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Gesundheitswahn

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Seelöwe » So 16. Sep 2018, 20:36

Zett, Konservierungsstoff ist etwas anderes als Desinfektionsmittel..
Ozon und UV-Licht desinfizieren, sind aber nach der Wasseraufbereitung weg...
Ja, Chlor bleibt im Wasser gelöst und wirkt konservierend.
Ich bezweifel aber, dass die Mengen Chlor, die bei der „Sicherheitschlorierung“ verwendet werden, überhaupt am Magenausgang ankommen - sie reagieren ja mit allem organischen. Ob die Reaktionsprodukte mit Mundschleimhaut, Speichel, Nahrungsbrei oder Magensaft gesund sind, kann ich auch nicht sagen, keimtötend sind sie sicher nicht.
Aber sicher ist, dass die Trinkwasserentkeimung mit Chlor - wenn sie aufgrund von Rohwasserqualität und Rohrnetzqualität notwendig ist - mehr Menschenleben rettet als vernichtet.
Somit sind wir wieder beim „Gedundheitswahn“...
Grüße vom Seelöwen

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von hajo » So 16. Sep 2018, 20:45

Seelöwe hat geschrieben:Aber was hier wohl gemeint ist, ist keine Neutralisation, sondern eine Abpufferung (schwache Säure wird durch starke Säure verdrängt)
Bei einer Neutralisation (Reaktion Säure mit Base) entsteht nur Wasser (und ein Salz).
Grüße vom Seelöwen
Da wieder hast DU natürlich Recht. Bei der Neutralisation einer Säure oder Base wird nie CO2 frei...

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Zett » Mo 17. Sep 2018, 09:29

Seelöwe hat geschrieben:Aber sicher ist, dass die Trinkwasserentkeimung mit Chlor - wenn sie aufgrund von Rohwasserqualität und Rohrnetzqualität notwendig ist - mehr Menschenleben rettet als vernichtet.
Es gab und gibt sicher auch viele Menschen, die meinen, die Konservierungsstoffe in Lebensmittel würden "mehr Menschenleben retten als vernichten", allerding ist dies - wie bei Dir - mehr Glaube als Wissen. Man muss das Thema ja auch nicht in die Länge ziehen, wenn man keine exakten Belege oder eindeutige Kausalketten hat. Wir hoffen einfach weiter darauf, dass der Schaden durch Chlor im Wasser nicht so sehr hoch ist.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Ralf-abc » Mo 17. Sep 2018, 11:33

Zett hat geschrieben:Es gab und gibt sicher auch viele Menschen, die meinen, die Konservierungsstoffe in Lebensmittel würden "mehr Menschenleben retten als vernichten", allerding ist dies - wie bei Dir - mehr Glaube als Wissen. Man muss das Thema ja auch nicht in die Länge ziehen, wenn man keine exakten Belege oder eindeutige Kausalketten hat. Wir hoffen einfach weiter darauf, dass der Schaden durch Chlor im Wasser nicht so sehr hoch ist.

Was alternative Fakten angeht, kann Du es mit D.T. aber locker aufnehmen.

Über die Ungefährlichkeit von Konservierungsstoffen kann man sicherlich streiten. Aber ohne Lebensmittelkonservierung wären die Menschen das ganze Jahr über auf weitestgehend frische Lebensmittel angewiesen und dann würde bei uns die Lebensmittelversorgung im Winter mehr als schwierig. Ohne Lebensmittelkonservierung gäbe es auch bei uns heute noch alle paar Jahre Hungersnöte und die würden weitaus mehr Menschenleben fordern, als evtl. bedenkliche Konservierungsmittel.
Und was das Chlor angeht: das chloren von Trinkwasser ist nur zulässig, wenn die Trinkwasserqualität durch außergewöhnliche Einflüsse nicht eingehalten werden kann - wenn also zu viele Bakterien im Trinkwasser sind. Wenn Du hier jetzt allen ernstes behaupten willst, dass das Chlor schädlicher ist, als diese erhöhten Bakterienmengen - dann könnten wir auch ganz auf die Qualitätskontrolle des Trinkwassers verzichten.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von hajo » Mo 17. Sep 2018, 13:35

Ralf-abc hat geschrieben: Wenn Du hier jetzt allen ernstes behaupten willst, dass das Chlor schädlicher ist, als diese erhöhten Bakterienmengen - dann könnten wir auch ganz auf die Qualitätskontrolle des Trinkwassers verzichten.
@ Zett

Falls du im Radio hörst oder der Zeitung liest, es müsse in deiner Gegend wegen akuter Bakteriengefahr das Trinkwasser vorübergehend gechlort werden, könntest du ja mal zum Wasserwerk fahren und einige Kanister des nicht gechlorten Wasser zwecks Genusses erbitten.

