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Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Kurioses, Lustiges, Aufmunterndes was unsere Forengemeinschaft interessieren dürfte
 

Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » Fr 28. Dez 2018, 01:29

Mecki hat geschrieben:@ Hajo

Zuordnung von einem Zitat und dem, was ich geschrieben habe - und schon ersparst du dir einiges!
Stimmt.

Ich bin blöd!

Danke, dass du so kurz nach dem Fest der Liebe darauf aufmerksam machst.


Noch immer hänge ich der hier schon mehrfach geäußerten Naivität an, zu meinen, ÖFFENTLICH in einem, hier diesem, Forum geäußerte Ansichten dürften auch von anderen Teilnehmern beantwortet werden.

In jeder öffentlichen Diskussion ist das so.

Für rein private Diskussionen soll es Möglichkeiten geben.

Dunkel meine ich mich zu erinnern, selbst wir hätten dergleichen genutzt.

ALSO:

WENN DU KEINE DISKUSSION WILLST, HALT DIE KLAPPE ODER MACH DAS PRIVAT!

 

Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Mecki » Fr 28. Dez 2018, 12:46

@

och...wer wird denn gleich in die Luft gehen! ;)

...oder ist deine Reaktion tatsächlich ein...

Dokument des Gesellschaftlichen Wandels II?


Sollte ich dich irgendwie auf die Füße getreten haben...entschuldige bitte!

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Fr 28. Dez 2018, 18:29

hajo hat geschrieben:@Aria

Lass es.

Differenzierung ist mancher Menschen Sache nicht.
Das ist klar - und was Mecki schreibt interessiert mich sowieso nicht.

 

Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Mecki » Fr 28. Dez 2018, 23:02

@ Aria
@ Hajo

Armutszeugnisse...und Enttäuschung zugleich! Und Verbohrtheit eigenen Rechts gegenüber.

Toleranz - das am meisten gegeißelte Wort, wenn es um Gemeinsamkeiten geht.
Toleranz - eingefordert wird sie....gewährt nur dann, wenn ´sie eigenen Vorteilen gilt.

Toleranz - bedeutet auch "aushalten, ertragen, erdulden" - und nicht nur die bekannten,
die angenehmen Attribute, die sich um Toleranz ranken.

Die Welt wird immer "reicher" an genau DEM, was den Charakter verändert - Arroganz, Ignoranz.
Sprachrohre sorgen dafür, zu mehr zu mehr Abstand zu Menschen aufzurufen, die andere Meinungen
vertreten. Die vermeintlich Gebildeten sind es, die zu diesen Entwicklungen beitragen...

In diesem Sinne - armes Deutschland.... habt euch wohl!

 

Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » Mo 31. Dez 2018, 17:05

Mecki hat geschrieben:@ Aria
@ Hajo

Armutszeugnisse...und Enttäuschung zugleich! Und Verbohrtheit eigenen Rechts gegenüber.

Sic!

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Di 1. Jan 2019, 19:38

Am Samstag war ich in der Ausstellung Lust der Täuschung in der Hypo Kunsthalle in München: Eine faszinierende Schau aus 4 Jahrtausenden des menschlichen Schaffens.

Bei dieser hyperrealistischen Skulptur
Bild
John De Andrea, Self-Portrait with Sculpture, 1980

passierte etwas, das mich sofort an meinen Beitrag vor einigen Tagen über die prüden Amerikaner denken ließ: Ein Frau zog ihren vielleicht 11 jährigen Sohn? abrupt weg, d.h. sie stellte sich zwischen ihm und der Skulptur und zog ihn zu einem Bild, das auch sehr deutlich eine Realität abbildete – es war dieses 2 dimensionale Bild
Bild
Pierre Gilou, Trompe l'œil mit hängenden Trauben, 1992

Die Frau war aber keine Amerikanerin, sondern eine Deutsche, offensichtlich nicht minder prüde. Jedenfalls sagt sie zu einer Frau, die mit dabei war, ungefähr: „Wenn ich gewusst hätte, dass solche Dinge hier gezeigt werden, wäre ich nicht mitgekommen.“

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Bummler » Do 3. Jan 2019, 10:47

Na gut, aber früher wäre das vielleicht ganz anders ausgegangen:

Stoisch spielen sie weiter an diesem 3. Januar 1907. Schon wirft das Publikum mit Orangenschalen und Knoblauchzehen, Münzen, Bonbondosen und Sitzkissen. Der Tumult erreicht den Höhepunkt, als der Archäologe seine Mumie zum Leben erweckt und mit einem langen, echten Kuss bedenkt. Ein Schemel fliegt auf die Bühne, die Polizei muss die pöbelnden Horden bändigen.


http://www.spiegel.de/einestages/parise ... m-outbrain

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Do 3. Jan 2019, 20:38

Bummler hat geschrieben:Na gut, aber früher wäre das vielleicht ganz anders ausgegangen:
Stoisch spielen sie weiter an diesem 3. Januar 1907. Schon wirft das Publikum mit Orangenschalen und Knoblauchzehen, Münzen, Bonbondosen und Sitzkissen. Der Tumult erreicht den Höhepunkt, als der Archäologe seine Mumie zum Leben erweckt und mit einem langen, echten Kuss bedenkt. Ein Schemel fliegt auf die Bühne, die Polizei muss die pöbelnden Horden bändigen.
Nun, das war vor 100 Jahren, Bummler. Jetzt schreiben wir 2019 und das, was die Frau in der Münchner Ausstellung gesagt hat, scheint kein Einzelfall mehr zu sein, denn auch Menschen, die sich professionell mit der Kunst beschäftigen, sind offenbar ähnlich gestrickt: Laut Kunsthalle Bremen können bestimmte Dinge in der Öffentlichkeit nicht gezeigt werden.

