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Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Hannes 2.0 » Mi 10. Jun 2026, 22:40

Hallo Trixi, hallo ynda,
sehe ich genauso: Da, wo es passt zeige ich mich nackt und dort, wo es aus
den verschiedensten Gründen nicht passt, beharre ich nicht darauf nackt zu sein.

Ich persönlich pflege auch eine gewisse Form der Toleranz, oder besser Akzeptanz
gegenüber Andersdenkender. ;)

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Do 11. Jun 2026, 06:22

Hier gibt es etwas zum Lernen für diejenigen, die unter Toleranz und Akzeptanz Anderes verstehen, als es gemeinhin vorgesehen ist:

https://drive.google.com/file/d/1vCY33r ... sp=sharing

Christof Gramm, ein sehr anerkannter Jurist und ehemaliger Chef des MAD, macht mit diesen Ausführungen sehr deutlich, dass unter Toleranz eine Geisteshaltung zu verstehen ist, die bestimmte Lebensarten/Handlungen anderer Zeitgenossen ablehnt, die aber der rechtlichen Zulassung wegen eben zu dulden sind. Unter Akzeptanz verstehe ich deutlich mehr als nur Duldung einer bestimmten Lebensart, sondern ausdrückliche Zustimmung.

Und wenn es dann bei diesen obigen Ausführungen von mir – "Freude, dass es diese Pflicht zur Toleranz gibt" – um die redliche Nacktheit geht, habe ich immer sehr deutlich gemacht, dass die Sozialadäquanz zu beachten ist. Dazu also noch einmal:

https://drive.google.com/file/d/1YflwQE ... sp=sharing

Axel Geertz

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Do 11. Jun 2026, 07:38

Ein Nachtrag zur Sozialadäquanz der redlichen Nacktheit, wen es denn interessiert:

Ich bin weiter damit beschäftigt, meine Formulierungen im „Das Manifest der redlichen….“ zu verifizieren. Sozialadäquate Nacktheit hatte ich dort, wie in nachstehender Frage an ChatGPT definiert. Die Richtigkeit in etwa bestätigt mir die Antwort von ChatGPT sehr präzise. Die hier gefragte "KI" bringt Wahrheiten nicht verbindlich; aber "Denkhilfen".
-----
Frage an ChatGPT: Ist redliche Nacktheit, also nicht sexuell konnotiert (§ 183 StGB), in der Öffentlichkeit sozialadäquat zu verstehen, wenn sich diese redliche Nacktheit darauf beschränkt, nur dort auch praktiziert zu werden, wo Badekleidung akzeptiert wird und völlige Nacktheit nicht ausdrücklich verboten ist?

Antwort von ChatGPT
: Die Frage berührt sowohl die rechtliche als auch die sozialethische Ebene.
Rechtlich ist in Deutschland bloße Nacktheit grundsätzlich nicht automatisch strafbar. § 183 StGB (exhibitionistische Handlungen) erfasst nur bestimmte sexuelle Handlungen von Männern gegenüber anderen Personen und setzt eine sexuelle Motivation voraus. Nicht-sexuelle („redliche“) Nacktheit fällt daher regelmäßig nicht unter § 183 StGB.
Allerdings bedeutet das nicht, dass jede Form öffentlicher Nacktheit überall erlaubt oder sozialadäquat ist. Zu unterscheiden sind:
• Strafrecht: Bloße Nacktheit ist in der Regel nicht strafbar.
• Ordnungsrecht: Kommunen können örtliche Regelungen erlassen, die Nacktheit an bestimmten Orten untersagen.
• Hausrecht: Betreiber von Schwimmbädern, Seen, Parks oder anderen Einrichtungen können Bekleidungsregeln festlegen.
• Soziale Adäquanz: Das ist keine exakt definierte Rechtskategorie, sondern hängt stark von den gesellschaftlichen Erwartungen am jeweiligen Ort ab.
Zu deiner konkreten Überlegung:
Wenn jemand Nacktheit ausschließlich an Orten praktiziert,
1. an denen Badekleidung allgemein akzeptiert ist (Strand, Badesee, Liegewiese usw.),
2. an denen vollständige Nacktheit nicht ausdrücklich verboten ist,
3. und dies ohne sexuelle Zielsetzung oder aufdringliches Verhalten geschieht,
dann spricht vieles dafür, dass die Nacktheit eher als sozialadäquat wahrgenommen werden kann als etwa in einer Fußgängerzone, einem Supermarkt oder im öffentlichen Nahverkehr.
Dennoch folgt daraus nicht automatisch eine allgemeine rechtliche oder gesellschaftliche Anerkennung. Die Beurteilung hängt von den konkreten Umständen ab, etwa:
• Ist der Ort für Nacktbaden bekannt oder üblich?
• Wie werden andere Besucher typischerweise auftreten?
• Entsteht ein Konflikt mit örtlichen Regeln oder dem Hausrecht?
• Wird die Nacktheit als rücksichtsvoll oder als Provokation wahrgenommen?
Die deutsche Rechtsprechung hat historisch gegenüber der Freikörperkultur oft eine vergleichsweise tolerante Haltung gezeigt, insbesondere an Stränden, Seen oder Erholungsflächen. Eine pauschale Regel „wo Badebekleidung erlaubt ist und Nacktheit nicht verboten ist, ist Nacktheit sozialadäquat“ gibt es jedoch nicht.
Kurz gesagt: Deine Formel beschreibt einen Umstand, der die Annahme von Sozialadäquanz deutlich unterstützen kann. Sie begründet aber keine allgemeingültige Vermutung, weil die soziale Adäquanz immer vom konkreten Ort, den örtlichen Gepflogenheiten und den Umständen des Einzelfalls abhängt.
-----
Begrüßenswert sehe ich es, dass ChatGPT neben der rechtlichen nur noch die sozialethische Ebene bei der Prüfung einer Zulässigkeit der fraglichen Nacktheit anspricht. Also nicht die moralische Ebene. Und bei der sozialethischen Ebene sehe ich dann das naturrechtliche Verständnis von Nacktheit als relevant.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Nudehiker » Sa 13. Jun 2026, 10:20