Du wirst allerdings "politisch" Pech haben, biologisch jedoch Glück: Man darf es dir nicht geben... ;)

Schade eigentlich.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Mecki » Di 2. Okt 2018, 11:38

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 31005.html

@

Ist das nun Wahn oder ein Hoffen darauf, von Krebs Betroffenen helfen zu können? Die ersten Zeilen
des Berichtes lesen sich sehr zuversichtlich. Je weiter "gelesen" wird, um so mehr relativiert sich der
Inhalt....
...und doch stimmt der Inhalt wiederum zuversichtlich, dass es im Kampf gegen den Krebs voran geht.
Freilich ist Forschung immer für die im Hintertreffen, die aktuell betroffen sind.

Dass selbst neueste Entwicklungen nicht für alle Betroffenen gelten, nicht für alle Krebsarten gelten,
wird in dem Bericht herausgestellt. Darmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs - diese Patienten können
profitieren...aber auch nicht alle, weil Therapien nicht bei jedem anschlagen. Hautkrebs (fortgeschrittenes
Melanom vor allem) sieht auch die Chance in diesen Maßnahmen, kommt auch z. T. schon zur Anwendung.

Achtung.... Nebenwirkungen! Die gehen damit einher - können, müssen aber nicht. Die Heftigkeit von
Nebenwirkungen gilt es zu reduzieren, was mitunter schwieriger ist, als durch (neue) Medikamente
Wirkungen zu erzielen.

Was Nebenwirkungen ausmachen können - das Liedchen will niemand hören. Immuntherapien bekommen
zu haben, ließ das Liedchen sehr laut erschallen. Allerdings - dass es mich überhaupt noch gibt, war die
3. oder 4. Stimme bei dem Liedchen.

Gesundheitswahn? Ist das ein Wahn auf etwas zu hoffen, was hilfreich sein könnte? Den letzte Strohhalm als Wahn zu sehen?

Dass diese Medikamente AUCH andere Schauplätze eröffnen können, die durch solche oder ähnliche Therapien ausgelöst werden könnten - vor allem Autoimmun-Erkrankungen - sind die Gefahren.

Immer noch Strohhalm? Immer noch der Wahn, gesund werden zu wollen, ohne ggf. geheilt zu werden?

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Mo 8. Okt 2018, 19:59

In den letzten 50 Jahren gab es mit einer konstanten Regelmäßigkeit positive Meldungen über neue Erkenntnisse und Erfolge in der Krebstherapie. Jede dieser Meldungen war allein für sich ein weiterer "Strohhalm". Aber jede der Erkenntnisse hat die Medizin ein kleines Stückchen weitergebracht. Manche brachten auch mal einen größeren Schritt nach vorn. Darauf hofft man berechtigterweise jetzt auch hier.

Sieh Dir nur die statistischen Erfolge der Krebsbehandlung vor 50 Jahren an und vergleiche sie mit denen von Heute. Die Unterschiede sind über diesen Zeitraum schon sehr groß! Nur kam nichts davon auf einen Schlag, sondern es ging eben Stück für Stück, und die Summe der Stückchen macht einen ziemlich großen Brocken aus. Gerade wegen der immer notwendigen Abwägung der jeweiligen Nebenwirkungen geht es auch nicht so schnell voran, wie jeder Betroffene berechtigterweise hoffen wird. Aber mit der Zeit kommt die Erfahrung, wie es sich mit den Nebenwirkungen verhält, welche Risiken man im Fall des einzelnen Patienten genau prüfen muss, und dann ist man wieder ein Stückchen weiter. Die nächste Generation wird auf jeden Fall wieder eine signifikant höhere Heilungschance bei vielen Krebsarten haben.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Mecki » Mo 8. Okt 2018, 23:24

@

nicht 50 Jahre zurückblickend...10 Jahre, manchmal nur 5 Jahre reichen aus, die riesigen Fortschritte
zu erkennen. Immuntherapien, Hormontherapien, Humangenetik, individuelles "Zuschneiden" von Chemotherapien mit anderen Komponenten von med. Möglichkeiten, bessere OP-Techniken, minimal-
invasive Eingriffe, "und/oder"-Wahl an Therapien, "und/und"-Entscheidung für Therapien ....adjuvante
Therapien, Komplementär-medizinische Begleitung....und, und, und.
...doch es hilft nichts, dass zu wissen, dass es so ist. Selbst betroffen zu sein - glaube mir...das ist der
Horror. Mit jetzt 6 Krebsdiagnosen umzugehen...was soll ich zu den med. Fortschritten sagen? Krebs
ist und bleibt eine heimtückische Erkrankung....hinterlistig, weil keine, bis nur sehr geringe Anzeichen
zu spüren sind.

Es gibt keine Gießkannen-Therapien mehr...nicht mehr "eine für alle"! Die Tumor-Diagnostik ist eine
andere geworden...sehr viel spezifischer. So wird individueller diagnostiziert und später therapiert. Wenn
Tumoren genbedingt sind, wenn sie vererbt wurden...meist vollkommen andere Vorgehensweisen.

