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Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von HTJ » Fr 4. Jan 2019, 13:08

Da eir bei gesellschaftlichen Wandel sind. Wie ist es denn hiermit:
http://www.bodyandfreedom.com/about/
Auch wenn die gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Prüderie geht, dies ist mal ein positives Beispiel ( auch gerade weil hier Nacktheit nicht im Zusammenhang zu Pornografie gezeigt wird).

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Fr 4. Jan 2019, 17:03

Bummler hat geschrieben:Wir haben doch jetzt das gleiche Problem mit der Kunst, wie seinerzeit mit den FKK-Zeitschriften, die reihenweise verboten wurden, weil sie Nacktheit in einen sexuellen Kontext gestellt haben.
Nein, nicht die Zeitschriften haben die Nacktheit in einen sexuellen Kontext gestellt, sondern die Gesellschaft hat angefangen, dies so zu sehen, übrigens ganz ohne Internet.

Damit erübrigt sich auch dein Lamento über das Internet, denn Medien sind nie die Ursache für gesellschaftliche Entwicklungen: Sie sind nur der Spiegel der Gesellschaft.

Außerdem hast du das Interview nicht richtig gelesen oder verstanden, denn die Pressesprecherin der Kunsthalle Bremen hat eine entlarvende Aussage gemacht - Zitat:

Im öffentlichen Raum, in dem Fall im Internet, bewegen sich Menschen, die Kunst von Nicht-Kunst nicht unterscheiden können.

Übersetzt heißt das: Weil es ungebildete Menschen gibt, darf es auch für die gebildeten nichts Nacktes geben – schon eine nackte weibliche Brust ist zu viel.

Wenn, wie offenbar zunehmend, nur noch das gilt, was den Prüdesten der Prüden genehm ist, dann gute Nacht offene Gesellschaft, in der jeder nach seiner Façon selig werden kann.


HTJ hat geschrieben:Auch wenn die gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Prüderie geht, dies ist mal ein positives Beispiel ( auch gerade weil hier Nacktheit nicht im Zusammenhang zu Pornografie gezeigt wird).
Mit dem Auftreten von nackten Gruppen – siehe Arrangements zu Bildern von Spencer Tunick oder auch von Nacktwandern – in der Öffentlichkeit hat unsere Gesellschaft weniger Probleme als mit einzelnen nackten Männern und in letzter Zeit offenbar auch mit nackten Frauen (siehe den Fall Antje Mönning).

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Campingliesel » Fr 4. Jan 2019, 23:01

Bummler hat geschrieben:
Aria hat geschrieben:Jetzt schreiben wir 2019 und das, was die Frau in der Münchner Ausstellung gesagt hat, scheint kein Einzelfall mehr zu sein, denn auch Menschen, die sich professionell mit der Kunst beschäftigen, sind offenbar ähnlich gestrickt: Laut Kunsthalle Bremen können bestimmte Dinge in der Öffentlichkeit nicht gezeigt werden.


Ja warum! Wir haben doch jetzt das gleiche Problem mit der Kunst, wie seinerzeit mit den FKK-Zeitschriften, die reihenweise verboten wurden, weil sie Nacktheit in einen sexuellen Kontext gestellt haben. Heutzutage hat die Kunst das Problem, weil Nacktheit im Internet überwiegend im Zusammenhang mit Sexualität dargestellt wird. Die Trennung von Nacktheit und Sexualität findet nicht statt und somit kann auch die Kunst Nacktheit nicht mehr als Ausdrucksform verwenden ohne sexistisch oder pornografisch zu wirken.

Das unkontrollierte, unregulierte, anarchistische Medium "Internet" zerstört unsere Kultur, in der eine Übereinkunft zu Kunst und Nacktheit bestand, nämlich das Nacktheit auch ohne sexistischen oder pornografischen Bezug als freiheitlicher Zustand und kultureller Fortschritt existiert hat. Dieser Sachverhalt wird durch die ständige Präsenz pornografischer Inhalte einfach übertüncht. Das aufklärerische Element wird von primitiven Gelüsten zerwichst, im sprichwörtlichen Sinne.

Wundern müssen wir uns nicht. Genau genommen müssen wir Tinder, Facebook und Co. dafür danken, dass sie der Pornografisierung der Gesellschaft einhalt gebieten, damit sich wieder eine normale, gesunde und suchtfreie Einstellung zu Nacktheit und Erotik bilden kann. Für mich ist nicht die Einstufung einer nackten Brust als Pornografie, also die Zensur von Kunst, das Problem, sondern die fehlende Zensur der Pornografie und deren fehlender Eingrenzung.


