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Gesundheitswahn

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von hajo » Fr 15. Dez 2017, 18:33

Mecki hat geschrieben:...
Zitat:
„Wir denken daher, dass diese zur Herausbildung der verschiedenen Neandertaler-Phänotypen beigetragen haben könnte


"Wir denken daher".... und... "zu.... beigetragen haben könnte!"

... und dann wird darauf eine Feststellung abgeleitet?

"...durch Genfluss auch weiterhin zur Variation dieser Eigenschaften bei heute lebenden Menschen beiträgt.“


...
Das nennt man in der Wissenschaft "Hypothese".
Ist also nichts Verwerfliches und dem Wesen nach eine Annahme, die es zu verifizieren oder zu falsifizieren gilt.

Sollte sie allen möglichen Überprüfungen standhalten, wird daraus eine Theorie, sollte sie den Überprüfungen nicht standhalten, wird sie verworfen.
Aufstellen muss man so eine Hypothese.
Sonst geht es nicht weiter.

(Ist so ähnlich wie das Aufstellen der Hypothese: Es ist Bier im Kühlschrank.
Kannst du nur durch Überprüfen rauskriegen. ;) )

Übrigens wird nicht eine "Feststellung eingeleitet", wie durch geschicktes Auseinanderziehen des Zitats unterstellt.
Der Satzteil, den du Feststellung nennst, ist die Fortführung des "Wir denken daher"...

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Bummler » Di 19. Dez 2017, 14:44

Krebs gab es auch schon früher wie die Wissenschaft feststellt:

Krebs gehört heute zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Unsere Vorfahren dagegen, so vermutete man lange Zeit, litten offenbar gar nicht oder zumindest weitaus seltener an Tumorerkrankungen – auch weil sie meist schon in jungen Jahren starben. Doch diese Annahme stimmt offenbar so nicht. Denn in den letzten Jahren haben Archäologen Indizien für bösartige Knochentumore sowohl bei einem vor 3.200 Jahren gestorbenen Ägypter als auch bei einem Neandertaler und sogar einem 1,7 Millionen Jahre alten Vormenschen entdeckt.



http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22 ... 12-18.html

Dabei gab es damals noch gar keinen Feinstaub aus Dieselmotoren.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Di 19. Dez 2017, 15:14

Bummler hat geschrieben:Dabei gab es damals noch gar keinen Feinstaub aus Dieselmotoren.

Aber es gab viele Pilzgifte auf angegammelten Stellen am Obst, Gemüse und Getreide, die man nicht kannte und daher mit-gegessen hat.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Mo 25. Dez 2017, 21:43

Die typischen Zivilisationskrankheiten sind vor allem eine Folge der heutigen falschen Ernährung, wie einem Artikel der archaeologie-online.de zu entnehmen ist – Mammut auf den Teller! – Zitat:
Über Millionen von Jahren hat sich der Mensch in einer Umwelt entwickeln müssen, die von Nahrungssuche geprägt war.
Erst mit der Einführung des Ackerbaus vor wenigen tausend Jahren standen plötzlich Kohlenhydratquellen in größerem Maße zur Verfügung. Im Verhältnis zur Zeitspanne, in der die Evolution uns zum Homo sapiens machte, ist das wie ein Lidschlag im Zeitraum eines Tages. In all den Jahrhunderttausenden zuvor sammelte man in fruchtbaren Zeiten Beeren und wilde Früchte, Pilze und Nüsse. Und man jagte kleines und großes Getier: Fleisch war hoch begehrt und dominierte die Kost, während Kohlenhydrate immer knapp waren.
[…]
Die Gene haben sich im Laufe von Hundertausenden von Jahren an die vorgegebenen Umweltbedingungen angepasst und damit optimale Überlebenschancen geschaffen. So wurde der Mensch mit speziellen Funktionen ausgestattet, um in einer kohlenhydratarmen Welt zu bestehen. Doch seit der industriellen Revolution ist die evolutionäre Einheit - Ernährung durch Bewegung - auseinandergerissen. Zudem sind ausgerechnet Kohlenhydrate zur dominierenden Nahrungsquelle in der industrialisierten Welt geworden. Doch unsere Gene haben nicht den Hauch einer Chance gehabt, sich dieser biologisch überstürzten Entwicklung anzupassen. Sie funktionieren immer noch wie zu Urzeiten. Und das bekommt uns heute schlecht.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Eule » Di 26. Dez 2017, 02:39

@ Aria
Ich denke, die Fehlernährung in unserer Zeit wird dadurch hervorgerufen, dass wir nicht mehr ausgewochen essen und uns zu wenige bewegen. Die Aussage, dass die Fehlernährung mit dem Ackerbau begann, halte ich für so nicht zutreffend.

