- 1. Die Befürworter & Träger
2. Die tolerante Mehrheit
3. Die Traditionalisten & Kritiker
[Leider wurde mein gesamter Beitrag dazu gelöscht. Ok, er war auch recht lang.]
Am Ende meiner Google Recherche, hatte ich gefragt, wie sich wohl der Soziologe Hans Peter Duerr zu der Diskussion hier im Forum äußern würde, was er den Kritikern sagen würde. (Das ist auch eine recht gute Antwort auf eure (60er Paar) Frage.)
--- Liebe Grüße, Wilhelm.Die „Kritiker“, die Intimschmuck sofort als unpassende Sexualisierung verdammen, sind Gefangene des westlichen Zivilisationsmythos. Sie können das Genital nicht mehr als wertneutralen, natürlichen Teil des Körpers betrachten, der rituell oder ästhetisch verziert werden kann. Da für sie Nacktheit untrennbar mit Sex gekoppelt ist, müssen sie im Schmuck ein sexuelles Statement sehen.
Die indigenen Völker hingegen – so zeigt es Duerrs Werk – besitzen oft die viel subtilere Fähigkeit, zwischen der sozialen Funktion des (geschmückten) Körpers im Alltag und der tatsächlichen Sexualität zu trennen.
(Vorausgehend war:)
Im vierten Band („Der erotische Leib“) untersucht Duerr konkret, wie die europäische Kultur im Laufe der Jahrhunderte durch die zunehmende Verhüllung den Körper erst recht sexualisiert und erotisiert hat.
Weil im Westen alles, was unter der Kleidung liegt, tabuisiert ist, lädt sich jede Enthüllung und jede Modifikation in diesem Bereich (wie ein Intimpiercing) sofort mit einer maximalen, rein sexuellen Reizwirkung auf.
Duerr zeigt auf, dass der Westen den Körper nicht „domestiziert“ oder „zivilisiert“ hat, sondern dass unsere Sehweise durch die strikte Trennung von „öffentlich verhüllt“ und „privat nackt“ extrem neurotisch auf sexuelle Reize fixiert ist.