Ich denke, dass der Wunsch nach Toleranz nicht mit einer Forderung selbiger geäußert werden sollte, sondern eher durch ein entspanntes lächelndes Vorleben.
Die Welt ist voller Vorurteile und dies wird immer so bleiben; die Forderung um Toleranz kann arg nach hintenlosgehen, wenn sie die Gesellschaft überfordert.
Als Naturist sollte man dies auch so erkennen und nichts erzwingen; ansonsten nehmen Vorurteile zu.

Je älter ich werde umso weniger will ich missionieren; ich bin auch die Erklärung manchem Menschen gegenüber leid, dass FKK nichts mit Erotik zu tun hat, da ich mich nicht gedanklich davon vereinnahmen lassen will. Es ist was es ist.

Eine Pflicht zur Toleranz muss nicht sein; alle wollen Vorfahrt haben. Ein jeder lebt sein Leben und für so manchen gehört die natürliche Nacktheit einfach dazu.

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Sa 13. Jun 2026, 10:31

Hallo, Nudehiker,

man kann gerne schreiben: „Eine Pflicht zur Toleranz muss nicht sein“; aber die Pflicht zur Toleranz rechtlich zulässiger Handlungsweisen – also auch der redlichen Nacktheit – ist nun einmal verfassungskonform. Ihr Schreiben ändert daran nichts!

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Sa 13. Jun 2026, 10:41

Und nicht nur für Nudehiker:

Den Kritikern der Pflicht zur Toleranz der rechtlich erlaubten Handlungsweisen gemäß Art. 2 Grundgesetz – also auch das redliche Nacktsein im öffentlichen Raum – sei deutlich gesagt, dass diese Rechtspflicht (siehe Aufsatz von Christof Gramm) für jeden von Bedeutung ist, wenn es zu Auseinandersetzungen mit Gegnern der fraglichen Lebensarten – ggf. auch vor Gerichten - kommt. Moralisten, die nur ihre eigene Lebensart für angemessen halten, haben bei einer solchen Rechtslage keine Chance. Wer sich also in redlicher Art und Weise nackt im öffentlichen Raum bewegt, sollte sich seiner rechtlichen Position sehr bewusst sein.
Aber selbstverständlich kann man auch als Nacktwanderer in die Büsche springen, wenn man Bekleideten auf dem Waldweg nicht in die Arme laufen will: Chacun à son goût!

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Trixi » Sa 13. Jun 2026, 11:17

Nudehiker hat geschrieben:Ich denke, dass der Wunsch nach Toleranz nicht mit einer Forderung selbiger geäußert werden sollte, sondern eher durch ein entspanntes lächelndes Vorleben.

Eine Pflicht zur Toleranz muss nicht sein; alle wollen Vorfahrt haben. Ein jeder lebt sein Leben und für so manchen gehört die natürliche Nacktheit einfach dazu.

Goldrichtig :!:

Es braucht weder ein Manifest, keine militante Sichtweise/Herangehensweise - noch die immergleichen Forderungen.
Und seitenlange Erklärungen sowie ständige Wiederholungen braucht es erst recht nicht.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Wendelin1971 » Sa 13. Jun 2026, 11:34

Seltsame Diskussion hier.

Ich finde es grundsätzlich fragwürdig ChatGPT zu irgendwas zu befragen. Ich traue der KI nicht, da sie mehr von den USA und China lernt, als uns lieb sein kann. Aber, das nur am Rande.

Leute, quatscht nicht über redliche Nacktheit, lebt sie einfach.
Gerne im (Schreber-) Garten oder auf Waldwegen.

Irgendwie typisch deutsch: sabbeln statt tun.

Das Erleben eines nackten Wanderers wird Reaktionen hervorrufen und im Optimalfall die Akzeptanz fördern und Nacktheit zu etwas alltäglichen machen.

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Sa 13. Jun 2026, 13:05

Wendelin1971, ist das:
sabbeln statt tun
nicht exakt der Inhalt Deines Kommentars?

Und ich hoffe nicht, dass das „typisch deutsch ist“ sondern nur typisch Wendelin1971.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Roki » Sa 13. Jun 2026, 16:45

Wendelin1971 hat geschrieben:Das Erleben eines nackten Wanderers wird Reaktionen hervorrufen und im Optimalfall die Akzeptanz fördern und Nacktheit zu etwas alltäglichen machen.

Die organisierten Nacktwanderungen sind derzeit wirklich sehr erfolgreich. Dies sollte auf jeden Fall helfen und eine gute Gelegenheit sein, den Nudismus neu zu beleben und damit die Akzeptanz von Nacktheit in der Öffentlichkeit in der Gesellschaft zu fördern. Gesetze sind wichtig und müssen beachtet werden, aber man darf nicht vergessen, dass der Mensch immer im Mittelpunkt stehen muss, mit seinem unveränderlichen Bedürfnis, in Kontakt mit der Natur zu bleiben und in voller Harmonie mit ihr leben zu können. Der Nudismus verkörpert dieses grundlegende Konzept, indem er den nackten menschlichen Körper in der Öffentlichkeit fördert, da er selbst ein Teil der Natur ist.
...Jetzt genug Geschwätz auch von meiner Seite, und lasst uns besser sofort alle für den nächsten organisierten Nacktwanderung in unserer Gegend anmelden! ;-)

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