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Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

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Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Sa 25. Apr 2026, 06:07

Ja, mir scheint, es könnte von der hiesigen Community – inclusive der „Nur-Lesenden“ – sehr viel mehr für die Toleranz der öffentlichen Nacktheit getan werden. Und es wäre Allen bekömmlich! Differenzen gäbe es weniger.

Also nicht missionieren, sondern den Wert der Toleranz verstehen und für mehr Toleranz untereinander werben. Anderen aufzeigen, dass mit Selbstbewusstsein selbstverständlich öffentliche Nacktheit gelebt werden kann

Der Weg? Das kommunikative Handeln. Eine „kommunikative Handlungskompetenz“ sollten sich alle Freunde der Freude am Nacktsein zu eigen machen. Eine Eigenschaft zur Lösung sozialer Probleme, auf die der gerade verstorbene große Denker, Jürgen Habermas, immer wieder hingewiesen hat. Dazu Wikipedia:

Die Theorie des kommunikativen Handelns (abgekürzt als TkH, TKH, TCA und TdkH), das Hauptwerk von Jürgen Habermas, thematisiert die praktische und theoriekritische Bedeutung des kommunikativen Handelns für das soziale Leben der (post-)modernen Gesellschaft.“

Der allgemeinen Öffentlichkeit zeigen, dass Nacktheit selbstverständlich und selbstbewusst gelebt werden kann und niemanden belästig. Und dafür auch persönlich erkennbar einstehen.

Bilder überzeugen schneller als Texte. Bilder und Texte sind der richtige Weg. Hier kommt mein erster Beitrag – Wer liefert Weiteres?:

Bild
Ein Foto aus einem Urlaub auf Fuerte Ventura – selbstverständlich Freunden und Bekannten gezeigt/geschickt. Axel Geertz

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Ralf Sprenger » Sa 25. Apr 2026, 07:37

Hallo Axel,

mal wieder mit einem neuen Pseudonym unterwegs.
Dann willkommen Bingo Axel. Das ist zwar nicht wirklich authentisch zu Deinem Text und ich bin mal gespannt, wie die Kommunikationskompetenz sich weiterentwickelt, im Grunde stimme ich Deiner Aussage aber zu.
Viele Mitglieder leben Nacktheit offen oder auch unter Pseudonymen. Nicht jeder kann es sich leisten, unter seinem Klarnamen i der Öffentlichkeit aufzutreten. Das ist bedauerlich, aber eben Realität.
Ich freue mich für jeden, der die Vorteile eines nackten Lebens selbst erfahren und genießen kann.

Nackte Grüße
Ralf

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » So 26. Apr 2026, 11:39

Zum Verständnis von Text und Bild

Das Bild soll zeigen: Nackt baden ist das größere Vergnügen – wer möchte das Gegenteil behaupten: Mit Badekleidung.

Die Bildunterschrift sagt: Solche Nacktheit wird von der Badenen genossen und allen Bekannten und Freunden gerne gezeigt.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von BOeinNackter » So 26. Apr 2026, 15:58

Das mit dem Klarnamen ist sicher ein deutliches Zeichen der beschränkten Akzeptanz von Nacktheit, aber auch etwas, das mit der ungewissen Öffentlichkeit im Internet zu tun hat.
Wollen wir für die Akzeptanz von Nacktheit werben, sollten wir zunächst und immer mal wieder auf uns selbst schauen. Wo liegen z.B. meine derzeitigen Grenzen für solche Akzeptanz, wann und warum hat sie sich verändert, warum habe ich die eine oder andere Grenze, wer darf wissen, dass ich gern mal nackt bin, wie würde ich mit Spott, Ablehnung oder kritischen Fragen umgehen?
Sicher könnte dabei ein Austausch mit Anderen helfen.
Naturist*innen haben sich irgendwann entschlossen, bei bestimmten Gelegenheiten nackt zu sein und solche Gelegenheiten auch zu suchen. Da wir in der Minderheit sind, ist die Frage berechtigt, was an uns anders ist. Was war der Grund, was der Auslöser?
Solche Selbstbefragung und das folgende in sich Hineinlauschen, könnte eine gute Basis kommunikativen Handelns sein.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Ralf Sprenger » So 26. Apr 2026, 16:15