@ Bummler: Da hast Du völlilg recht! Ich bin schon froh, daß diese Zeitschriften verboten wurden, aber gegen die ständige Präsenz im Internet von Nacktheit in sexueller Weise ist man wohl machtlos, auch wenn Facebook & Co. das eindämmen.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Campingliesel » Fr 4. Jan 2019, 23:07

Aria hat geschrieben:Nein, nicht die Zeitschriften haben die Nacktheit in einen sexuellen Kontext gestellt, sondern die Gesellschaft hat angefangen, dies so zu sehen, übrigens ganz ohne Internet.

Damit erübrigt sich auch dein Lamento über das Internet, denn Medien sind nie die Ursache für gesellschaftliche Entwicklungen: Sie sind nur der Spiegel der Gesellschaft.


Natürlich sind die Medien der Spiegel der Gesellschaft, aber sie verstärken diese Einstellungen der Gesellschaft enorm. Die Zeitschriften und das Internet sind ja Ausdrucksmittel der Gesellschaft. Und wenn diese Zeitschriften und das Internet die Nacktheit ständig NUR in einen sexuellen Kontext stellen, dann muß es ja auf die Masse der Gesellschaft so wirken, als habe Nacktheit tatsächlich immer nur was mit Sex zu tun. Als gäbe es nichts anderes.

 

Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » So 6. Jan 2019, 20:16

Campingliesel hat geschrieben:...Und wenn diese Zeitschriften und das Internet die Nacktheit ständig NUR in einen sexuellen Kontext stellen, dann muß es ja auf die Masse der Gesellschaft so wirken, als habe Nacktheit tatsächlich immer nur was mit Sex zu tun. Als gäbe es nichts anderes.
Da gebe ich dir Recht.

Mich nervt mittlerweile gewaltig, dass der Mensch als solcher, also als Nackter, offenbar offiziell immer sexuell aktiv zu sein hat.
Daher regen sich die Leute ja auch mehr über einen harmlosen Nackten auf als z. B. über pöbelnde, grölende Jungs...
Wie schon weiter oben erwähnt, ein Nackter am Straßenrand gefährdet den (Straßen...)Verkehr, wandhohe, ständig wechselnde Leuchtreklame (vor allem nächtens) z. B. jedoch nicht.

Dieses negative Bild von Nacktheit und Nackten entspricht nun mal so gar nicht der Realität und beeinflusst dabei ja schließlich beides negativ:
Die Nacktheit und die Sexualität.

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » So 6. Jan 2019, 22:07

Campingliesel hat geschrieben:Ich bin schon froh, daß diese Zeitschriften verboten wurden, aber gegen die ständige Präsenz im Internet von Nacktheit in sexueller Weise ist man wohl machtlos, auch wenn Facebook & Co. das eindämmen.
Wenn du seinerzeit schon die Verbote der FKK-Zeitschriften gut fandest, dann ist es nur konsequent, dass du das Verhalten von Facebook, wo bereits nackte weibliche Brustwarzen als Pornografie gelten, auch gut findest. Allerdings ist diese deine Einstellung ziemlich konträr zu der Mehrheit in diesem Forum, die ständig auf diese prüden Amerikaner schimpft.

Wer sich im FKK-Museum die alten FKK-Zeitschriften anschaut, findet dort keine Pornografie, sondern oft nur nacktes Familienleben abgebildet. Sie wurden trotzdem verboten, weil sich die Einstellung der Gesellschaft zur Nacktheit verändert hat.

Als Beispiel sei dieses Titelbild der vom DFK ausgegebenen offiziellen Zeitschrift aus dem Jahr 1971 genannt, das heute so nicht mehr erscheinen könnte: http://www.michis-seiten.de/hefte/fkk/1971-09.html

Ich frage mich, wie kann man in diesem Bild etwas sehen, das verboten gehört.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Tim007 » Mo 7. Jan 2019, 00:06

Das frage ich mich auch.

Auch wenn ich mich wiederhole: Es ist für mich unverständlich, dass in der heutigen Zeit Bilder nackter Menschen als verwerflich angesehen werden können.

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Bummler » Mo 7. Jan 2019, 11:06

Aria hat geschrieben:
Außerdem hast du das Interview nicht richtig gelesen oder verstanden, denn die Pressesprecherin der Kunsthalle Bremen hat eine entlarvende Aussage gemacht - Zitat:

Im öffentlichen Raum, in dem Fall im Internet, bewegen sich Menschen, die Kunst von Nicht-Kunst nicht unterscheiden können.



