Campingliesel hat geschrieben:Abschnitt 5 über Oswald Kolle stimmt teilweise. Außer dem letzten Satzteil:
Aria hat geschrieben:so dass bald das Gerücht auftauchte, die FKK-ler seien prüder als die übrige Gesellschaft.
Das ist wieder typisch für die Sicht der sexuellbetonten Seite der Gesellschaft. Wer sonst denkt so?
FKKler sind nicht prüder, sondern eben einfach respektvoller. Sie wissen, daß FKK mit Sex nichts zu tun hat und deshalb hält man sich auch mehr zurück.
Du widersprichst erst – und dann bestätigst du das, denn nicht anders als prüde wirkt es, wenn man sich in sexuellen Dingen mehr zurück hält als andere.
Campingliesel hat geschrieben:Aria hat geschrieben:Es gibt Fakten, die beweisen, dass die teilweise Freigabe der Pornografie zum Rückgang der sexuellen Straftaten geführt hatte.
Was für Fakten sollen das denn sein? Es ist doch eher das Gegenteil. Noch nie vorher gab es soviel sexuelle Straftaten.
Für Deutschland und einige andere Länder Europas gab es eine Studie, die den Rückgang beweisen – Zitat aus
Wikipedia:
In verschiedenen untersuchten Ländern (Dänemark, Schweden, Westdeutschland, USA, Japan, China, Kroatien, Finnland) wurde in einer 2000 veröffentlichten Studie nach der Aufhebung oder Lockerung von Pornografie-Verboten ein Rückgang von angezeigten und verfolgten Sexualstraftaten aufgezeigt.Campingliesel hat geschrieben:Vor allem werden sie heute viel schneller und häufiger bekannt, weil man offener darüber spricht.
Das ist der Punkt, den man berücksichtigen muss: Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es die privaten Fernsehsender, die wie die Regenbogenpresse, alles skandalisieren, was sich skandalisieren lässt, denn Skandale bringen Quote – und die Werbegelder. Das erzeugt das Gefühl, als wären da mehr Straftaten, aber nüchterne Polizeistatistiken und Studien sprechen dagegen.
Campingliesel hat geschrieben:FRüher hat man sie eher aus Scham geheimgehalten.
Wie das Zitat aus Wikipedia zeigt, gab es nach der Freigabe der Pornografie einen Rückgang von angezeigten Straftaten. Und wenn, wie du sagst, zuvor diese Straftaten aus Scham nicht angezeigt wurden, dann ist es noch bemerkenswerter, dass solche Anzeigen zurückgingen, obwohl man sich dann mehr traute.
Campingliesel hat geschrieben:Aber nicht ohne Grund wurden jetzt im Nachhinein auch die früheren Vorfälle bekannt.
Diese Fälle wurden erst später bekannt, weil sie in kirchlichen und schulischen Bereichen stattfanden, dort aber damals meist nicht angezeigt und/oder vertuscht wurden.
Campingliesel hat geschrieben:Ich würde eher sagen: Durch die Freigabe gibts noch viel mehr Fälle.
Nein. Wie ich dir (hoffentlich) zeigen konnte, ist dies auf eine veränderte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (Fernsehen, Internet) zurückzuführen.
Campingliesel hat geschrieben:Aria hat geschrieben:Dieses Vorurteil über die Verbindung von Nacktheit und Sexualität begleitet die FKK-Bewegung von Anfang an, und nicht, wie uns Campingliesel weißmachen will, seit der Sexualisierung der Gesellschaft durch Pornovideos auf Kassetten ab Ende der 1970er Jahre.
Du verstehst das eben immer noch nicht.
Was verstehe ich nicht? Du hast doch immer behauptet, die Abkehr der Jugend von FKK sei auf die Sexualisierung zurückzuführen, die mit den Pornovideos auf Kassetten begann und sich später wegen Pornos auf DVDs und Internet fortsetzte? Gilt das nicht mehr?
Man könnte diesen Eindruck gewinnen, denn jetzt sprichst du
Campingliesel hat geschrieben:Heute dagegen ist es eben leider so, daß auch auf FKK-Plätzen, wenn auch eher den "wilden" Plätzen unanständige Sachen passieren können. Und es gibt leider auch Bezeichnungen wie "FKK-Club" oder "FKK-Bordell", die eben genau das tun, was eigentlich keine FKk ist.
Damit bekam die FKK ein schlechtes Image.
Also jetzt sind die wilden FKK-Plätze schuld. Und natürlich FKK-Clubs, obwohl jeder weiß, dass sie Bordelle sind, die nichts mit der FKK zu tun haben. Geht's noch?
Campingliesel hat geschrieben:Und da kannst Du sagen was du willst: Es ist eben in Wirklichkeit so.
Deine Wirklichkeit, die sich aus Fernsehen, Internet und den Aussagen deiner Bekannten speist, ist vielleicht so, aber sie entspricht nicht den Fakten – siehe oben.
Campingliesel hat geschrieben:Die ganze rückläufige Erscheinung, wie heute die FKK ist, ist genug Beweis dafür. Früher gab es nämlich einen solchen Rückgang nie, der sich über Jahrzehnte ausdehnte.
Ab 1930er bis Ende der 1950er Jahren gab es auch einen Rückgang. Zuerst haben die Nazis die FKK-Vereine dichtgemacht, dann hat die Prüderie der Adenauerära den Rest so gründlich erledigt, dass sogar der DFK sich veranlasst sah, Adolf Koch, einen der Pioniere der FKK, aus dem DFK auszuschließen, angeblich weil er dort weiter machen wollte, wo er wegen Nazis aufhören musste. Schulen, in denen Jungs und Mädchen zusammen nackt Gymnastik machten, waren in den 1950-1960er Jahren nicht mehr möglich - und sind heute wieder absolut undenkbar!
Die nach dem Krieg aufgewachsene Generation hat in den 1960er bis 1970er Jahren mit dieser Prüderie aufgeräumt – bis sich der Wind in den 1980ern wieder drehte und Helmut Kohl mit seinem Slogan von der geistig-moralische Wende Wahlen gewinnen konnte. Man kann das auch anders sagen: Menschen haben die Nase voll gehabt von den Reformen und der Freiheit – sie wollten nicht mehr mündiger Bürger sein, wie es Brandt von ihnen forderte.
Ein wenig von diesem Denken gibt es jetzt auch in den ostdeutschen Ländern: Sie wollen, mehr als in Westdeutschland, einen starken Mann als Regierungschef, wollen nicht aus vielen Möglichkeiten wählen, sondern geführt werden. Das ist ein wenig so wie im Supermarkt: Da klagen auch manche, da gebe es zu viel Auswahl. Das ist psychologisch bedingt, weil eine Entscheidung zu treffen Stress bedeutet. Immer.
PS: Danke, Konrad R, für den Link.