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Über den Nutzen von Schutzimpfungen

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Eule » Mi 17. Feb 2016, 18:12

@ Friedjof
Das beste Beispiel hierfür dürfte wohl die weltweite Pockenimpfaktion, die bei uns, für alle verpflichtend, 1976 endete. Die Pocken gelten seitdem als ausgerottet, wenngleich nicht ganz sicher auszuschließen ist, dass irgendwo auf der Welt doch noch der Pockenvirus lebt.
Es leben noch zwei Pockenstämme in Hochsicherheitslabors. Eines davon steht in den USA und das andere in Morkau. In der freien Natur lebt kein Pockenstamm mehr.

Wobei es bei bestimmten Krankheiten auch Sinn machen kann, unabhängig von der Gefährdungslage eines bestimmten Kindes die ganze Bevölkerung zu impfen.
Nackidei, auch wenn du diese Meinung hier wieder vorträgst, so muss ich dieser wiederum widersprechen. Eine Impfung ohne Rücksicht auf die Gefährdungslage des Impflings wäre nicht nur widerrechtlich, es wäre ausgesprochen verantwortungslos. Warum sollte ein Kind, ohne konkrete Gefährdungslage für dieses Kind, einem Impfrisiko ausgesetzt werden?

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Friedjof » Mi 17. Feb 2016, 19:35

Kann es sein, dass wir uns jetzt missverstanden haben? Wenn eine bestimmte Schutzimpfung für den Impfling eine gesundheitliche Gefährdung darstellen sollte, sollte natürlich nicht geimpft werden. Auch bei der Pockenschutzimpfung wurde bei bestimmten Erkrankungen oder Abwehrschwächen im Einzelfall auf die ansonsten verpflichtende Impfung verzichtet. Mit "unabhängig von der Gefährdungslage eines bestimmten Kindes" meinte ich natürlich keinesfalls, dass Kinder auch geimpft werden sollten, wenn die Impfung selbst eine Gefährdung für das Kind darstellen könnte, also ein außerhalb der Norm bestehendes Impfrisiko besteht. Vielmehr meinte ich, dass es bei bestimmten Krankheiten, wie z.B. Masern, sinnvoll ist, dass alle Menschen (bis auf eben begründete Ausnahmen) geimpft werden. Nur ein hoher Durchimpfungsgrad der Bevölkerung kann zu einem gewünschten Impferfolg führen, von dem das Volk bzw. die Volksgesundheit letztendlich profitiert. Wenn viele Menschen sich auf die anderen verlassen und sagen, dass es sie schon nicht treffen wird, lassen sich Infektionskrankheiten im Sinne einer anzustrebenden Ausrottung bestimmter Viren nicht effektiv bekämpfen.
Für eine Schutzimpfung sprechen immer zwei Dinge: Der eigene Schutz und der Solidarbeitrag für eine möglichst weltweite Ausrottung bestimmter Erkrankungen bzw. deren Erreger.

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Hans H. » Do 18. Feb 2016, 02:22

Und das Ganze bezeichnet die Fachwelt als "Herdenschutz" (s. zu Impfungen in den Internetseiten des RKI)

 
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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Eule » Fr 19. Feb 2016, 02:58

@ Friedjof
Nur ein hoher Durchimpfungsgrad der Bevölkerung kann zu einem gewünschten Impferfolg führen, von dem das Volk bzw. die Volksgesundheit letztendlich profitiert.
Mein lieber Nackidei, löse dich doch bitte von der sozialistischen Begriffswelt. Es kommt nun mal nicht darauf an, dass die Volksgesundheit von einer Impfung profitiert, sondern die geimpfte Person. Dein Beispiel mit den Masern führt dich in die Irre. Masern bei einem erwachsenen Menschen können zu einem sehr gefährlichen Krankheitsverlauf führen und so sollen diese Menschen, die als Kinder nicht an Masern erkrankt sind, geimpft werden. Es geht hier also immer um den Schutz der individuellen Person und nicht um das Volk als Gemeinwesen.

