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Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von Campingliesel » So 16. Aug 2026, 12:42

Ich war in den 70ern im jugendlichen Alter. Und seltsamerweise hatte damals niemand wegen der Pubertät ein Problem mit der FKK. Das lag wohl an der natürlichen Einstellung der FKK zum Körper und auch zu den Veränderungen, die eben in diesem Alter jeder erlebt. Jeder wollte erwachsen sein und konnte es gar nicht erwarten, dann auch so auszusehen wie eben Erwachsene aussehen. incl der Behaarung. Keiner wäre je herumgelaufen wie kleine Kinder. Die in den 90ern entstandene plötzliche "Gschamigkeit" der Jugend hatte also gar nichts mit der Pubertät zu tun. Das war ja nichts Neues. Das lag allein an der aufkommenden Sexualisierung. Es wurde nur meistens von den Eltern auf die Pubertät geschoben. Vor allem diejenigen, die die FKK nicht von kleinauf kannten und diese Phase der Pubertät nicht mit der FKK erlebt haben. Meine Eltern kannten das damals zwar auch nicht, aber sie sahen dabei auch keine Probleme. Wo keine Probleme sind, muß man auch keine herbeireden. Und so sind wir alle problemlos durch die Pubertät gekommen und erwachsen geworden. Wenn manche mal eine kurze Zeit Probleme mit ihrem Körper hatten, dann hat sich das schnell wieder gelegt und hat gemerkt, daß niemand deswegen schief angeschaut wird, sondern daß das alles völlig normal ist. Heute reden die Eltern immer davon, daß man Kinder oder Jugendliche nicht zwingen soll. Aber das tut ja auch keiner. Man kann den Nachwuchs schon einfach dadurch motivieren, indem man eben selber ein gutes Vorbild ist und die Kinder einfach "mitnimmt". Jeder ist da eben nackt. Punkt. Früher funktionierte das eben auch genauso. Das Problem ist aber heute leider oft, daß eben dieses ausnahmslose Vorbild fehlt. Man macht schon die Kinder von vornherein zu einer Ausnahme, obwohl die von sich aus gar kein Problem damit hätten, wenn man nicht sagen würde: "Du brauchst nicht, wenn du nicht willst" Warum sollten sie denn eine Ausnahme sein? Und kleinere Geschwister machen es dann oft den größeren nach. Ich habe das alles schon erlebt in den letzten 25 Jahren. Da fehlt einfach die entsprechende Motivation von seiten der Eltern. Es kann sein, daß mancher vielleicht ein paar Tage braucht, aber dann klappt das in der Regel. Solange eben die Ausnahme nicht zur Regel wird. Auch Erwachsene, die zum 1. Mal auf einem FKK-Strand sind, können ein paar Tage brauchen, bis sie merken, daß es kein Problem ist, nackt zu sein. Aber sie können auch dann vom Partner lernen, der das meistens schon kennt.

 
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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von riedfritz » So 16. Aug 2026, 12:52

Ich war in den 70ern im jugendlichen Alter. Und seltsamerweise hatte damals niemand wegen der Pubertät ein Problem mit der FKK.
Durchaus möglich, dass man das als "Betroffene Person" nicht so wahrnimmt und beurteilen kann, weil man nicht den nötigen Abstand hat.
Ich las kürzlich das Buch von Dieter Hildebrandt, "Was mir übrig bleibt" und war überrascht was an mir, als etwas Jüngerem als der Autor, unbemerkt vorbeigegangen ist.

 
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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von Campingliesel » So 16. Aug 2026, 17:20

riedfritz hat geschrieben:
Ich war in den 70ern im jugendlichen Alter. Und seltsamerweise hatte damals niemand wegen der Pubertät ein Problem mit der FKK.
Durchaus möglich, dass man das als "Betroffene Person" nicht so wahrnimmt und beurteilen kann, weil man nicht den nötigen Abstand hat..


