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Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Arno Nühm » Mi 22. Jul 2026, 19:35

riedfritz hat geschrieben:Ein paar Nackwanderer werden hierzu wohl nicht ausreichen!

Also zumindest an mir hat die Gegend um Undeloh Geld verdient (für u.a. 2 Übernachtungen und diverse Essen) dass ich ohne die Existenz des dortigen Naturistenwegs nicht dort ausgegeben hätte...
Für den Harz hatte ich ähnliches geplant, aber das ist dann an logistischen Problemen gescheitert. Wobei ich im Harz auch schon völlig unabhängig von der Existenz des Nackwanderwegs war, nur halt nicht in der Gegend um Wippra.

FreshAndFree hat geschrieben:... in dem Gebiet rund um den Stausee Wippra, also das Niemandsland zwischen den Landkreisen, sind in der OSM fast gar keine Wandermarkierungen verzeichnet.

Also auf Waymarkedtrails ist schon einiges eingezeichnet, z.B. ein "Rundwanderweg Talsperre Wippra", der z.T. gemeinsam mit dem Naturistenstieg verläuft. Und entlang des Wippertals (d.h. auf der anderen Seite der Talsperre) sind sowieso einige Wege.

Konrad R. hat geschrieben:Der Campingwart hat den Weg initiiert, sich aber aus dem Projekt zurückgezogen, da sich Dauercamper durch die Nackten im Wald (der Weg begann nicht auf dem Platz, sondern ein paar hundert Meter entfernt) gestört fühlten und den Platz verlassen haben.

Mit so einer Reaktion der Camper hätte ich in der Gegend nun überhaupt nicht gerechnet. Aber es erklärt natürlich einiges. :(

A.

 
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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Konrad R. » Mi 22. Jul 2026, 20:40

Es war, oder ist noch ein Textilcampingplatz und die Camper waren vielfach nicht aus der Gegend. Niederländer waren z.B. auch gut vertreten.

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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von regenmacher » Mi 22. Jul 2026, 21:34

Ursprünglich kam der damalige Tourismusbeauftragte für den Harz auf die Idee, als er die Aufzählung von Wanderarten in einem damaligen Wikipedia-Artikel las. (mein damaliger Artikel zum Thema Nacktwandern gibt es dort heute nicht mehr, er ist von andern in einem übergeordneten Artikel eingearbeitet worden). Für etliche Zeit ist die Idee immer mal wieder bei Versammlungen von dortigen Wandervereinen (Harzclub e.V) aufgetaucht - nicht als ersthafter Vorschlag, sondern eher als "running gag". Bis jener Gastwirt aus Dankerode, ein umtriebiger Mensch, die Sache aufgriff und von sich aus einfach mal einen Weg festlegte, der - er war auch Geschäftsmann - von seinem, der Gaststätte angegliederten Campingplatz leicht erreichbar war (wenige hundert Meter). Es waren fortwirtschaftliche Wege, die sich bekanntermaßen auf kurzen Zeitskalen ändern können. Das geschah damals noch ohne die Zustimmung der zuständigen Gemeinde. Im weiteren Verlauf nahm der Gastwirt aber wieder Abstand von der Idee. Ob es an nicht gewünschten Nutzern des Weges, oder - wie er auch einmal angab - an den unangenehmen Fragen von BILD-Reportern an seine Tochter (oder Töchter?) lag, kann man heute nicht mehr sagen ... Nachdem aber geklärt war, dass nicht Wippra sondern die "Verbandsgemeinde Sagenhausen" zuständig war, wurde deren Bürgermeister zu einer der Einweihungsfeiern eingeladen (jawohl, es gab mehrere - kürzlich wurde im Postilion ein Forto veröffentlicht, das von einer dieser Einweihungsfeiern stammt) Der Bürgermeister von Sangerhausen scheint Sinn für Humor gehabt zu haben: Er sagte seine Teilnahme mit der Begrüdung ab, er habe "nichts passendes anzuziehen".

Im weiteren Verlauf tauchte der Naturistenstieg immer mal wieder in den großen TV-shows auf - z.B. in einer größeren Quiz-Sendung im ZDF, in der die damalige Orts-Bürgermeisterin von Wippra ausführlich Reklame für den Naturistenstieg machte.

Das Hinweistafeln immer mal wieder abmontiert wurden, muss übrigens nicht an Nacktwander-Gegnern, sondern kann auch an Nacktwandernde liegen, die die Tafeln bedauerlicherweise als "Andenken" mit sich nehmen.

Die Pflege des Stieges können nur Ortsansässige übernehmen. Der Harzklub e.V. verfügt über mehr als 70 Zweigvereine - einer davon in Wippra. Wie kann man den aktivieren? Im hier irgendo zitierten Artikel wird davon geschrieben, dass der Naturistenstieg teilweise über bereits bestehende, vermutlich regelmäßig gepflegte Wanderwege führt. Das kann ein Anknüfungspunkt sein - um den Zweigverein in Wippra zu gewinnen. Ich habe - inwischen sind ja viele Jahre vergangen - keinen hinreichenden Überblick zur örtlichen Situation, aber vielleicht ist es möglich, die gemeinsame Wegstecke mit anderen Wanderwegen zu erweitern.

Für eine kurze Zeit hat übrigens eine junge Aktivistin dort eine Rolle gespielt. Jener Gastwirt wollte ihr damals ein leehrstehndes (Forst?)haus vermitteln - quasi als naturistischer Stützpunkt. Ich habe ihren Namen wieder vergessen. Hanna ? - oder so ähnlich. Sie wechselte dann aber nach Lübeck und von dort nach Zypern.

