geschrieben:CO funtkioniert nur selten.
Kann ich nicht bestätigen. Nicht nur in Spanien (Andalusien und Kanaren), sondern auch an dem See (schon wieder den Namen vergessen), den kürzlich ich im Thread Reise-Bilderraten vorgestellt hatte, war es ein reibungsloses CO-Nebeneinander, dort mit einem sehr hohen FKK-Anteil, Außer am ersten vom Parkplatz erreichbaren Strandteil. Dort war es umgekehrt, aber unproblematisch.
Naturpaar6568 hat geschrieben:Sicher gibt es auch Männer, die sich präsentieren wollen, aber ich glaube, die sind in der Minderheit.
Richtig! Und wie oft habe ich solche gesehen? Doch höchstens einen alle fünf Jahre mal. Das ist doch kein Thema, über das man in dem Zusammenhang diskutieren muss, sondern eine seltene Ausnahme und deshalb überhaupt nicht für diese Fragestellung relevant.
Eule hat geschrieben: es gibt keinen Unterschied zwischen einem bekleideten oder unbekleideten Voyeur. Für mich ist beides ein Zeichen sexueller Unreife.
Das ist auch richtig, und für diesen gilt dasselbe, dass es eine seltene Ausnahme ist. Wenn man natürlich in die Reihen der anderen Menschen schaut um festzustellen, ob einer zurückschaut, dann wird man viele sehen, die das tun, aber deshalb, weil man selbst sich umgeschaut hat. Wenn also einer aus lauter Unsicherheit die Voyeure sucht und deshalb alle anderen Menschen anschaut, wird bei vielen den Verdacht haben, sie seien welche. Aber die schauen in dem Moment nur deshalb zurück, weil derjenige zuerst alle anderen gemustert hat. Wer ganz locker bleibt und sich normal verhält, dem fallen auch nur äußerst selten Voyeure auf, weil es die wirklich auch nur sehr selten gibt.
Bummler hat geschrieben:Zwar stammt die "strikte Trennung" nicht aus der FKK-Bewegung, sondern sie war die Voraussetzung, dass die Bewegung von den Textilen toleriert wurde, die Trennung erfolgte also maßgeblich durch die Textilen.
Genau, und ich habe noch die Zeit erlebt, als am FKK-Strand von Grömitz an beiden Enden ein hoher Zaun bis weit ins Wasser aufgebaut war, im Strandbereich mit Sichtschutz versehen, dann ein mehr als 100 m breiter ganz gesperrter Strandbereich folgte (hatten wir wie an der DDR-Grenze, damals noch "Zonengrenze", "Niemandsland" genannt) und danach noch so ein Zaun. Hinter diesem lauerten damals Leute mit Kamera und Teleobjektiv in der Hoffnung, etwas vor die Linse zu bekommen. Ja, damals gab es Voyeure, weil alles so im Versteck lief! Und an der Stelle, in die sie Einblick hatten, sollte man eigentlich noch textil vorbeigehen, aber wir, damals als Kinder, haben denen an der Stelle immer gebückt den Hintern gezeigt.
Buschi hat geschrieben:Ich schätze, es liegt an der Rudelbildung. Wenn es für die Gesellschaft, welches Gebilde das auch immer sein mag, egal wäre, ob man nackt oder textil unterwegs ist, wäre es logischerweise auch sowohl für den Nackten, wie auch für den Textilen egal, wie die anderen damit umgehen.
Der Beitrag gefällt mir! "Rudelbildung" ist wohl etwas überspitzt ausgedrückt, und deshalb versteht das Eule nicht, für den immer alles 150%ig akkurat und genau ausgedrückt werden muss, aber ich finde es durchaus passend. Dabei geht es nicht nur um nackt oder textil, sondern auch um oben ohne beim Mann bzw. oben nur Bikini-BH bei der Frau in der Stadt, wo es manche stört (und in Italien ein Bußgeld gibt) oder Radfahren in knapper Badehose bei 35° auf einem stark frequentierten Mountainbike Trail (ganz ohne ginge da wirklich nicht!), wo ich mir so manche Bemerkung anhören musste. Es führte auch in zwei Fällen zu Diskussionen unter anderen, bei denen ein Mal eine Frau, ein Mal ein Kind der Meinung war, sie sollten es auch so tun, weil es ihnen auch zu warm war. Beide Male war es ein Mann, der energisch widersprach mit dem Argument, dass man zum Radfahren Rad-Bekleidung trägt.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Eule » Fr 18. Okt 2019, 22:45

@ Hans H.
Der Beitrag gefällt mir! "Rudelbildung" ist wohl etwas überspitzt ausgedrückt, und deshalb versteht das Eule nicht, für den immer alles 150%ig akkurat und genau ausgedrückt werden muss, aber ich finde es durchaus passend.
Der Begriff der Rudelbildung sagt nichts darüber aus, warum sich so ein Rudel bildet. Er dient mir somit nicht als Begründung für ein bestimmtes Handeln. Darum habe ich den Begriff für mich übersetzt und glaube mit dieser Übersetzung den Kern der gewollten Aussage getroffen zu haben.

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Hans H. » Fr 18. Okt 2019, 22:56

Ich habe in dieser Ausdrucksweise von "Buschi" nicht den Hinweis auf eine Rangordnung erkannt, sondern eher das "blinde" Nachmachen, also wie für die Lemminge beschrieben oder nach Einstein: "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein".