Was heißt Abstand? Probleme bei der FKK wegen der Pubertät war eben überhaupt kein Thema. Niemand machte sich darüber Gedanken oder kam plötzlich auf die Idee, nicht mehr nackt sein zu wollen. Man wäre da wirklich sehr aufgefallen, weil eben absolut niemand was an hatte außer eben Frauen während ihrer "Tage" eine Sporthose oder Bikinihose. Aber sonst lief niemand angezogen herum, weder in der Rezeption noch im Supermarkt oder im Restaurant oder beim Sport. Heute haben die Leute anscheinend ständig einen Grund, was anzuziehen außer wenn sie an den Strand gehen. Sogar zum Abspülen im Waschhaus ziehen sich manche noch was an. Aber das ist meistens keine ausgesprochene Badekleidung, sondern halt Shorts und t-Shirts oder luftige Kleider oder Umhängetücher oder Jumpsuits.

 
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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von MarkusMUC52 » Di 18. Aug 2026, 16:00

Ich habe dass Gefühl dass früher alles unbeschwerter war, man hat sich weniger Gedanken über viele Dinge gemacht.
Wenn ich an meine Jugend zurück denke und das mit dem Heute vergleiche ist das ein himmelweiter Unterschied.

Man kann das lernen aber man muss es wollen dann lebt es sich auf jeden Fall leichter

LG Markus

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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von MOCKSI2 » Di 18. Aug 2026, 19:52

naja die einfache Antwort wäre wohl, dass es inzwischen als erwiesen gilt dass mit zunehmendem Socialmedia Konsum zum Einen das Bildungsniveau sinkt und zum Anderen die Angststörungen und Depressionen steigen. Dies ist Folge der massiv als Norm wahrgenommen Photoshop Models auf reals, stories etc. Dies führt mittelfristig zu einer Abnahme der Tolleranz zu sich und seinem Körper ausserhalb dieser "Norm". Ich arbeite mit sehr vielen jungen vorrangig weiblichen Menschen zusammen und habe dieses Thema tatsächlich schon mehrfach angesprochen. Wenn mal wieder 10 hübsche Studentinnen sich darüber unterhalten dass man mit 21 ja unbedingt anfangen muss sich dies und das zu sublimentieren oder gar zu spritzen... Daher passt auf eure Kinder auf, die schlimmen Sachen stehen nicht immer auf Telegram und co aber sie sind in aller Leben.

 
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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von Arno Nühm » Di 18. Aug 2026, 20:30

MOCKSI2 hat geschrieben:naja die einfache Antwort wäre wohl, dass es inzwischen als erwiesen gilt dass mit zunehmendem Socialmedia Konsum zum Einen das Bildungsniveau sinkt und zum Anderen die Angststörungen und Depressionen steigen. Dies ist Folge der massiv als Norm wahrgenommen Photoshop Models auf reals, stories etc. Dies führt mittelfristig zu einer Abnahme der Tolleranz zu sich und seinem Körper ausserhalb dieser "Norm"

Wobei das die Frage aufwerfen würde, warum dann der Rückgang der Popularität der FKK angefangen hat lange bevor Social Media ein Thema waren.

A.

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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von Hannes 2.0 » Di 18. Aug 2026, 21:38

Die persönliche Sichtweise von Campingliesel kann ich gut nachvollziehen.
Ich bin 1962 in Westdeutschland geboren und in einer FKK-Familie groß geworden.
Vieles von dem, was Capingliesel beschreibt, habe ich auch so erlebt.

Wenn es um die FKK geht, waren die Zeiten damals im positiven Sinn viel einfacher und unbeschwerter.
Das gilt ja für viele Bereiche und ist auch nicht verwunderlich.
Wir Alten wissen eben noch, wie es mal war...
Ich möchte das nicht wertend verstanden wissen und auch nicht jammern, heute ist eben Vieles anders.
Wenn man aber als junger Mensch heutzutage gerne nackt sein möchte, auch in Gesellschaft mit Gleichgesinnten,
gibt es immer noch Möglichkeiten. Nicht mehr so viele, wie früher, aber immerhin...

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Re: Gründe für den Rückgang der Popularität der FKK

Beitrag von FNW ♫ » Mi 19. Aug 2026, 09:46

Wir verstehen diese Sorgen und Argumente.

Lasst es uns einmal gegen den Strich bürsten, aus unserem Leben erzählen und sehen, was dabei rauskommt:

Seit wir einfach nackt sind - und dabei ganz normale Sachen tun, freundlich sind, usw. stellt sich die Frage nicht.