Wenn man sich die Frage der Fehlernährung in der Geschichte ansieht, so fällt auf, dass hiervon immer die Menschen betroffen waren, die über ein Überangebot an Nahrungsmittel und einen Mangel an Bewegung verfügten. Erst mit der Einführung des Kunstdüngers wurde die Gefahr der Mangelernährung für große Teile der Bevölkerung gebannt.

Neben der gengemäßen Ernährung muss auch eine bedarfsgemäße Ernährung stattfinden. Dieses jetzt über einen größeren Fleichanteil zu regeln, halte ich für fragwürdig. Was wir müssen ist eine stärkere Aufnahme von Balaststoffen und eine erhebliche Verringerung der Energie innerhalb unserer Nahrungsmittel.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von hajo » Mi 27. Dez 2017, 19:11

Aria hat geschrieben: Artikel der archaeologie-online.de Mammut auf den Teller! – Zitat:
Doch seit der industriellen Revolution ist die evolutionäre Einheit - Ernährung durch Bewegung - auseinandergerissen.
Das sehe ich anders:
Erst seit der Industriellen Revolution und der darauf folgenden Erfindungen und Entwicklungen ist es uns möglich, viel mehr Bewegung in die Ernährung zu bringen:
    Tomaten aus Spanien
    passierte Tomaten aus China
    Apfelsaftkonzentrat aus Polen
    Honig aus Argentinien
    "Nuggets"fleisch aus Brasilien
    Eier aus Holland
    Rindfleisch aus Argentinien
    Nüsse aus Türkei
Ich selbst z.B. schnappe mir dreimal die Woche mein Fahrzeug und bewege mit ihm zum 600 m entfernten Supermarkt, den ich dann zu Fuß(!) durchquere, um die notwendigen Lebensmittel zusammen zu suchen.
Allerdings, zugegeben, zu wenig modernes Mammut...

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Mi 10. Jan 2018, 15:00

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat neue Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln herausgegeben – Details siehe hier: https://link.springer.com/article/10.10 ... ltext.html

Die wichtigsten Tabellen daraus sind:

Tabelle 1
Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe, bei denen das vorgeschlagene Ableitungsverfahren angewendet wurde:
BildBild


Tabelle 2
Zufuhrreferenzwerte und Tolerable Upper Intake Levels (UL) für Vitamine im Vergleich zu Aufnahmemengen über die herkömmliche Nahrung sowie Höchstmengenvorschläge für Vitamine, bei denen das Ableitungsverfahren nicht anwendbar war:
Bild


Tabelle 3
Zufuhrreferenzwerte und Tolerable Upper Intake Levels (UL) für Mineralstoffe im Vergleich zu Aufnahmemengen über die herkömmliche Nahrung sowie Höchstmengenvorschläge für Mineralstoffe, bei denen das Ableitungsverfahren nicht anwendbar war:
Bild

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Zett » Mi 10. Jan 2018, 16:15

@Aria
Kannst Du eine Aussage dazu treffen / war es angegeben, ob die "Nährstoffaufnahme über normale Nahrung" aus Studien stammt (real ist) oder ob es ein theoretisch erreichbarer Wert ist bei einer optimal "ausgewogenen" Ernährung und ansonsten völliger Gesundheit?

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Fr 12. Jan 2018, 14:17

Zett hat geschrieben:Kannst Du eine Aussage dazu treffen / war es angegeben, ob die "Nährstoffaufnahme über normale Nahrung" aus Studien stammt (real ist) oder ob es ein theoretisch erreichbarer Wert ist bei einer optimal "ausgewogenen" Ernährung und ansonsten völliger Gesundheit?
Soweit ich das sehe, sind die Werte real, es gibt nur eine Einschränkung – Zitat aus dem oben verlinkten Dokument:
Für Pantothensäure und Biotin sowie für Fluorid, Mangan, Silizium und Bor konnte das Risiko einer unzureichenden Zufuhr nicht zuverlässig bewertet werden, weil für diese Nährstoffe keine verwertbaren Aufnahmedaten für die deutsche Bevölkerung verfügbar sind und zudem für Silizium und Bor keine Zufuhrreferenzwerte festgelegt wurden.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Zett » Fr 12. Jan 2018, 18:48

Ok, danke!
Hab selber mal reingeschaut. Und: "Daten aus der NVS II deuten darauf hin, dass Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene bei den meisten Vitaminen und Mineralstoffen im Median die Zufuhrreferenzwerte erreichen. Ausnahmen sind Folatäquivalente und Vitamin D"!
Die liebe Sonne!

Der "Median" ist übrigens der Wert (z.B. von Vitamin C) von der Person, bei der 50% weniger Vitamin C aufgenommen haben und 50% mehr Vitamin C aufgenommen haben. Je nach Vitamin bzw. Mineralstoff ist das meistens eine andere Person, die da im jeweiligen Wert gerade in der Mitte steht.

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