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Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Elter

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Hannes 2.0 » Di 24. Feb 2026, 19:54

Arno Nühm hat geschrieben:...In der 3. Klasse (da war der nackte Schwimmunterricht in der DDR), d.h. mit 9 Jahren??
Habe ich erst später in Erinnerung. A.


Ja, das stimmt, dieses Vergleichen kam erst später.
Ich habe mich in meinem Kommentar auch mehr darauf bezogen, was HTJ geschrieben hatte:

PS.: Vielleicht sind es ja mehr die Männer, die damit ein Problem haben, die Frauen eher weniger. Nur so eine Theorie.

Also nichts für ungut mein Lieber. :)

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Hannes 2.0 » Di 24. Feb 2026, 19:58

HeartWings hat geschrieben:...Ich genieße meine Nacktheit mit meiner Partnerin,
ob zu Hause, auf dem FKK-Platz oder Campingplatz und mache keinen hehl daraus.

Nackte Grüße
Jürgen


Toll!!
Und gratuliere zu Deiner Erkenntnis und Deiner Entwicklung.

Dieses freie Gefühl ist es absolut wert. :D

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Arno Nühm » Di 24. Feb 2026, 20:00

HTJ hat geschrieben: Trotzdem wurde niemand mit einem kleineren Penis ausgelacht oder gar gemobbt.

Gemobbt nicht, aber über einen Mitschüler, der Ende der 8. Klasse immer noch kein Haar am Sack hatte, fiel schon das eine oder andere lästerliche Wort.

Heute leben wir dafür in einer Zeit, in der Jugendliche mit KI-gefakten "Nacktbildern" gemobbt werden.
Was mich zum Thema zurückbringt: ich Frage mich nämlich, ob das heute anscheinend nicht so seltene Mobbing im Zusammenhang mit Nacktbildern, oder die Angst davor, eine (wohlgemerkt "eine", nicht "die"), Ursache der zunehmenden Prüderie ist oder eine Folge davon. In anderen Worten: trauen sich die Leute weniger, in der Öffentlichkeit nackt zu sein, weil das Risiko der Verbreitung von Nacktbildern und des daraus resultierenden Mobbings höher geworden ist, oder bringt die "Veröffentlichung" (im weitesten Sinne) von Nacktbildern heute ein größeres Mobbing-Risiko mit sich, weil die Gesellschaft prüder geworden ist? Henne / Ei ?

Ich frage mich was passiert wäre, wenn damals in unserer Abi-Klasse ein Nacktfoto einer Mitschülerin aufgetaucht wäre. Eigentlich denke ich ja, dass man das zwar erst mal mit Interesse betrachtet hätte, aber dass es ansonsten wahrscheinlich mit einem Schulterzucken kommentiert worden wäre. Aber vielleicht trübt da auch die rosarote Brille von fast 40 Jahren Abstand meinen Blick ....

A.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Hannes 2.0 » Di 24. Feb 2026, 21:15

Eine gute Frage - gleichzeitig aber auch nicht so leicht zu beantworten...

Ich gehe mal von mir aus;
Ich zeige mich am liebsten nackt vor Menschen, die ich kenne, oder denen ich vertraue.
Am liebsten live und in Farbe. Also analog, real, nicht digital!
Dann auch mal vor einer Gruppe von Personen, bei denen ich eine gewisse Gleichgesinntheit voraussetzen kann.
Stichwort: Bubble.

Wenn ich aber das Gefühl bekomme, dass meine Fotos von mir unkontrolliert und dazu noch weltweit
verbreitet werden könnten, habe ich damit schon eher ein Problem. Na ja, nicht wirklich, aber ein bisschen.
Und das es nur ein bisschen ist, hängt sicher hauptsächlich mit meinem Alter und meinen Erfahrungen zusammen.
Als junger Mensch hätte ich mich mich mit meiner Nacktheit aus mehreren Gründen viel deutlicher zurück gehalten.
Und das ist es, was ich bei den meisten jungen Menschen, denen ich begegne deutlich zu verstehen bekomme:
Sie möchten das Risiko, irgendwann mal so im Netz zu landen möglichst gering halten - eine Einstellung, die ich
absolut nachvollziehen kann.
Nacktheit beinhaltet eben auch eine viel größere Verletzbarkeit und sie bietet eine Form der Angriffsfläche,
deren man sich bewusst aussetzt.

Schade, aber so ist es momentan in der Gesellschaft in der wir heute leben.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Arno Nühm » Do 26. Feb 2026, 20:40

Hannes 2.0 hat geschrieben: Dann auch mal vor einer Gruppe von Personen, bei denen ich eine gewisse Gleichgesinntheit voraussetzen kann.

Was auch im Kontext der ja auch hier immer mal wieder aufkommenden Diskussionen im Themenbereich "Clothing Optional", "nackt unter Bekleideten" u.ä. ein relevantes Argument ist. Zumindest für mich. Bei den restlichen Nackten am FKK-Strand kann man davon ausgehen, dass sie bzgl. Nacktheit ähnlich "gesinnt" sind wie man selbst, bei Bekleideten nicht unbedingt.

