von Hannes 2.0 » Sa 10. Okt 2026, 21:26
@riedfritz
Ich möchte es schon als eine Art Urbedürfnis bezeichnen, sich als Erwachsener (besonders in Extremsituationen) hin und wieder zu entkleiden.
Das kann auch den symbolischen Charakter beinhalten, in der Form von: Ich lege die gesellschaftlichen Traditionen ab,
um mir selbst wieder näher zu kommen und mich frei(er) zu fühlen.
Bei kleinen Kindern ist das häufig zu beobachten: die ziehen sich sehr gerne aus wenn es die Temperaturen erlauben.
Sie sind noch nicht so "verdorben" von der Gesellschaft und ihren Ansprüchen.
Ich denke, wenn Menschen in kühleren Klimazonen leben müssen/wollen, ist es eher eine Notwendigkeit sich
mit wärmenden Schutzschichten zu bedecken, allein um zu überleben. Das hat aber nichts mit dem eigentlichen Bedürfnis
nach körperlicher Freiheit, bzw. Nacktheit zu tun. Es ist schlicht und einfach dort nicht möglich!
Kleidung ist für mich heute in erster Linie eine Art Statement in der dazu passenden Gesellschaft und dann natürlich auch ein Schutz
in dafür passende Situationen. Alles andere wäre ja unvernünftig, aber das ändert nichts daran, dass wir Menschen,
wenn wir auf die Welt kommen und auch in den ersten Jahren danach den ursprünglichen, natürlichen Drang verspüren,
uns von unserem Ballast an Kleidung zu entledigen.
Zu beobachten ist das auch immer dann, wenn Menschen in Extremsituationen geraten, auf ihre ursprünglichen Bedürfnisse
zurück geworfen werden; dann reißen sie sich häufig die Kleidung vom Körper um sich freier zu fühlen und sinnbildlich den Ballast
des Alltags abzuwerfen.