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Zett » Fr 18. Okt 2019, 23:02

Waldläufer hat geschrieben:Ganz im Gegenteil, durch die ganzen freundlichen Begegnungen habe ich mich inzwischen so daran gewöhnt, nackt andere Leute zu treffen, dass ich es kaum noch bemerke, und auch wenn es sich vielleicht albern anhört, manchmal soweit vergesse, dass ich nachträglich selbst überrascht bin, ach, ich bin ja nackt...
Mir geht's so ähnlich. Da ich täglich nackt draußen in der Natur bin, ist das für mich so normal, wie für andere in ihren Klamotten - und da macht das entsprechend auch keinen Unterschied, ob das Bau- oder Feldarbeiter sind, Ordnungshüter, Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, Bekannte oder neue Gesichter. Es ist für mich so normal wie als hätte ich Kleidung an. Vergessen tue ich bei Sicht- oder Gesprächskontakt allerdings dabei nicht, dass ich nackt bin. Ich halte bewusst etwas mehr räumliche Distanz, als ich es sonst machen würde - es darf also schon ein Meter mehr Abstand sein.

Auf Usedom ist die erste Handlung, wenn ich am Hundestrand (mit Hund) angekommen bin: ausziehen. Da ist mir das sowas von egal, ob da irgendwo schon ein Nackter ist.
Ich kann es aber verstehen, dass das für Frauen schon noch ein bißchen anders ist. Sie sind empfindlicher (viele), oder vertragen vielleicht auch schlechter Kritik oder dumme Sprüche und aufdringliche Blicke. Und sicher schwingt immer ein wenig die Angst vor Übergriffen (in Gegenwart oder später) mit.

Auf Usedom ist ja auch so ziemlich jede Ordnung in Hinsicht auf FKK-Strand abhanden gekommen. Da liegt wirklich so ziemlich jeder wo er will. Da ist mir auch nichts mit Spannern aufgefallen. Das Problem könnte ich mir auch eher bei abgelegenen Badeteichen vorstellen.

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Waldläufer » Fr 18. Okt 2019, 23:14

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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Zett » Fr 18. Okt 2019, 23:21

Also: "Wollen Nackte unter sich sein?" Es gibt wohl nicht DIE einheitliche Gruppe der Nackten. Entsprechend gibt es auch verschiedene Ansichten.
• Wer Nacktheit als Tauschgeschäft sieht: "Mich darf nur nackt sehen, den ich auch nackt sehen darf", der sieht den Bekleideten logischerweise als Betrüger, der nimmt und nichts gibt.
• Wer ein Vereins- und "Rudel"typ ist, der will alle an die gleichen Regeln binden - für den ist der Bekleidete ein Störenfried.
• Wer starke Angst vor sexuellen Konfrontaionen und Übergriffen hat, sieht sich durch Bekleidete gefährdet.
• Wem nur die Natur und seine eigene Nacktheit interessiert, dem sind Bekleidete egal.
• Wer Kontaktfreudig und aufgeschlossen ist, sieht die Bekleideten als nichts besonderes und stört sich nicht an ihnen.

usw. usf.

 
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Re: Wollen Nackte unter sich sein, und ist das überhaupt so?

Beitrag von Eule » Fr 18. Okt 2019, 23:57

@ Hans H.
Wenn ich mir die Geschichte der Kleidung ansehe, die ja mit dem Prozess der Zivilisation, so wie wir diese verstehen, nahezu gleich lief, dann wird deutlich, dass die Kleidung schnell zu einem Statussymbol wurde.

Wenn du die Rudelbildung nur als eine Entwicklung des "dazu gehören Wollens" ansiehst, dann fehlt mir der Grund, warum ich dazu gehören will. Natürlich, und da gehe ich mit dir völlig einig, gehört zum Rudel das Gefühl, nicht alleine zu sein. Schutz zu erhalten und in der Gemeinschaft stärker zu sein. Aber dieses ist doch kein Selbstzweck! Im Rudel und mit dem Rudel will ich doch etwas erreichen oder erhalten. Die Textiler wollen ihre bürgerliche Moral und Ordnung erhalten und bewahren. Viele sehen darin einen Selbstzweck, was jedoch ein Irrtum ist. Die Nackten wollen einerseits ihre Freiheit erhalten und bewahren, die Natur und sich selbst als natürlichen Bestandteil der Natur ohne eine Verkleidung (Bekleidung) zu erleben. Während die Textiler oftmals die Nackten als unmoralisch, fragwürdig und wenig zivilisiert, also primitiv, empfinden und beurteilen sagen die Nackten, wir sind ihn unserem nudistischen So-Sein ein natürlicher Bestandteil der Natur. Wir sind Geschöpfe Gottes und finden das, zu dem uns Gott gemacht hat, gut und können darin wirklich keine Unmoralität, Unzivilisiertheit oder Primitivität sehen. Solange die Nackten sich in ihrer Nacktheit nicht als eine Elite betrachten, so lange werten sie das eigene Verhalten nicht höher ein, als das Verhalten der Textiler. Und solange oder sobald die Nackten sich nicht gegen die Textiler stellen, bleiben sie und verstehen sich als gleichwertiger Bestandteil, wie sie dieses den Textilern zugestehen. Du siehst, ich komme hier um eine Bewertung nicht herum, auch dann nicht, wenn die Wertdifferenz = 0 ist.

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