Zu diesen bestimmten Dingen gehört offensichtlich auch eine nackte weibliche Brust – hier ein Interview des NDR mit der Künstlerin Agnes Jänsch, deren Video auf der Homepage der Bremer Kunsthalle nicht gezeigt werde, weil darin eben: Eine nackte weibliche Brust zu sehen ist!

Dazu wurde die Kunsthalle Bremen um eine Stellungnahme gebeten – Zitat aus dem gleichen eben verlinkten Artikel (es antwortete Jasmin Mickein, Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kunsthalle Bremen):

Nur ist es ein Unterschied, ob jemand ins Museum geht oder ob Dinge einfach im Internet gezeigt werden. Wir haben bei uns Ausstellungsräume, wo wir Schilder aufstellen, um Eltern zu warnen.
(…)
Im öffentlichen Raum, in dem Fall im Internet, bewegen sich Menschen, die Kunst von Nicht-Kunst nicht unterscheiden können. Wir zeigen das Video nicht online, weil wir Kriterien entwickelt haben, die beinhalten, dass in den Arbeiten keine primären Geschlechtsmerkmale gezeigt werden dürfen.


So, so, jetzt gehört die weibliche Brust schon zu primären Geschlechtsmerkmalen. Und der/die Interviewer/in lässt das unwidersprochen gelten. Wir sind wahrlich schon weit gekommen auf unserem Weg zurück in die prüden 1950er Jahre.

Aber abgesehen davon: Wir brauchen nicht mehr auf Facebook zu schimpfen, der bekanntlich auch Kunst zensiert, wenn sie eine nackte weibliche Brust zeigt, wir haben jetzt die Bremer Kunsthalle, die genau die gleichen Kriterien anwendet.

Ein Service für Tim007 und andere aus Bremen und Umgebung: Die Ausstellung "What is Love?" ist noch bis 27.1.2019 in Bremen zu sehen. Wäre schön, wenn jemand von euch sich das anschaut und hinterher hier ein paar Worte darüber verliert.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Tim007 » Do 3. Jan 2019, 23:33

Mach ich. Ich werde auch eine Bekannte fragen, die dort arbeitet.

Danke für den Tipp.

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Bummler » Fr 4. Jan 2019, 09:29

Aria hat geschrieben:Jetzt schreiben wir 2019 und das, was die Frau in der Münchner Ausstellung gesagt hat, scheint kein Einzelfall mehr zu sein, denn auch Menschen, die sich professionell mit der Kunst beschäftigen, sind offenbar ähnlich gestrickt: Laut Kunsthalle Bremen können bestimmte Dinge in der Öffentlichkeit nicht gezeigt werden.


Ja warum! Wir haben doch jetzt das gleiche Problem mit der Kunst, wie seinerzeit mit den FKK-Zeitschriften, die reihenweise verboten wurden, weil sie Nacktheit in einen sexuellen Kontext gestellt haben. Heutzutage hat die Kunst das Problem, weil Nacktheit im Internet überwiegend im Zusammenhang mit Sexualität dargestellt wird. Die Trennung von Nacktheit und Sexualität findet nicht statt und somit kann auch die Kunst Nacktheit nicht mehr als Ausdrucksform verwenden ohne sexistisch oder pornografisch zu wirken.

Das unkontrollierte, unregulierte, anarchistische Medium "Internet" zerstört unsere Kultur, in der eine Übereinkunft zu Kunst und Nacktheit bestand, nämlich das Nacktheit auch ohne sexistischen oder pornografischen Bezug als freiheitlicher Zustand und kultureller Fortschritt existiert hat. Dieser Sachverhalt wird durch die ständige Präsenz pornografischer Inhalte einfach übertüncht. Das aufklärerische Element wird von primitiven Gelüsten zerwichst, im sprichwörtlichen Sinne.

Wundern müssen wir uns nicht. Genau genommen müssen wir Tinder, Facebook und Co. dafür danken, dass sie der Pornografisierung der Gesellschaft einhalt gebieten, damit sich wieder eine normale, gesunde und suchtfreie Einstellung zu Nacktheit und Erotik bilden kann. Für mich ist nicht die Einstufung einer nackten Brust als Pornografie, also die Zensur von Kunst, das Problem, sondern die fehlende Zensur der Pornografie und deren fehlender Eingrenzung.

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