"Forschung" birgt auch Gefahren - Beispiel aus der Realität: eine Mutter hat Brustkrebs. 4 Töchter!!! bekommen auch die Brustkrebs-Diagnose...Gen-bedingter Tumor, gesondertes Diagnostik-Konzept, besonderes Therapie-Konzept, besonderes BehandlungsProgramm.
Die Töchter haben Nachwuchs.... auch Mädchen! Sollen diese Mädchen/Jugendlichen/junge Frauen
getestet werden, ob sie auch einen krebs entwickeln KÖNNTEN? Med. kein Problem, das in Erfahrung zu bringen, ob sie eine Disposition haben. Was passiert, wenn sie untersucht werden, tatsächlich eine Disposition vorliegt? Wird das Leben der Kindeskinder beeinflusst, wenn sie von der Disposition erfahren?
Wer soll entscheiden, ob die Kindeskinder untersucht werden? Wer übernimmt die Verantwortung für die
Entscheidung, zu untersuchen, bzw. nicht zu untersuchen? Mit dem Wissen, eine Disposition zu haben - oder besser nicht zu wissen, dass eine Disposition vorhanden sein könnte? Die Disposition zu haben, besagt ja nicht, dass es zu einer Krebserkrankung kommt.

Ist DAS Gesundheitswahnsinn, damit umzugehen? Splittet sich der der Gesundheitswahn?

Humangenetik - was dort auf inzwischen stattfindet.... das ist bahnbrechend. Es bleibt bei den Ergebnissen aber NICHT auf die Suche nach Krebs beschränkt. Es kommt noch viel mehr zum "Vorschein", was den Medizinern bekannt wird - aber... wie geht der Mediziner damit um, MEHR zu wissen, weil die Genetik sehr viel mehr Daten liefert, als gewollt sind? Dem Patient ALLES zu sagen? Dem Patient alles sagen MÜSSEN,
was sich sonst noch in seinen Genen nachweisen lässt...oder wird nur das mitgeteilt, wonach "gesucht" wurde?
Da sind alle involvierten Fachleute seit Jahren in der Diskussion...und es ist ein Wagnis, eine allgemeingültige Entscheidung zu treffen - ALLES zu sagen, bzw. nur das zu sagen, wonach "gesucht" wurde... mit dem Wissen verbunden, dass da noch mehr "schlummert" und auch zum Ausbruch kommen könnte. Und ja ... Veranlagung für Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Alzheimer, MS, Diabetes, und, und, und.... sagt das der Arzt, dass dafür ...und andere Dinge auch.... auch eine Disposition vorliegt? Schweigt er? Wird der Arzt zum Geheimnisträger, weil da ggf. etwas schlummert, was noch heftiger sein wird, als das, nach dem "gesucht" wurde?

Gesundheitswahn? Zweischneidig? Medizinische Forschung - zweischneidig?

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » So 14. Okt 2018, 11:21

Frankreich - Verbraucherschützer fordern Verbot von Solarien – Zitat:

Nun dringt die französische Verbraucherschutzorganisation ANSES darauf, Sonnenstudios zu verbieten. Das erhöhte Krebsrisiko durch den Besuch von Solarien sei seit Jahren bekannt und mehrfach bestätig worden. Die Behörde will damit erreichen, dass Frankreichs Bevölkerung besser vor künstlicher UV-Strahlung geschützt wird.
(…)
In Deutschland ist der Besuch von Sonnenstudios derzeit nur Minderjährigen untersagt. "Ein gänzliches Verbot wird aber früher oder später auch hierzulande kommen", sagt der Arzt und Hautkrebsspezialist Jochen Sven Utikal vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die wohl größte Schwierigkeit dabei: Ähnlich wie beim Genuss von Alkohol und Zigaretten handelt es sich beim Gang ins Sonnenstudio um ein Persönlichkeitsrecht. Jeder darf folglich selbst entscheiden, was für ihn gesund ist und was nicht.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Mecki » So 14. Okt 2018, 12:53

@

das hat aber nichts mit "Wahn" zu tun, vor offensichtlichen gesundheitsgefährdenden Dingen zu warnen,
ggf. zu verbieten. D-Land meint allerdings immer, Persönlichkeitsrechte eingeschränkt zu sehen, wenn
Verbote verhängt würden. In anderen europäischen Ländern werden Verbote verhängt - ohne Rücksicht
darauf, wen es einschränken könnte. Ob dort ein anderer Umgang mit dem Gemeinwohl besteht.... keine
Ahnung.
Dass gewisse Verbote die Solidargemeinschaft entlasten würde, steht allerdings fest. Rauchen und Saufen
belasten die Solidargemeinschaft in einem mittleren 2-stelligen Milliarden-Euro-Bereich ... beim Verbot
von Solarien wäre das ein "Kleckerbetrag" - ein Verbot könnte indes viel Leid ersparen. Viel sinnvoller wäre
es, die Nutzer von Solarien aufzuklären, wie es auch Sinn machen würde, auf die Gefahren ungeschützten
Sonnengenusses hinzuweisen. (Die Hardcore-FKK´ler möchte ich nicht auf den Plan rufen!)

Meine Hautkrebs-Aktion hat inzwischen einen kleinen 6-stelligen Euro-Betrag gekostet - der Solidar-gemeinschaft des Gesundheitswesens.

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