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100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

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100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Konrad R. » So 26. Apr 2026, 20:33


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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Rainer70 » Do 21. Mai 2026, 06:21

Wie war denn die Feier? War ja etwas kühl.

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Dirk75 » Mo 25. Mai 2026, 07:09

Sehr schön.

Vllt. ist der Bericht sichtbar.

https://www.facebook.com/photo/?fbid=17 ... 4917548445

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Neue Freiheit » Mo 25. Mai 2026, 22:40

Nutze kein FB mehr. Vielleicht kann jemand den Bericht kopieren und hier einstellen?

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Dirk75 » Di 26. Mai 2026, 05:34

Goethe & viel mehr …
Erfolgreiche Jubiläumstage des Lichtheideheims Glüsingen

„Und an dem Ufer steh ich lange Tage /
Das Land der Griechen mit der Seele suchend.“

Auffallend ruhig war es im Alten Haus des Lichtheideheims Glüsingen, als dieses Zitat aus Goethes Werk „Iphigenie auf Tauris“ zu Beginn der Jubiläumstage erklang. Es passte genau zum Lichtheideheim, denn Gründer Dr. Walter Fränzel war ein leidenschaftliche Goethekenner, ein wahrer „Goetheaner“, wie Zeitzeugen wissen. Er kannte wohl zu jeder Gelegenheit die passenden Worte des großen deutschen Dichters auswendig. Ein wenig standen die Teilnehmer da, um die Seele und Geschichte des Ortes zu finden.

„Iphigenie auf Tauris“ steht aber noch für einen ganz anderen Markstein in der Lebensgeschichte von Dr. Walter Fränzel, nämlich für den Ersten Freideutschen Jugendtag im Oktober 1913 als Treffen der Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner. Dort führte der Jenaer Sera-Kreis um den Verleger Eugen Diederichs dieses Stück auf. Walter Fränzel gehörte dem Sera-Kreis an und war deswegen ebenfalls auf dem Hohen Meißner.

Stichwort Wetter. Sehr durchwachsen. Es gab Sonnenschein, Regen, Kühle und Wärme. Die Sauna erfreute sich großer Nachfrage. Und wieder der Blick in die Historie: Familie Fränzel entdeckte ihr Glüsingen 1926 im Rahmen ihrer Lichtgeländewoche in der Lüneburger Heide. Diese Entdeckung im Sommer 1926 war auch der Anlass, die Jubiläumstage des Lichtheideheims 2026 zu feiern und nicht erst 100 Jahre nach dem Datum des Geländekaufs und der Schuleröffnung 1927. Die Geschichte des Lichtheideheims gestaltete sich als ein fließender Prozess, denn bereits 1919 hatte Erich Martin hier ein vegetarisches Ferienheim eröffnet, welches im Prinzip die Grundlage für die „Unternehmung“ von Familie Fränzel bildete. Also „Ein Jahrhundert und viel mehr…“, so lautete das Motto der Jubiläumstage, denn die neue Lebensweise vor Ort währt bereits mehr als 100 Jahre.

Vom AKK Birkenheide e.V. bei Berlin war Nils angereist. Hier hatte Walter Fränzel 1925 seine zweite Lichtgeländewoche veranstaltet. Die Macher der Jugendbewegung, der Reformpädagogik und der Freikörperkultur pflegten ein enges Netzwerk. Nils konnte erläutern, warum es damals bei solchen Lichtgeländewochen üblich war, Truppenübungsplätze zu mieten. „Damals durfte Deutschland nur eine begrenzte Anzahl Soldaten unter Waffen halten, dadurch wurden Truppenübungsplätze nicht in ihrer vollen Größe benötigt. Sie wurden vermietet oder sogar verkauft!“

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die gemeinsamen Mahlzeiten und da waren besonders die leckeren vegetarischen Gerichte ein Höhepunkt, die Harald Fränzel vom Campingplatz zauberte, ganz in der Tradition der vegetarischen Ernährung in Glüsingen.
Die Vorbereitung der Jubiläumstage lag in den Händen einer Vorbereitungsrunde gemeinsam mit Familie Fränzel. Unzählige Programmpunkte fanden großen Anklang. Die Tage begannen mit der morgendlichen Sportrunde und dem Team der Nackedei-Buchreihe, Jens und Katja leiteten Kreistänze an, Hellevetika lud z.B. zur Baummeditation und zu einer Trommelreise zum Krafttier, bei der Körpermalerei mit der Nackedeibuchreihe entstanden Tiergesichter, aber auch Clowns, einige Bienenwachskerzen in Gläsern wurden gegossen.