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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Trixi » Mi 22. Jul 2026, 22:52

Besten Dank für Deine Zusammenfassung. Hast echt jeden Punkt angesprochen. Gefällt mir.

:)

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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von NaturKraxler » Mi 22. Jul 2026, 23:33

Danke an @Andreas u. Uta sowie @Tom_aus_SÜW für das Sichtbarmachen dieses Artikels bzw. Themas.

riedfritz hat geschrieben:Ich gehe mal davon aus, daß es kein "Gemeindewald", sondern Staatsfost ist. Aufgrund DDR-Vergangenheit wahrscheinlich kein Privatwald! Also liegt die Unterhaltsverpflichtung für die Wege wahrscheinlich beim Land bzw. beim Bund und die werden die Wege nur insoweit unterhalten, als sie für die Forstwirtschaft, aber nicht für den Tourismus von Belang sind.

Soweit ich es vom Süden der Republik aus erkenne, dürfte es tatsächlich großflächiger Staatswald sein, der innerhalb vom Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt zum Forstbetrieb Süd gehört. Bei "Übersicht" auf die Karte klicken zum Vergrößern und Hineinzoomen - die Waldflächen (hellgrün) sind im Eigentum des LFB (Landesforstbetrieb) dunkelgrün markiert.
Der Stausee und die Wipper (vgl. OSM) düfte zumindest teilweise die (rote) Reviergrenze "Bodenschwende-Schiefergraben" darstellen.

Ähnlich wie bei dem Äquivalent Bayerische Staatsforsten, ist deren primäres Ziel die gewinnbringende Bewirtschaftung des Staatswaldes (i.d.R. mit drei umlaufenden weißen Streifen an Baumstämmen markiert). Hier in Bayern werden da oft wahre "Forst-Autobahnen" in den Wald hinein gefräst, damit die LKW mit Anhänger das Holz "auf einmal" abholen können. Danach hängt es von der Bedeutung dieses Weges ab, ob dieser dann "offen gehalten" wird (= gute Rad- und Wanderstrecke) - oder zunehmend der Natur überlassen wird.
Der Tourismus ist für den Staatsbetrieb ohne Bedeutung, hier muß in Absprache mit dem Eigentümer die ansäßige Gemeinde ran, die jedoch kaum aufwendige Weginstandsetzungen bewerkstelligt, sondern meist für eine entsprechende Beschilderung (und "Vermarktung") sorgt - wobei dann ein "Nacktwanderweg" auch "offizieller" wird.

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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Bingo » Do 23. Jul 2026, 08:25

Die in dem fraglichen Artikel im Harzkurier angesprochene Verwahrlosung des Naturistenstiegs ist sicher bedauerlich. Aber es ist kein Sonderfall. Eine Unzahl von Wanderwegen, die alle auch gleichzeitig Nacktwanderwege sind, teilt dieses Schicksal und dem fraglichen Stieg ist kaum Priorität einzuräumen. Die hier erwähnten Bemühungen, um eine „Besserung“ des Naturistenstiegs müssen also auch für alle anderen Wanderwege Geltung haben. Wer wird es tun und woher kommt das dafür notwendige Geld?

 
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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Konrad R. » Do 23. Jul 2026, 09:28

NaturKraxler hat geschrieben:Soweit ich es vom Süden der Republik aus erkenne, dürfte es tatsächlich großflächiger Staatswald sein, der innerhalb vom Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt zum Forstbetrieb Süd gehört.

Wenn Du auch zu diesem Ergebnis kommst, sollte das nun geklärt sein. :D
Es bleibt die Frage, wer den Weg 2009 und auch später (?) für die Nacktwanderer aufgearbeitet und angepasst hat, und ihn heute offenbar nicht mehr pflegt.

 
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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Andreas u. Uta » Do 23. Jul 2026, 11:02

Es war die ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin Monika R. aus Wippra. Sie hat bis zur Eingemeindung nach Sangerhausen am 1. Januar 2008 mit tatkräftigen ABM Kräften dafür gesorgt, dass die Wege frei und begehbar waren. Nachdem 2008 das Vorhaltebecken in die Wippra gebaut wurde und danach oder währenddessen das Waldsterben wo zehntausende Bäume aus dem Wald entfernt wurden riesige Mengen an Geld und Inovationen für die nächsten Generationen gebunden. Ein Naturistenstieg war und ist für die Stadt Sangerhausen nicht von Belang. Die haben genug mit dem weltgrößten Rosarium (wunderschön, ein Besuch der weltgrößten Rosenausstellung LOHNT) und dem Museum (ein Mammut in Orig. Größe) zu tun.

Uta

 
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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Konrad R. » Do 23. Jul 2026, 12:21

Bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Zeitungsartikel etwas bewirkt. Ehrenamtliches Engagement muß ja nicht nur von Ortsansässigen kommen. Da sind wir wieder bei Trixis Vorschlag. Wie wäre es mit einem nackten "Aufräumevent" oder auch mehrere.

 
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Re: Harzkurier - Harzer Naturistenstieg

Beitrag von Trixi » Do 23. Jul 2026, 14:36

Konrad R. hat geschrieben: Wie wäre es mit einem nackten "Aufräumevent" oder auch mehrere.

Sollte doch machbar sein. Mal unabhängig davon, ob nackt oder nicht.

Ich kenne solche Aktionen hier aus Pegau. Da treffen sich Freiwillige und säubern den Klostergarten oder den Floßgraben bzw Elstermühlgraben. Oder der Südfriedhof in Leipzig. Da gibt es auch so eine Gruppe, die alte Gräber, Grabstätten und das Gelände pflegen.

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