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DFK

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Re: DFK

Beitrag von flaucherer » Sa 13. Jul 2019, 18:31

Eule hat geschrieben:Der DFK ist ein Dachverband, der sich um die Interessen seiner Mitgliedsverbände und seiner Fördermitglieder kümmert. Er ist somit kein Verband, der sich um die Belange des Naturismusses und des Nudismusses im Allgemeinen sorgt oder als ein Interessenverband hierfür anzusehen ist. Dieses wird aus der Definition des DFK's bezüglich des Naturismusses deutlich. Das naturalistische Erleben finde dort nur mit und in einer Gruppe statt. Als Gruppe wird hier nur die Gruppe verstanden, die sich einem formellen Verband angeschlossen hat.

Wer hier etwas anderes Erwartet, verfehlt die Aufgabenstellung und Zielsetzung des DFK als Verband.


Und ziemlich genau wegen solcher Definitions-Huberei habt Ihr auch so einen Ruf als Spießer... :roll:

Inhaltlich kann ich ihn übrigens nicht nachvollziehen.
Aber bitte, wenn mittlerweile wirklich gar nichts mehr Bestand haben soll was mal gegolten hat, dann macht halt die inf-fni auch noch kaputt, Hirnakrobaten.

..

 
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Re: DFK

Beitrag von Eule » Sa 13. Jul 2019, 22:32

@ flacherer
Und ziemlich genau wegen solcher Definitions-Huberei habt Ihr auch so einen Ruf als Spießer... :roll:
Wer ist hier "Ihr"?

Mir ist nicht ganz verständlich, was du unter "Definitions-Huberei" verstehst? Wenn es um die Definition des DFK um den Begriff von Naturismus geht, so bedenke bitte, dass dieser Begriff mit einem Sinn gefüllt werden muss, damit jeder weiß, was darunter zu verstehen ist. Bedenke bitte in welchen Umfange das Kürzel "FKK" vom Rotlichtgewerbe missbraucht wird. Der Begriff "FKK" wird ja selbst hier in diesem Forum sehr unterschiedlich verstanden und genutzt.

Wenn du darunter verstehst, dass der DFK in seiner Satzung eine Definition für den Begriff Naturismus verwendet, dann solltest du beachten, dass selbst jeder Sportverein in seiner Satzung eine Definition des Begriffes "Sport" hat. Denn diese Definition hat die Aufgabe, den Sinn und Zweck des Vereins allgemeinverständlich darzustellen. Es ist im deutschen Vereinsrecht vorgeschrieben, dass jeder Verein in seiner Satzung ausführt, was der Sinn und Zweck des Vereinsgeschehens ist. Die Erfüllung dieser rechtlichen Vorschrift hat also mit "Spießigkeit" nichts zu tun. Dein Vorwurf, sollte dieser so begründet sein, geht dann ins Leere.

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Re: DFK

Beitrag von flaucherer » So 14. Jul 2019, 02:16

Ist klar, Schätzchen.
Lern erst mal Namen richtig zu schreiben ;-)

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Re: DFK

Beitrag von BOeinNackter » So 14. Jul 2019, 16:30

Eule hat geschrieben:@ derTräumer
Im Gegensatz zu dir ist mein Beitrag ohne negative Bewertung.

Ich räume gerne ein, dass der DFK sich in der Diskussion um "freie FKK'ler" nicht immer glücklich argumentierte. Dieses ist kein spezielles vom DFK, es ist ein generelles Problem von Verbandsvertreter generell.