Hannes 2.0 hat geschrieben: Wenn ich aber das Gefühl bekomme, dass meine Fotos von mir unkontrolliert und dazu noch weltweit
verbreitet werden könnten, habe ich damit schon eher ein Problem.

Absolut. Allerdings weniger, weil ich etwas dagegen hätte das mich irgendjemand nackt sieht (die können einem ja, wie es früher bei uns hieß, "nichts weggucken"), sondern wegen der damit verbundenen indirekten Risiken z.B. beruflicher Art.

A.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von ynda » Do 26. Feb 2026, 23:51

Hannes 2.0 hat geschrieben:Wenn ich aber das Gefühl bekomme, dass meine Fotos von mir unkontrolliert und dazu noch weltweit
verbreitet werden könnten,

Könnten sie in der Tat. Vor ca 10-12 Jahren ist mal ein Nacktfoto von mir auf damals Twitter in Brasilien und dann
in Mexiko gelandet. Gottlob mit positiven Kommentar dazu!
Ein ehemaliger User aus diesem Forum (nein, der hat es nicht verbreitet), ein Mexikaner, den ich in Kassel kennen
gelernt hatte, hat es mir gezeigt.
Ich fand es aber nicht soo schlimm, denn es war ein normales Nacktfoto wie man mich an jedem FKK Strand sehen
könnte und ich war/bin auch durch so was beruflich nicht angreifbar.
Ich war sogar etwas geschmeichelt, dass mich wer so toll fand und darum das Foto . . . . . ;)
Aber ich verstehe, dass das nicht jeder toll finden würde.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Hannes 2.0 » Do 26. Feb 2026, 23:55

@Arno
Ja, sehe ich auch so.
Ich habe Null Bedenken, oder Schamgefühl, wenn mich Menschen nackt sehen.
Würde mich wahrscheinlich sogar für eine gute Sache so ins Schaufenster stellen.

Aber eine gewisse Angst vor Diffamierung bleibt trotzdem, auch mit zunehmendem Alter.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Bummler » Di 3. Mär 2026, 09:45

Hannes 2.0 hat geschrieben:
Aber eine gewisse Angst vor Diffamierung bleibt trotzdem, auch mit zunehmendem Alter.


Dabei hat diese Gesellschaft es geschafft sich sexuell zu emanzipieren.
So ein Heiratsantrag von Homosexuellen in einer Unterhaltungssendung ist kein Problem.
Warum Nacktheit tabuisiert und nicht normalisiert wird, bleibt ein Rätsel.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von ynda » Di 3. Mär 2026, 13:44

Bummler hat geschrieben:ein Heiratsantrag von Homosexuellen in einer Unterhaltungssendung ist kein Problem.
Warum Nacktheit tabuisiert und nicht normalisiert wird, bleibt ein Rätsel.

Vermutlich sind Homosexuelle mutiger um sich als homosexuell zu outen, als FKKler es sind, sich als FKKler
zu outen. Manchmal hab hab ich diese Vermutung.
Dabei sieht man es beiden im normalen Umgang nicht an, was sie sind. Wo also ist das Problem.
Und bevor es jetzt Widerspruch gibt, auch hier hab ich von vielen gelesen, die aus Ihrem FKKler sein, im
Umgang mit anderen Menschen ein Geheimnis machen.
Grad wieder hat ich es erlebt, dass darüber reden nicht nur völlig normal ist, sondern auch hilfreich.
Der Postbote mit dem Päckchen vorhin war neu, aber natürlich wusste er dass ich Nudist bin. Zum einen
hatten es ihm seine Kolleginnen gesagt, zum anderen hängt ein entsprechendes Schild an meiner 'Hoftür'.
Normal legen die dann ein Päckchen auf den Tisch neben der Haustür, er hatte aus Neugier gewartet bis ich
auf machte. Und so kam es zu einem netten Gespräch über die Normalität von Nudismus im Alltag.
Miteinander reden kann so hilfreich sein, ich merk es immer wieder.
Vermutlich könnte ich mittlerweile die ganze Straße nackt auf und ab gehen, ohne das wer was sagt. Mach ich
natürlich nicht, man soll es auch nicht übertreiben.

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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere E

Beitrag von Hannes 2.0 » Di 3. Mär 2026, 20:13

Diese Offenheit und Toleranz kannst du aber leider nicht von Allen erwarten.
Wäre er anders drauf, hätte er das Päckchen auch auf den Tisch neben deiner Haustür abgelegt.

Deinen ersten Satz würde ich so auch unterschreiben.
Meine Erfahrung ist, dass homosexuell lebende Menschen i.d.R mutiger, kreativer und "open minded" sind.
Sie gehen ja auch im Laufe ihres Lebens häufig durch eine harte Schule und das stärkt das Selbstbewustsein!
FKKler wollen ja meistens ihr bürgerliches konservatives Leben leben und nicht aus dem Rahmen fallen.
Da kommt es dann nicht so gut, wenn sie zugeben, gerne nackt zu sein, wenn auch nur im Urlaub oder auf dem Vereinsgelände.
Viele scheuen auch einfach die Auseinandersetzung. Ich kenne einen FKKler, der sagt, er möchte sich dafür nicht ständig
rechtfertigen, erklären müssen.

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