Hi BOeinNackter,

ich denke jeder überzeugter Naturist wird gerne über seine Leidenschaft sprechen, wenn es dies für sich angemessen hält.
Es gibt aber auch Naturisten, die dies aus gutem Grund nicht machen, weil sie vor Vorurteilen zurückschrecken. Für einige kann es sicherlich auch schwerwiegende Filgen haben. Ich habe einen guten Freund unter den Naturisten, der Lehrer in der Oberstufe ist und bereits schon einmal Opfer von digitalem Mobbing in einem anderen Zusammenhang wurde. Er beneidet mich um mein öffentliches, naturistisches Auftreten, was mir selber vor Augen führt, welch ein Glück ich habe, mich so frei zum Naturismus äußern zu dürfen.

Bei Herrn Grätz verstehe ich nicht so ganz, was sein Bild vermitteln soll... ein gesichtsloses Bild einer nackten Frau, bei dem man sich nicht sicher sein kann ob er überhaupt dazu berechtigt ist, das Bild zu veröffentlichen, wird von einem alten, weißen Mann an Freunde und Bekannte verschickt.... hm, naja, kann jeder anders über das Motiv denken!

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » So 26. Apr 2026, 16:24

@ BoeinNackter

Im Allgemeinen sehr einverstanden mit den Ausführungen zu diesem Thema:

Aber dazu:
Da wir in der Minderheit sind, ist die Frage berechtigt, was an uns anders ist“.

In einer Minderheitsposition mit irgendeiner Verhaltensweise befindet sich doch beinahe jeder. Und in einer Minderheitsposition hat man weder eingeschränkte noch zusätzliche Rechte und Pflichten. Dass die Frage, „Warum nackt“ ggf. oft gestellt wird, würde ich auch unterstreichen und sogar begrüßen. „Berechtig“ erscheint sie mir weniger; sondern eher verständlich.

Und: Was rechtlich erlaubt ist, muss pflichtgemäß auch toleriert werden. Darum hier mein Werben letztlich für die Pflicht der Toleranz der öffentlichen Nacktheit - und der Toleranz ganz allgemein gegenüber Lebensarten von Minderheiten - ohne es ausdrücklich in dieser Breite zu formulieren.

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » So 26. Apr 2026, 17:23

Ein kleiner Hinweis zur weiteren Diskussion dieses Themas sei gestattet:

Wenn das wohl unstrittige Ziel – Freiheit und Toleranz – gefördert werden soll, sollten vornehmlich Aktivisten“ und weniger „Bedenkenträger“ sich hier melden.

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von BOeinNackter » Di 28. Apr 2026, 18:01

Ich halte es durchaus für vertretbar, mich einer Minderheit zuzurechnen, derer, die gern, auch in Gesellschaft anderer, nackt bin. Schon jene, die das nur sehr eingeschränkt tun, gehören zu einer Minderheit. Ich finde es auch wichtig, mir über meine persönlichen Gründe klarzuwerden, wenn ich es mehr oder weniger offen vertreten will. Ich fürchte, vielen von uns fehlen dazu die nötigen Worte. Die kann ich nur finden, wenn ich mir über meine Wünsche und Abneigungen klar werde.
Meines Wissens existiert keine Pflicht, meine Nacktheit in irgendwelchen Situationen zu tolerieren, außer auf FKK- Geländen oder an so deklarierten Stränden. Selbst dort existieren Vorbehalte gegen Nacktheit, z.B. in geschlossenen Räumen, bei Haltungen, bei denen besonders weibliche Geschlechtsorgane sichbarer sein könnten, bei Gartenarbeit, Sport, beim Tanz und auch außerhalb einer Sichtschutzumzäunung. Alle, für die solche Grenzen gelten, stellen diese selten infrage. Viele erklären ihre Sichtweise als alllgemein gültige Regel. Da wird die Minderheit der Nackten gespalten und wir sollten uns darum sorgen, wie solche Spaltung vermieden werden kann.
Ich sehe mich nicht als Bedenkenträger sondern als jemand, der seinen Wunsch, mehr Akzeptanz für Nacktheit mit der Realität konfrontiert, um über mögliche Wege nachdenken zu können.