Seit es mal in der DFK-Zeitschrift positive Berichte über Nacktwanderer gab, mögen viele Vereinsmitglieder den DFK noch weniger. Überraschend viele Vereinsmitglieder verstehen nicht den Sinn des Dachverbandes, obwohl er z.B. als besonderes Mitglied des DOSB an relativ prominenter Stelle den Nacktsport vertreten könnte. Nacktsport ist allerdings in manchen Vereinen gar nicht gern gesehen.
Es kommt immer wieder zu Diskussionen, ob man nicht aus allen Verbänden austreten sollte. Als Gegenargument dient dann häufig die Gemeinnützigkeit durch den Sport. Leider wird dadurch auch propagiert, dass der Sport wichtiger als die Freikörperkultur sei. Eine Vertretung der Freikörperkultur auf höchster Ebene wird kaum erwartet.
Das DFK-Führungspersonal bewegt sich also mit einigen seiner Aktivitäten an der Grenze dessen, was die Mitglieder der Vereine akzeptieren mögen.
Dass FKK-Vereine zu einem Sportverband gehören, hat mit der Gleichschaltung der bürgerlichen Verbände im "Bund für deutsche Leibeszucht" unter dem Nationalsozialismus begonnen. Dieses wurde von einem Dessauer Wandervogel und NSDAP-Mitglied, Herrn Bückmann, betrieben. Die Mitglieder der Ortsgruppen mussten mindestens das Sportabzeichen machen und regelmäßig trainieren. Nicht nur auf der Seite des DFK wurde und wird er deshalb als eine Art Retter der FKK geehrt.
https://www.dfk.org/geschichte-der-freikoerperkultur
Die Vereine, die den Nationalsozialismus überlebt haben, wurden aber auch dadurch mit Sicherheit beeinflusst. Es gab und gibt kaum eine ehrliche Forschung und Aufarbeitung.
Nach dem Krieg wurden alle NS-Organisationen verboten und aufgelöst. Alle Sportvereine und Verbände mussten sich neu gründen. Der DFK entschied sich nach seiner Gründung wieder dafür, ein Sportverband zu sein und wurde Mitglied im DSB. Man hätte auch anders entscheiden können. Gemeinnützigkeit geht auch über Kultur oder Traditionspflege. :D

 
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Re: DFK

Beitrag von norbert » So 14. Jul 2019, 16:46

flaucherer hat geschrieben:Ist klar, Schätzchen.
Lern erst mal Namen richtig zu schreiben ;-)

Man sollte sich an einem fehlenden Buchstaben nicht hochziehen.
Wenns nicht von Eule käme, würde ich glauben, der flacherer wäre ironisch gemeint.

 
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Re: DFK

Beitrag von Eule » Mo 15. Jul 2019, 18:34

@ BOeinNackter
Warum der DFK sich als Sportverband organisierte und nicht als ein Verband der Gesundheitspflege, dann da hätte er nach meiner Meinung hingehört, weil FKK keinen besonderen Bezug zur Tradition oder Heimatpflege hat, weiß ich nicht. Mir gegenüber wurde dieses immer begründet mit der finanziellen Förderung, den man als Sportverein erhalten kann. Ob es damals oder heute eine andere Form der Gewinnung von öffentlichen Fördergeldern gibt, weiß ich ebenfalls nicht. So betrachte ich die Mitgliedschaft des DFK's im DOSB als einen kleinen Schönheitsfehler.

Die meisten FKK-Vereine haben sich, soweit ich es sehe, zu einem Campingverein mit sportlichen Aktivitäten entwickelt, wobei diese sportlichen Aktivitäten oftmals nur formel vorhanden zu sein scheinen. Aber der Begriff des Breitensports lässt sich ja weit ausdehnen.


@ flaucherer
Auch wenn ich nicht dein "Schätzchen" bin, so entschuldigen bitte, dass der Buchstabe "u" in deinem Namen fehlte. Ich hatte nicht gesehen, dass die Tastatur diesen Buchstaben nicht weitergeleitet hatte oder ich diesen irrtümlich löschte. Es ist leider so, dass man im 8. Lebensjahrzehnt die kleinen Buchstaben nicht immer erkennt, sei es, dass dieser zuviel oder zuwenig ist.

Jedoch sehe ich, dass du weder sachlich noch fachlich etwas an meinem Beitrag zu beanstanden hast oder hier eine andere Meinung vertrittst.

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Re: DFK

Beitrag von BOeinNackter » Mi 17. Jul 2019, 14:38

Das mit der Traditionspflege gilt als Grund für Gemeinnützigkeit für manchen Trachtenverein. Von mir war das jetzt nicht so ernst gemeint.

Vor dem Nationalsozialismus gab es eine Vielzahl von Verbänden. Die Vereine waren z.T. gar keine Vereine und nannten sich auch lieber Bund oder Liga. Im Nationalsozialismus gelang es einigen völkisch und auch nationalsozialistisch orientierten Personen, die vorhandenen Gruppen und Gelände unter dem Dach eines Kampfringes für völkische Freikörperkultur zusammenzufassen. Herr Bückmann hatte in Dessau schon vorher ein neues FKK-Gelände, in Konkurrenz zu einem bestehenden, eingerichtet, wo er seine sportlich, kämpferischen Ideen mit der FKK verband. Hans Surén hatte sich geweigert, die Führung des Kampfringes zu übernehmen und so tat es Karl Bückmann selbst. Der Kampfring wurde zum Bund für deutsche Leibeszucht, der Mitglied im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen wurde. Damit wurde die FKK erstmals einem Sportverband untergeordnet.

