Da hier ja (mindestens) 3 Themen wild durcheinander gehen wird der Post wohl etwas länger. Aber ich versuche, es zu strukturieren.
(1) Kirche und SexualitätHannes 2.0 hat geschrieben: bei genauerer Betrachtung lassen sich genügend Beispiele dafür finden, wie die Kirche, besonders die katholische, Einfluss in die zwischenmenschlichen Beziehungen genommen hat.
Wobei man auseinanderhalten sollte, was die Kirche in ihrem eigenen Machtbereich tut, und wie viel Einfluss sie noch auf die Gesellschaft im Allgemeinen hat. Und man sollte wahrscheinlich auch unterscheiden zwischen dem Einfluss, den die Kirchen durch ihr heutiges Wirken ausübt und der Tatsache, dass mehr als 1000 Jahre christlicher Prägung einer Gesellschaft nicht mal eben so verschwinden.
Und man sollte m.E. auch im Hinterkopf behalten, dass die Tabuisierung, oder zumindest gesellschaftliche "Sonderbehandlung", der Sexualität menschheitsgeschichtlich
sehr viel älter ist als das Christentum. Auch im antiken Griechenland, Ägypten oder Assyrien wurde nicht wild in der Öffentlichkeit rumgevögelt. Ich las mal irgendwo die Theorie, dass bei der Sesshaftwerdung der Menschen das Thema der geordneten Weitergabe von Besitz an die nächste Generation relevant wurde und damit die Frage nach bekannten Abstammungsverhältnissen. Was es wiederum, zumindest in patrilinearen Gesellschaften, notwendig machte die Sexualität in "geordnete Bahnen" zu lenken. Keine Ahnung ob da was dran ist, aber für mich klang es plausibel.
Ansonsten würde ich mich Hannes anschließen, d.h.
Hannes 2.0 hat geschrieben: Aber wie gesagt, dass ist hier eigentlich nicht das Thema, vielleicht können wir das mal an anderer Stelle etwas
genauer unter die Lupe nehmen...
(2) Vermischung von Sex und FKK@Teilzeit-FKKler: Dass eine liberale Sexualmoral nicht zwangsläufig zu einer Vermischung von FKK und sexuellen Aktivitäten führt zeigt eigentlich die Erfahrung aus der DDR. D.h. es gab wohl kaum einen Ort in der jüngeren Geschichte mit einer vergleichbar liberalen Sexualmoral wie die DDR der 80er Jahre (die "Freie Liebe" der 68er hat nie die gesellschaftliche Mehrheit erreicht), aber sexuelle Handlungen am öffentlichen FKK-Strand waren trotzdem nicht angesagt.
(3) "Wen man trifft"Ich glaube dass die Diskussion in diesem Thread sehr schön gezeigt hat, wie es zu solchen "missverstandenen" Treffen kommt.
Anscheinend gibt es doch mehr Leute als gedacht, die sexuelle Aktivitäten beim FKK für akzeptabel halten und denen vor allem nicht klar zu sein scheint, dass sie damit in der Minderheit sind und daher bei ihrem Gegenüber, mit dem/der sie sich treffen wollen,
nicht annehmen sollten, dass er/sie dass genauso sieht.
A.