Am Samstag 6. Juni machten sich Bruno und ich vom Wanderparkplatz Roter Rain aus auf den Weg. Das Wetter war nahezu perfekt. Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein Himmel, der aussah, als hätte ihn jemand frisch poliert.

Unsere Wanderung führte über knapp 9,5 Kilometer durch die Wälder und Höhen des Südschwarzwaldes. Rund 230 Höhenmeter standen auf dem Programm. Genug, um sich das Feierabendbier zu verdienen, aber zu wenig, um einen Sherpa engagieren zu müssen.
Schon kurz nach dem Start tauchten wir in die wohltuende Ruhe des Waldes ein. Begleitet wurden wir vom Zwitschern der Vögel, dem Rascheln der Blätter und gelegentlich von der Frage, ob wir wirklich an einem Samstag unterwegs waren.
Ein erstes Ziel war die Luisenhütte. Sie hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Im August 2023 wurde sie durch Brandstiftung schwer beschädigt.
So sah die Hütte (und ich) im Sommer 2023 ausWas damals viele Wanderfreunde traurig machte, führte letztlich zu einem Neuanfang. Im Mai 2025 beschloss der Gemeinderat von Kandern den Wiederaufbau in modernisierter Form. Inzwischen steht die neue Hütte wieder an ihrem Platz. Sie ist richtig schön geworden und lädt erneut zum Verweilen ein. Man könnte fast meinen, sie sehe heute besser aus als vor dem Brand.




Von dort ging es weiter zur Rehütte. Auch sie bot einen willkommenen Rastplatz. Die Bänke waren aber ziemlich überwuchert so dass wir die kurze Rast stehend absolviert haben



Rehe liessen sich allerdings keine blicken. Vermutlich hatten sie an diesem Tag ebenfalls Ausgang.
Ein weiterer Pluspunkt der Tour: Von den insgesamt 9,5 Kilometern konnten wir rund 9,1 Kilometer textillos zurücklegen. Lediglich auf einem etwa 400 Meter langen Abschnitt war etwas Stoff gefragt. Der Rest der Strecke erlaubte ungetrübten Naturgenuss mit maximaler Belüftung und minimalem Wäscheaufwand.
Was diese Wanderung jedoch besonders machte, war etwas ganz anderes. Während der gesamten Tour begegneten wir keinem einzigen Menschen. Kein Wanderer. Kein Mountainbiker. Kein Hund. Nicht einmal jemand, der uns nach dem Weg fragen wollte.
An einem sonnigen Samstag grenzt das an ein Naturwunder.
Mehrmals blickten wir auf die Uhr. Dann auf den Weg. Dann wieder auf die Uhr. Irgendwann überprüften wir vorsichtshalber, ob wir versehentlich einen geheimen Feiertag übersehen hatten. Hatten wir nicht.
Je länger wir unterwegs waren, desto mehr entstand der Eindruck, dass Bruno und ich versehentlich eine exklusive Privatwanderung gebucht hatten. Der Schwarzwald gehörte uns ganz allein.

Zumindest für ein paar Stunden.
Der höchste Punkt der Tour lag auf rund 747 Metern über Meer. Von dort führte der Weg gemütlich zurück Richtung Roter Rain. Nach etwas mehr als drei Stunden schloss sich der Kreis wieder.
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Zurück blieb die Erkenntnis, dass man für eine gelungene Wanderung nicht viel braucht. Schöne Wege, gutes Wetter, zwei gemütliche Hütten, angenehme Gesellschaft und die seltene Erfahrung, an einem perfekten Samstag stundenlang keinem einzigen Menschen zu begegnen.
Falls uns unterwegs doch jemand gesehen hat, war er jedenfalls besser getarnt als jedes Reh im Schwarzwald. Vielleicht waren Bruno und ich an diesem Tag tatsächlich die auffälligsten Waldbewohner. Nur leider war niemand da, um das zu bestätigen.