Betrachte es doch bitte mal unter dem Gesichtspunkt der Röteln. Vielleicht wird dir so dein Irrtum deutlich. Wenn ein Mädchen vor ihrem 12. Lebensjahr nicht an Röteln erkrankt war, so soll es geimpft werden. Bei Jungen ist diese Impfung nicht vorgesehen. Warum nicht? Nun, wenn eine Frau schwanger ist und dann an Röteln erkrankt, kann dieses und führt dieses nahezu immer zu einer Schädigung des ungeborenen Lebens. Hier geht es also um die Vorsorge für das entstehende Leben. Und warum werden die Jungen nicht geimpft? Ganz einfach, Jungen können nicht schwanger werden.

Das Argument bezüglich der Röteln zeigt deutlich, dass es niemals um die Volksgesundheit als solches geht, sondern immer um ein individeuelles Gesundheitsrisiko.

Für eine Schutzimpfung sprechen immer zwei Dinge: Der eigene Schutz und der Solidarbeitrag für eine möglichst weltweite Ausrottung bestimmter Erkrankungen bzw. deren Erreger.
Vergess diesen Solidarbeitrag, denn dieser wird zwar gesundheitspolitisch so vorgetragen, medizinisch spielt er jedoch keine Rolle.

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Friedjof » Fr 19. Feb 2016, 13:28

Wie ist feststelle scheint der eine oder andere User über den eigentlichen Sinn von Schutzimpfungen nicht richtig informiert zu sein. Sicherlich denkt ein jeder zunächst einmal an seinen eigenen Schutz, wenn er sich oder sein Kind impfen lässt. Das ist ja auch völlig in Ordnung und zeugt von einer Verantwortung seinem Kind und sich selbst gegenüber. Gesundheitsorganisationen wie die WHO oder das RKI verfolgen mit den Schutzimpfungen hingegen ein weitergehendes Ziel: Ihr Anliegen ist weniger der Schutz des einzelnen Bürgers sondern der Kollektivschutz der Bevölkerung. Hans nannte den Begriff „Herdenschutz“. Eine sehr treffende Bezeichnung, wie ihn auch das RKI benutzt.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass der Schutz vor bestimmten Epidemien umso größer ist desto größer die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung ist. Ein weiterer Nebeneffekt ist auch, dass Personen geschützt werden, bei denen eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht durchgeführt werden kann.
Eine anzustrebende hohe Durchimpfungsrate führt zum Durchbrechen von Infektionsketten, regionaler Eliminierung von Krankheitserregern und bestenfalls zu deren weltweiten Ausrottung (siehe Pocken!).

Wenn aufgeklärte Eltern ihre Kinder beispielsweise gegen Polio grundimmunisieren und im Jugendlichenalter bei ihnen eine Auffrischimpfung durchführen lassen, dann erfolgt die eher aus Gründen des bereits erwähnten Herden- bzw. Kollektivschutzes als denn dem eigenen Schutz vor einer Polioerkrankung. Warum? Polio gilt in Europa als ausgerottet. Die 1988 weltweit gestartete Impfkampagne der WHO hat Wirkung gezeigt. Die Zahl der Infektionen ist seitdem um 99 Prozent zurückgegangen. Nur in Afghanistan, Nigeria und Pakistan tritt Polio noch gehäuft auf. In Deutschland gab es 1992 die letzten Polio-Fälle. Das ist 24 Jahre her.
Von daher erscheint eine Infektion mit Poliomyelitis in Deutschland mehr als unwahrscheinlich. Und dennoch lassen die meisten Eltern ihre Kinder gegen Polio (und andere Erkrankungen) impfen. Warum? Die Antwort ergibt sich eigentlich aus dem bisher gesagten. Das Ziel von Schutzimpfungen ist stets die weltweite Ausrottung bestimmter Erkrankungen. Von daher müssen Impfungen solange fortgeführt werden, bis, um bei Polio zu bleiben, die Erkrankung weltweit eliminiert ist.