Das geht mir auch so, manchmal sogar in einer Kunstausstellung. Ich glaube mir fehlt das Kunstverständnis-Gen. Bin ich deshalb ungebildet? Das kann man so oder so sehen. Hinsichtlich der Kunst bin und bleibe ich wohl ein Analphabet, das muss ich zugeben. Obwohl ich mich durchaus mühte, ob im Kunstunterricht, in Museen oder der Literatur. Manchmal fühle ich sogar was, entweder Freude oder das Gegenteil, aber noch nie habe ich verstanden was der Künstler denn sagen wollte. Und!? Warum sagt er es denn nicht einfach so, wenn er was sagen will, warum malt er was auf und wir stehen dann fassungslos und hilflos vor dem Bild und fragen uns, wieso jemand Normales auf so was kommt und was das soll. Hätte er jetzt eine A4-Seite mit Erläuterungen dazu gegeben, ja dann, aber die lassen sie weg und man steht da und trauert dem Eintrittsgeld nach.

Tim007 hat geschrieben:Auch wenn ich mich wiederhole: Es ist für mich unverständlich, dass in der heutigen Zeit Bilder nackter Menschen als verwerflich angesehen werden können.



Ja weil wir es nicht geschafft haben Nacktheit, vor allem anderen, als harmlos zu publizieren.

Selbst schuld.

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Bummler » Mo 7. Jan 2019, 11:41

Aria hat geschrieben:
Damit erübrigt sich auch dein Lamento über das Internet, denn Medien sind nie die Ursache für gesellschaftliche Entwicklungen: Sie sind nur der Spiegel der Gesellschaft.



Der Satz ist am Anfang falsch und am Ende richtig. Das Internet ist verantwortlich für eine gesellschaftliche Entwicklung die offensichtlich falsch ist. Die technische Grundlage bildet das Internet, den Rest machen neben einigen Spinnern die Konzerne.

Beispiel: https://netzfrauen.org/2018/12/30/sexting/
Jugendliche filmten sich beim Sex und stellten es ins Netz. Als sie zur Rechenschaft gezogen wurden, antworteten sie: „Das ist doch heute normal.“


Prägnant auch diese Sätze:
Wenn Jugendliche sich bei Sex filmen und dieses gewollt ins Netz stellen, gerade mal 11 oder 12 Jahre alt sind, nur um mehr Likes zu erhaschen, dann stimmt etwas nicht. Wenn dann auch noch diese Videos weiter verteilt werden, u. a. in sogenannte WhatsApp-Gruppen und sogar von Klassenkameraden, dann ist es an der Zeit, auf Gefahren im Netz hinzuweisen. Doch was kann man erwarten, wenn seit den bekannt gewordenen Selbstmorden nach Mobbing von Kindern vor mehr als fünf Jahren immer noch kein ausreichender Schutz und Gesetze erlassen wurden?


Ja was kann man erwarten? Vor allem das mit der Sanktionierung eigentlich sowieso verbotener Inhalte unsere Ideale den Bach lang runter gehen, jede Form der Nacktheit über den sexuellen Bezug und vor allem deren Missbrauch kriminalisiert wird.

Dabei wollten wir doch bloß liberal sein.

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von HTJ » Mo 7. Jan 2019, 12:29

Aria hat geschrieben:Mit dem Auftreten von nackten Gruppen – siehe Arrangements zu Bildern von Spencer Tunick oder auch von Nacktwandern – in der Öffentlichkeit hat unsere Gesellschaft weniger Probleme als mit einzelnen nackten Männern und in letzter Zeit offenbar auch mit nackten Frauen (siehe den Fall Antje Mönning).

Ich denke nicht daß es etwas mit der Größe einer Gruppe zu tun hat. Wenn Nacktheit mit Kunst zu tun hat ist diese eben ( noch? ) gesellschaftlich akzeptiert.
Weiterhin denke ich nicht daß die Probleme mit der Nacktheit etwas mit der Sexualisierung zu tun hat. Sexualisierung von Nacktheit hat es schon in den 1970er Jahren gegeben, ich denke da nur an die Schulmädchen-Report-Filme. Nein, die Probleme mit der Nacktheit haben angefangen als Nacktheit immer ästhetisch sein sollte. Die meisten Menschen heutzutage unterliegen einen unheimliche Druck einen pefekten Körper haben zu müssen. Die weiteren Probleme mit der Nacktheit sind nur eine Folge dessen.

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