Wir tun das, was andere auch tun, eben nackt.
Daheim sowieso, aber auch außerhalb "besonders ausgewiesener Areale" in der Natur:

Wir bringen den Müll, den andere hinterlassen haben, hinaus in den Eimer.
Wir verhalten uns achtsam, zurückhaltend, still.
Wir sind einfach eine, zwei Stunden lang da - bei jedem Wetter, täglich zwei Mal.

So hat sich die Aufmerksamkeit der Leute verschoben:
Sie nehmen uns nicht mehr als "NACKT!" wahr, sondern wissen: Ah-ja, das sind die beiden, die hier für gewöhnlich schwimmen gehen.
Unser Verhalten insgesamt hat sich dabei verfeinert.
Nur an solchen Leuten gehen wir grußlos vorbei, die klar andeuten, keinen Kontakt zu wünschen.
Ein paar Worte hier, andere da. - Haustiere einbeziehen - das wirkt am besten.
Und einen schönen Abend noch, oder einen Guten Morgen!

Wir fragen nicht mehr nach, ob "FKK populär" sei - wir machen uns keine Gedanken darüber, wie es kommen könnte, dass die "Popularität der FKK abnehme". Für uns ist dieses Leben selbstverständlich, wir wissen, wie viel Glück dabei ist, es auch in der Natur leben zu können.
Hier ist eine gewisse Tradition, dass jede/r so sein darf, wie es am angenehmsten ist: nackt oder mit 2 Schichten Badezeug.
Weil wir hier so unbekümmert sind, Handtuch an den Ast und rein ins Wasser, beginnen andere uns das nachzumachen.
Wir freuen uns, klar, doch wir thematisieren das nie: Es sind andere Dinge, die gemeinsames Interesse verdiennen: Wo sin die Biber heute, waren die Schwäne wieder da? Was ist mit all den Zigarettenkippen, sogar jetzt noch, nach dem Waldbrand, der durch Zigarettenasche entstand und 18 Hektar Auwald - die Heimat von Tausenden Tieren - zerstörte...
Und "Wie weit geht es noch?, sobald das Wasser wieder kühl wird.

Schönen Tag.
Guten Abend.
Hallo Ihr!
Na, wart Ihr wieder schwimmen?
Alle Achtung ... bei der Temperatur.


NORMALITÄT ist der Schlüssel.

Nackt im Auto? Nicht normal, aber die beiden wollen ja wieder nur zum Schwimmen. Winken. Anhalten, wenn die Hunde auf der Gasse herumwuseln.
Die sind freundlich, die sind in Ordnung.

Es geht nicht um FKK und die Akzeptanz von "Frei-Körper-Kultur".
Es geht darum, was Leute selber daraus machen.
Das Optimale, bleibt zu erwarten.
Dann ist Akzeptanz auf ganz anderen Ebenen automatisch gegeben.
Also:
FKK mit Hauptgewicht auf Kultur, weniger auf frei, noch weniger auf Körper - denn Körper sind wir ohnehin alle.

Nehmt es - oder übergeht es, wie Ihr mögt. Oft ist das Ignorieren anderer Modelle auch ein gewisser Selbstschutz, nichts an der eigenen Einstellung ändern zu müssen. Auchg das ist okay, bloß soll es nicht durch ständige Wiederholung (ohne zu klagen, oder doch mit Bedauern, aber eben festgefahren) zur künftigen Norm werden.

Nicht sich rechtfertigen, nicht zusammenzucken, sondern die gewonnene Freiheit - zur Erleichterung aller - einfach behutsam leben.
Das fällt nur dann schwer, solange wir - als "zahlenmäßige Minderheit" - davon ausgehen, dass "FKK" erst durch andere "toleriert" oder "erlaubt" werden möge (oder gar das Ersuchen um Erlaubnis - oder das Demonstrieren - eine Bedingung für Akzeptanz sei).
Wer aus der "numerischen Mehrheit" fragt jemals nach, ob das Tragen von Gewand "toleriert" oder "erlaubt" werden möge?

Viele Grüße aus Wien!

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