Warum werden wohl die Flüchtlinge, die tagtäglich in unser Land strömen durchgeimpft? (klappt leider aus organisatorischen Gründen nicht immer und überall) Die meisten von ihnen verfügen über keinen Impfpass. Zudem ist das Impfsystem z.B. in Syrien infolge des dort herrschenden Krieges weitgehend zum Erlahmen gekommen. So erhalten die Flüchtlinge jetzt bei uns ihren Impfschutz, von dem auch wir wieder profitieren.

Man könnte jetzt darüber streiten, was ein solidarischer Akt ist. Will ich aber nicht. Kleiner Tipp, wer die Meinung vertritt, dass Schutzimpfungen einzig den Zweck erfüllen, sich selbst oder seine Kinder zu schützen: Einfach mal bei Google „Solidarität impfen“ eingeben. Ist aber auch egal. Wenn sich möglichst alle Menschen impfen lassen und dabei lediglich an ihre eigene Gesundheit denken ist der Solidaritätsbeitrag jedes Einzelnen geleistet, quasi als Nebeneffekt.
Und es mag einer glauben oder nicht: Ich kenne nicht wenige, die sich der relativ geringen Gefahr hinsichtlich einer Infektion mit bestimmten Erkrankungen bewusst sind, sich und ihre Kinder aber dennoch impfen lassen. Aus Solidarität! Ich gehöre auch dazu.

Abschließend für Eule zur Röteln-Schutzimpfung bei Jungen. Was sagt dazu die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)?
Jungs bräuchten für sich selbst weniger dringend eine Röteln-Impfung. Ungeschützt können sie aber jede schwangere Frau in ihrer näheren Umgebung gefährden, bei denen eine Rötelnerkrankung schwerwiegende Folgen hat. Im Erwachsenenalter kann die Ansteckungsgefahr auch die eigene Frau beziehungsweise das eigene ungeborene Kind betreffen.

Die Empfehlung, dass auch Jungen grundsätzlich gegen Röteln geimpft werden sollten resultiert aus der Tatsache, dass Teenager nur selten zum Arzt gehen und bei ärztlichen Kontrollen immer häufiger Impflücken entdeckt werden. So gesehen ergeht die Impfempfehlung an die Jungen auch als ein Solidarbeitrag für ungeschützte Mädchen im gebährfähigen Alter.

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Zett » Fr 19. Feb 2016, 20:30

Natürlich sollten alle geimpft werden, wenn dadurch eine gefährliche Erkrankung vermieden werden kann.

Die Frage ist nur, ob auch nur einer geimpft werden sollte, wenn die Impfung keine oder kaum schützende Wirkung hat.

Verschwunden sind übrigens auch Krankheiten, gegen die nie geimpft wurde. (Cholera, Pest, Lepra, weitgehend Scharlach)

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Friedjof » Sa 20. Feb 2016, 00:16

Auch für Cholera gibt es einen Impfstoff. Der wird in Europa jedoch nicht benötigt. Für die Beulenpest gibt es ebenfalls eine Schutzimpfung für Personal, die mit Erkrankten zu tun haben. für Lepra gibt es bisherkeinen Impfstoff. Es wird aber weiterhin an einen solchen gearbeitet.
Bei der Pest oder der Lepra haben die bessereren hygienischen Verhältnisse dazu geführt, dass diese Erkrankungen für uns keine Gefahr mehr darstellen (z.B. sauberes Trinkwasser, keine Rattenplagen).
Aber was willst du uns eigentlich sagen? Dass Cholera, Pest und Lepra von allein verschwunden sind? Das stimmt nämlich ganz und gar nicht. Nur bedurfte es dafür keiner Schutzimpfung. Und für z.B. Masern und Polio gibts bisher zur Impfung noch keine Alternative.

 
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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Eule » So 21. Feb 2016, 18:13

@ Friedjof
Tja, mein lieber Nackidei. Jetzt bist du ein Opfer deines eigenen Bestrebens geworden, meine Aussage widerlegen zu wollen. Meine Aussage ist, dass ich mich impfen lasse, wenn diese Impfung für mich einen Vorteil hat. Ich lasse mich nicht impfen, nur um der Volksgesundheit dienlich zu sein.