Ein wichtiger Programmpunkt wurde am letzten Abend die Vorstellung des Buches: „Lichtheideheim Glüsingen: Ein Jahrhundert und viel mehr…“ Am Anfang wurde der „Prolog im Himmel“ aus Goethes Faust dargeboten, mit einem fast wirklich authentischen Mephistopheles. Laut den Dokumenten und Erinnerungen von Zeitzeugen war gerade dieser „Prolog im Himmel“ ein Lieblingsstück von Dr. Walter Fränzel, welches er mit Begeisterung und oft selbst vorgetragen hat oder mit verteilten Rollen lesen ließ.

In der Schlussrunde der Jubiläumstage, übrigens in vollem Sonnenschein und im Lichtkleid, fiel unter anderem das Resümee „Die Tage waren so, als wenn wir die Schüler von Dr. Fränzel gewesen wären“.

Der historische Abschiedsgong ertönte drei Mal, damit waren die Jubiläumstage ganz offiziell beendet. Natürlich nicht, ohne vorher noch einmal den Goethe zu zitieren. Der gehörte an diesem verlängerten Wochenende einfach dazu, erreichte aber viel. So erzählte Dietmar: „Mit dem Goethe habe ich mich in der Schulzeit und auch später nicht so richtig beschäftigt. Nach diesen Tagen hier wurde mein Interesse geweckt und ich werde demnächst mal näher in Goethes Werke schauen und lesen“. Dr. Fränzel hätte es gefreut!

Gemütlich ging die Veranstaltung trotzdem locker zur Abreise: Mit einem Abschiedsessen, guten Gesprächen, Gesang und vielen Plänen für 2026 und auch bereits für 2027.

Text & Bilder: Nackedei Buchreihe

 
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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von riedfritz » Di 26. Mai 2026, 06:17

Danke für diesen umfassenden Bericht. Ich kenne den Ort Glüsingen von einigen Wanderungen. Meine Schwester wohnte 40 Jahre im benachbarten Betzendorf. Ich kann mich an eine lange zurückliegende Begegnung erinnern, als mir im Ort ein alter Herr nackt mit weißen Tennisschuhen, Tennissocken, Hut und Spazierstock entgegenkam.

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Neue Freiheit » Mi 27. Mai 2026, 07:04

Danke für den Bericht.

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Rainer70 » Mi 27. Mai 2026, 14:11

Und wie geht es weiter?
Ich plane mal mit Zelt oder Camper zu kommen. Wird man als allein reisender Mann schief angeguckt? Eventuell bringe ich meinen Hund mit. Sollte man sich vorher anmelden oder findet man immer ein Plätzchen?

 
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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Konrad R. » Mi 27. Mai 2026, 15:36

Als allein reisender Mann wirst Du dort nicht schief angeschaut und ein Plätzchen findest Du problemlos.
Sich vorher anzumelden ist immer sinnvoll, damit bei Ankuft auch jemand da ist und wg. des Hundes. Aus der Geländeordnung:
In Absprache können wir Hunde genehmigen. Halten Sie Ihren Hund immer, auch am Wohnwagen, Zelt oder an der Hütte, an der Leine. Keine langen Laufleinen.

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Re: 100 Jahre Lichtheideheim Feier v. 14. - 17. Mai

Beitrag von Hannes 2.0 » Mi 27. Mai 2026, 22:19

Ich war im letzten Sommer mit Zelt und Fahrrad für ein paar Tage dort und
wurde sehr freundlich in Empfang genommen. Susanne, die heutige Betreiberin
der Campingplatzes hatte einen Zwetschgenkuchen gebacken, den sie mit einer Kanne Kaffee
offenherzig anbot. Das war meine erste Begegnung mit lauter netten Menschen, die
wie selbstverständlich alle nackt waren.

Irgendwie ist es einfach ein schönes Gefühl, so unbeschwert von jeglicher Bekleidung
zusammen zu sitzen und sich auszutauschen.

Ich habe den Aufenthalt auf dem Platz sehr genossen. Auch die gemeinsamen Stunden
Abends am Lagerfeuer waren besonders unterhaltsam und schön.

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