 
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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von Bingo » Di 28. Apr 2026, 18:40

@BoeinNackter dazu:

Meines Wissens existiert keine Pflicht, meine Nacktheit in irgendwelchen Situationen zu tolerieren

Wenn ich eine Pflicht zur Toleranz formuliere, kommt es sehr darauf an, wie man Toleranz definiert. Für mich ist „Toleranz“ das Dulden fremder Verhaltensweisen, die man selbst nicht akzeptiert – nicht praktizieren will, die aber rechtlich erlaubt sind. Z. B. auch das Rauchen unter bestimmten Umständen. Wenn man die Handlungsfreiheit, definiert im Art. 2 Grundgesetz, so versteht, das öffentliche Nacktheit, sozialadäquat praktiziert, erlaubt ist, ist diese Nacktheit eben pflichtgemäß zu tolerieren. Freiheit kann nur im Zusammenhang mit Toleranz der Freiheit auch der Anderen existieren. Toleranz aber für mich eben nicht verstanden als positive Zustimmung zu einer solcher Verhaltensweise, sondern ausschließlich als Duldung.

Dazu passend habe ich einen einschlägigen Aufsatz von Christof Gramm zu bieten – auch schon hier im Forum platziert von mir. Dort macht Gramm entsprechende Ausführungen, denen ich mich gerne anschließe:

https://www.faz.net/aktuell/politik/sta ... 13243.html

Axel Geertz

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Re: Werben für die Toleranz öffentlicher Nacktheit?

Beitrag von BOeinNackter » Di 28. Apr 2026, 22:03

Warum will jemand, der es für eine Pflicht hält, Nacktheit anderer zu dulden, bzw. zu tolerieren, um diese Toleranz werben?
Im Grundgesetz steht nichts drin zur Toleranz der Nacktheit. Bei der Frage, welche Freiheit eines Anderen meine Freiheit einschränken kann, wird nur im Streitfall vor Gericht entschieden. In manchen Fällen gibt es dazu gewisse Regeln, die wahrscheinlich auch von Gerichten eingehalten werden, wie z.B. bestimmte Ruhezeiten. Trotzdem geht es in jedem Fall um eine Abwägung entgegenstehender Rechte. Eigentlich geht man davon aus, dass man sich irgendwie einigt. Um das in Bezug auf Nacktheit zu erreichen, ist eine werbende, einladende und verständnisvolle Haltung sicher von Vorteil. Gäbe es dann einmal mehr Akzeptanz für eigene Nacktheit oder die der Anderen, könnte vielleicht auch eine rechtliche und politische Klärung gelingen.
Es gibt im Bereich der Grundrechte vielfältige und komplexe Rechtsfragen. Ich denke in Bezug auf Kleidung nur an das Recht einer Lehrerin, Kopftuch zu tragen. Das ist alles andere als einfach zu entscheiden. Lehrer, von denen bekannt wird, dass sie Naturisten sind, mögen Probleme bekommen und Erzieherinnen, die nach Absprache mit den betroffenen Eltern die Nacktheit von Kindern in einer Gruppe ermöglichen, riskieren ihren Arbeitsplatz. Das war in den 80ern noch anders. Damals gab es vielleicht mehr Akzeptanz von Nacktheit. Vielleicht haben auch viele Nacktphobiker*innen nicht so laut protestiert.

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