von Ich liebeFKK » Do 13. Aug 2026, 13:13
Bericht aus einer Tageszeitung vom 04.08.26
Belästigung am Strand bei Noer
Nackte Männer an der Eckernförder Bucht: Security und Polizei wollen stärker kontrollieren.
Vorfall am Strand bei Noer: Der Strandabschnitt Richtung Lindhöft zieht immer wieder nackte Männer an. Ende Juli 2026 kam es dort zur Grenzüberschreitung: Ein mutmaßlicher Exhibitionist belästigte Badegäste – eine Passantin rief die Polizei.
Am Strandabschnitt zwischen Noer und Lindhöft kommt es immer wieder zu Unmut: Badegäste und Spaziergänger sind von nackten Männern irritiert, die dort einzeln oder in Gruppen unterwegs sind. Am 29. Juli kam es zum vorläufigen Höhepunkt: Ein Mann soll sich vor ein am Strand liegendes Paar gestellt und vor ihren Augen onaniert haben. Eine Zeugin wählte den Notruf.
Kein ausgewiesener FKK-Bereich: Polizei kündigt Kontrollen an.
Der Polizei sind der Strandabschnitt und seine nackten Besucher bekannt. Laut Polizeisprecher Sönke Petersen sei das schon länger der Fall: „Dieser Bereich ist dafür bekannt, dass er überwiegend von Männern als FKK-Strand genutzt wird – dazu gibt es sogar Einträge in einschlägigen Internetforen.“ Das liege vor allem an der Lage vor Ort: „Es handelt sich um einen sehr abgeschiedenen Freistrand. Es ist allerdings weder ein ausgewiesener Textilstrand noch ein offizieller FKK-Bereich“, so Petersen.
Polizeilich sei der Ort bislang unauffällig gewesen. „Bis jetzt gab es nie Probleme“, sagt der Polizeisprecher. Das änderte sich am 29. Juli mit dem Notruf der Zeugin. Die angerückten Beamten konnten den 50-jährigen mutmaßlichen Exhibitionisten noch an der Strandzufahrt stoppen. Gegen ihn wurde Strafanzeige wegen des Verdachts auf eine exhibitionistische Handlung (§ 183 StGB) erstattet. Laut Strafgesetzbuch droht einem Mann, der andere durch eine solche Tat belästigt, eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Um solchen Vorfällen vorzubeugen, reagieren die Behörden nun: Künftig wollen Polizei und Ordnungsamt den Strandabschnitt verstärkt gemeinsam bestreifen.
Gemeinde reagiert: Bürgermeisterin fordert Zivilcourage und verschärft Kontrollen.
Für die Bürgermeisterin von Noer, Sabine Mues, ist klar, dass es bei diesem Thema mehr Zivilcourage braucht: „Wir brauchen Leute wie diese Frau, die in solchen Fällen die Polizei rufen und Anzeige erstatten. Wir können als Gemeinde ja nicht ständig am Strand Patrouille laufen.“ Das Phänomen der nackten Männer am Strand sei nicht neu und existiere schon seit vielen Jahren. „Das besagte Klientel nutzt diesen Abschnitt schon seit Jahrzehnten“, erklärt Mues.
Die Gemeinde beschäftigt bereits einen Sicherheitsdienst, der die Strandaufsicht in diesem Abschnitt übernimmt. Hier sieht sie allerdings ein Dilemma: „Sobald jemand mit der Aufschrift ‚Security‘ am Strand entlangläuft, treten vermeintliche Exhibitionisten nicht in Erscheinung – oder sie warten, bis die Streife vorbei ist“, sagt die Bürgermeisterin.
Bislang habe der Sicherheitsdienst allerdings noch nie über derart grenzüberschreitendes Verhalten berichtet wie im Fall des 50-Jährigen. Mues kündigt jedoch Konsequenzen an: „Wir werden die Security nach diesem Vorfall noch einmal zusätzlich sensibilisieren. Jeden Tag laufen zwei Leute den Strand entlang – dabei gilt das Vier-Augen-Prinzip.“
„Bei Belästigung hört es einfach auf“.
Laut Stefan Altnau, dem 1. Vorsitzenden des Vereins der Natur- und Campingfreunde Lindhöft, der den Campingplatz am Strand betreibt, existiert das Phänomen an diesem Abschnitt schon so lange, wie er denken kann: „Ich bin allein seit 24 Jahren hier auf dem Platz – bis jetzt ist mir allerdings nie eine Beschwerde zu Ohren gekommen.“ Auch unter den übrigen Campern sei von Vorfällen dieser Art bislang nichts bekannt.
Dennoch sorgen Beobachtungen wie die von Michael Schwake für Verunsicherung. Der Familienvater aus Bielefeld macht derzeit mit seiner fünfköpfigen Familie Urlaub auf dem Campingplatz und schildert seine Eindrücke: „Als ich gestern Mittag vom Angeln aus Noer Richtung Lindhöft kam, habe ich mich über die vielen nackten Männer am Strand gewundert.“ Ein Mann fiel ihm dabei besonders ins Auge: „Ein älterer Mann stand entblößt am Wasser und hat sich im Intimbereich angefasst – ich habe nicht genau hingesehen und daher zunächst gedacht, dass er sich nur kratzt“, erzählt Schwake.
Da seine drei Kinder – vor allem der 15-jährige Sohn – zum Teil auch allein am Strand unterwegs sind, will er künftig besonders aufmerksam sein: „Ich habe prinzipiell nichts gegen nackte Leute am Strand – aber bei Belästigung hört es einfach auf.“