Welche Krankheiten aus welchem Grunde verschwunden sind, stand zu keinem Zeitpunkt in meinem Focus. Mir ist dieses bekannt, hat aber auf mein Impfverhalten keinen Einfluss. Ich lasse mich nur gegen konkrete gesundheitliche Gefahren impfen, soweit dieses möglich ist. Und wenn ich den europäischen Raum verlasse, so erkundige ich mich, welche gesundheitlichen Risiken mich am Zielort erwarten und wie ich mich gegen diese Risiken schützen kann.

Um es verständlich auszudrücken, ich entscheide individuell, wann und in welchem Umfange ich mich impfen lasse. Leitfaden für mich ist die individuelle Gefährdungslage, in der ich mich begeben werde. Ich verlasse mich nicht darauf, dass ich ja von der Krankenkasse, also der Solidargemeinschaft, die Kosten ersetzt bekomme, sollte ich erkranken. Das sich nicht Impfen-lassen halte ich für einen unsolidarischen Akt der Solidargemeinschaft gegenüber. Ob du dich oder andere Personen impfen lassen, steht nicht in meiner Verantwortung und so muss ich mir darüber keinen "Kopf" machen.

Wenn nun jeder so verantwortungsbewusst wie ich mit seiner Gesundheit umgeht und sich also impfen lässt, dann erreichen wir eine gute Durchimpfung der Bevölkerung. Aber dieses liegt außerhalb meiner Verantwortung und somit außerhalb meines Focus.

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Zett » Di 23. Feb 2016, 21:09

Friedjof hat geschrieben:Auch für Cholera gibt es einen Impfstoff. Der wird in Europa jedoch nicht benötigt. Für die Beulenpest gibt es ebenfalls eine Schutzimpfung für Personal, die mit Erkrankten zu tun haben. für Lepra gibt es bisherkeinen Impfstoff. Es wird aber weiterhin an einen solchen gearbeitet.
Bei der Pest oder der Lepra haben die bessereren hygienischen Verhältnisse dazu geführt, dass diese Erkrankungen für uns keine Gefahr mehr darstellen (z.B. sauberes Trinkwasser, keine Rattenplagen).
Aber was willst du uns eigentlich sagen? Dass Cholera, Pest und Lepra von allein verschwunden sind? Das stimmt nämlich ganz und gar nicht. Nur bedurfte es dafür keiner Schutzimpfung.

Nein, Cholera, Pest und Lepra sind nicht von allein verschwunden. Sie sind - genau aus dem gleichen Grund wie Masern und all die anderen Krankheiten - aufgrund der verbesserten Lebensbedingungen verschwunden oder massiv zurückgegangen. Nur sind die Impfbefürworter auf den Zug der Entwicklung aufgesprungen und behaupten, es würde an ihren Impfungen liegen - und das, obwohl - außer bei Masern, aber auch nur in den USA - alle Einführungen der Massenimpfungen keinen Einfluss auf die Verlaufskurven der Erkrankungs- und Todesfälle der jeweiligen Krankheiten hatten. Dies nun zum hundertsten Mal. Aber sicherlich wird das - wie die 99 Mal zuvor - wieder komplett an Euch Impfbefürwortern abprallen.

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Hans H. » Di 23. Feb 2016, 23:11

Zett hat geschrieben:Nein, Cholera, Pest und Lepra sind nicht von allein verschwunden. Sie sind - genau aus dem gleichen Grund wie Masern und all die anderen Krankheiten - aufgrund der verbesserten Lebensbedingungen verschwunden oder massiv zurückgegangen.

Siehst du nicht, dass zu Cholera, Pest und Lepra Friedjof zuvor genau dieselbe Aussage geschrieben hat? Deshalb ist das "Nein" zu Beginn unlogisch. Zum Rest des Satzes kein Kommentar - das ist ausreichend ausdiskutiert.

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