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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von BOeinNackter » Fr 8. Mai 2026, 11:21

Hannes 2.0 hat geschrieben:Den sozialverträglichen Umgang mit der eigenen Sexualität lernt man normalerweise im Laufe seines Lebens.
Dafür braucht es keine späte Gebrauchsanweisung im erwachsenen Alter.


Wie Sexualität gesehen wird und wie wir damit umgehen, hat sich während meiner Lebenszeit enorm gewandelt. Alle hat diese Entwicklung bewegt. Manche fühlten sich befreit, andere wurden verunsichert, haben gelitten, fühlten sich überfordert, unter Leistungsdruck, wurden enttäuscht und suchten den Rückweg in alte Zeiten. Bei aller "Aufklärung" ist die Fähigkeit, über Sexualität, als etwas Positives und individuell Vielfältiges zu reden, nicht sehr verbreitet. Dass Menschen den Umgang mit ihrer Sexualität so einfach und konfliktfrei lernen, ist leider oft nicht so. Unter den Fachleuten ist ja auch nicht geklärt, was Sexualität ist und was wohl der richtige Umgang damit wäre.
In unserer Gesellschaft gibt es immer noch die Auffassung, Sexualität sei eigentlich Sünde und nur akzeptabel, um Kinder zu zeugen. Von daher werden immer noch alle sexuellen Aktivitäten negativ betrachtet, die nichts mit dieser Zeugung zu tun haben, z.B. gleichgeschlechtlicher Sex oder Selbstbefriedigung. Wie weit sind wir als einzelne Personen davon entfernt, diese Themen positiv zu sehen und uns darüber mit Erwachsenen und Kindern angemessen und ernsthaft auszutauschen. Solche Gespräche sind Bedingung, um z.B. in sexuellen Beziehungen Einvernehmen zu erzielen und um zu Kindern eine offene Gesprächsbasis zu bieten, was sie weniger anfällig gegen sexualisierte Gewalt machen würde.
Mir ist klar, dass FKKlerinnen, Naturisten und Nudistinnen deutlich machen wollen, dass es nicht Sex ist, wenn sie nackt baden, wandern oder Tee trinken. Ich finde es nur sehr traurig und peinlich, wenn dabei solche Sätze heraus kommen. Es gibt keinen gegensatz von Sexualität und Natürlichkeit. Wir, als jene, die gern nackt sind, brauchen uns vor Sexualität nicht zu fürchten. Ihre Deklaration als Sünde hat dazu geführt, dass wir uns unserer Körper schämen sollen.
Je positiver Sexualität in unserer Gesellschaft gesehen wird, desto eher könnte auch die Nacktheit der damit verbundenen Körperteile akzeptiert werden.

 
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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von Bingo » Fr 8. Mai 2026, 12:30

BOeinNackter schreit u. A.
Je positiver Sexualität in unserer Gesellschaft gesehen wird, desto eher könnte auch die Nacktheit der damit verbundenen Körperteile akzeptiert werden.“
So kann man es in selbstverständlicher Weise sehen. Da hier aber nicht in einem Forum „Positive Sexualität“ geschrieben wird, drehe ich diese Formulierung um:

Je offener die Nacktheit und der damit verbundenen Körperteile von den Freunden der Freude an der Nacktheit in der Öffentlichkeit gezeigt werden, desto eher bildet sich in der Gesellschaftauch auch ein positives Bild der Sexualität. Denn für die Gesellschaft sind der Anblick der Vulva, der Brüste der Frauen und des Penis Hinweise auf das Erleben von Sex im Rahmen ihrer Sexualität. Ohne dass diese Nacktheit direkt zu Sex auffordert; aber Sex und Sexualität entproblematisiert, weil die fraglichen Organe Öffentlichkeit erfahren und damit nicht mit Tabus belegt sind. Eine Aufgabe der hiesigen Community.

Also: viewtopic.php?f=2&t=39846&start=40

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von BOeinNackter » Sa 9. Mai 2026, 12:01

Wer war nochmal zuerst auf der Welt, das Huhn oder das Ei?

Wenn die Realität so einfach wäre. Nein, die Realität zu beiden Themen ist komplex, mit individuellen Ausprägungen.

Zu dem, was die Leute aus Teneriffa geschrieben haben, dachte ich ja zunächst an einen Übersetzungsfehler. Das Finden der richtigen Worte ist bei diesen Themen schon allein nicht einfach.
Ich finde auch, dass Nacktheit in Medien und in vielen Köpfen mit Sexualität und erotischer Sensation verbunden wird. Dabei gibt es die Nacktheit unter der Dusche, erzwungene Nacktheit um Menschen zu erniedrigen, heute auch durch Deep Fakes, als Aktmodell, bei Protestveranstaltungen, von Menschen, die als primitiv und kulturlos agesehen und werden usw.
Es gibt auch immer wieder neu zu klärende Fragen im Zusammenhang mit Nacktheit, so zu Nähe und Distanz in engen Räumen oder gar gemeinsam in einem Bett. Wenn eine kleine Enkelin mit ihrer Oma im Bett schlafen will, aber nur, wenn diese etwas anhat, ist das ein Beispiel für die Komplexität menschlicher Gefühle. Die Frage, ob es dabei auch um Sexualität geht, führt schnell zur Realität der offenen Definition von Sexualität. Egal wie man es nennt, die Situation bleibt die gleiche.

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