Da alle NS-Organisationen nach dem Krieg verboten wurden, musste der ganze Sport in Deutschland neu organisiert werden. Dass der DFK später Mitglied im DSB wurde, wird sicher nicht nur an der dadurch erreichten Gemeinnützigkeit liegen. Es hätte dazu andere Möglichkeiten gegeben. Die Frage ist, wie sehr hier die Entwicklungen der NS-Zeit und Kontinuität der Personen weitergewirkt hat.
Erhard Wächtler, der damalige (1958) Vorsitzende des Verbandes wird auf der DFK-Seite dazu zitiert.

„Sport ist nur ein Teilbereich vom Wesen und Wollen der deutschen Freikörperkulturbewegung, er gehört aber untrennbar dazu und ist aus unserer Zielsetzung als Beitrag zur körperlichen Gesundung unseres Volkes nicht wegzudenken“.

Von der Gesundung unseres Volkes war auch nach dem 1. Weltkrieg oft die Rede, wenn es um Werbung für Sport, Gymnastik oder Tanz ging.

Dazu kann man sich auch den Eintrag auf der Seite des FKK-Museums den Eintrag unter
https://fkk-museum.de/bilder/170_01.jpg
ansehen.

 
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Re: DFK

Beitrag von Eule » Mi 17. Jul 2019, 17:00

@ BOeinNackter
Danke für deinen sehr informativen Beitrag.

Ja, ich denke, dass das NS-Regime der Tot der FKK-Bewegung als Reformbewegung war. Denn FKK war mehr, als nur ohne Kleidung sich in der Natur aufhalten, bewegen oder Sport zu treiben. Folgerichtig nennen sich die im DFK organisierten Menschen jetzt Naturisten. Die Idee der Reformer, den gesamten Mensch in seinem gesamten Leben zu erfassen, ist jetzt reduziert auf ein bestimmtes Freizeitverhalten. Dieses jetzt unabhängig davon, ob die Menschen heute im DFK organisiert sind oder nicht. Diese Einschränkung gegenüber der ursprünglichen FKK-Idee, die eine Vielzahl von Ausprägungen kannte, wird in der Definition bezüglich des neuen FKK-Verständnisses deutlich.

Es könnte sein, dass sich jetzt ein neues nachhaltiges Bewusstsein für die Belange der Umwelt bildet und dieses neue Umweltbewusstsein über den Gedanken des Naturschutzes hinaus geht und das persönliche Handeln des einzelnen Menschen erfasst. Dann könnte sich ein neuer FKK-Gedanke entwickeln, der die Ideen der Reformbewegung wieder zum Teil aufnimmt. Hierfür müsste nur der Gedanke des Klimaschutzes vom Wetter, Meeresspiegelerhöhung, Klimaschutzes und Verkehr auch auf das persönliche Handeln des einzelnen Menschen erweitert werden.

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Re: DFK

Beitrag von BOeinNackter » Do 18. Jul 2019, 10:36

Was du ansprichst, finde ich sehr wichtig.
Geschichte finde ich sehr interessant. Wir sollten aber immer dabei daran denken, das die Menschen früher vieles nicht wussten, was wir heute wissen. Außerdem leben wir heute in ganz anderen Zusammenhängen. Deshalb können auch Regeln und Gesetze aus uralten Büchern nicht Handlungsanweisungen für uns sein.
Wir sollten viel mehr darüber nachdenken, wie wir uns die Zukunft vorstellen und wünschen. Dazu können wir vielleicht etwas aus der Geschichte lernen wenn wir nicht fragwürdigen Mythen hinterher laufen. Wir können eben nicht in eine angeblich bessere Vergangenheit zurück, die es vielleicht nie gab.
Selbst in FKK-Vereinen dient der Mythos einer glorreichen Vergangenheit dem Versuch, den alten Mitgliedern mehr Autorität zu verschaffen. Da gibt es in FKK-Vereinen das Bild der familiären Vereinsgemeinschaft. Familienmitgliedschaft und Familiensport spielen immer noch eine große Rolle. Familien verändern sich aber ständig und lösen sich auf und werden abgelöst, auch wenn manche Patriarchen bis an ihr Ende weiter auf ihrer Autorität beharren wollen.
Ich in meinem Alter kann vielleicht manches sagen und versuchen auf meine Art weiter zu geben. Dazu können auch meine Zukunftsträume gehören. Wie es tatsächlich weitergeht, sollten Jüngere für sich entscheiden.

Ich habe die Hoffnung, dass die heutigen Gelände den nächsten Generationen eine Basis bieten, neue Möglichkeiten eines neuen Naturismus zu versuchen. Dazu kann manches von deinen Vorstellungen gehören.

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