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Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von Bingo » Mo 25. Mai 2026, 07:08

Ich werde nicht zum Exhibitionisten und animiere nicht, an Exhibitionisten zu denken, wenn ich im Zusammenhang von öffentlicher Nacktheit auch von „Nacktheit zeigen“ schreibe oder spreche. Und wer das unterstellt, verirrt sich unberechtigt in die Welt der Exhibitionisten. Nicht ich, sondern diese haben ein Problem mit der Sprache.

Nicht nur Exhibitionisten, sondern viele andere „üble“ Gruppen nutzen – aber besser missbrauchen - in übler Form bestimmte Wörter, um das Eigentliche zu verdecken. Ich lasse mir deshalb meinen Wortschatz nicht einschränken.
Hier im Forum habe ich eine vergleichbare Erfahrung gemacht, als ich mit Tuyahecken umgebene FKK-Areale als Ghettos bezeichnet habe.

Und „sichtbarer Naturismus“ bedarf dringend der weiteren Erklärung, dass damit eigentlich nur Nacktheit gemeint sei. Denn was die sogenannten „Naturisten“ sonst noch ihrer Nacktheit zuordnen, sind ja bestenfalls Empfindungen und Verhaltensweisen – also „unsichtbarer Naturismus“.

Ich empfehle, bei der schlichten und für jedefrau und jedermann verständlichen Sprache zu bleiben und redliche Nacktheit als Freund der Freude am Nacktsein auch zu zeigen und das auch zu formulieren, wie sich viele andere Gruppen auch über bestimmte Bekleidung der Öffentlichkeit zeigen. Dieses Zeigen der Nacktheit ist von mir nie aggressiv und provozierend zu verstehen, sondern erklärt eine bestimmte Lebensgewohnheit. Wie es z. B. die Jecken zur Faschingszeit halten und sonstige "Uniformierte".

Redlich Nacktheit erklärterweise auch zu zeigen, soll man auch verstehen, als sich vom "Zeigen" der Exhibitionisten bewusst öffentlich abzugrenzen und diese in ihre "Ghettos" zu verweisen. Redliche Nacktheit soll gezeigt werden, da sie erlaubt und und zu tolerieren ist. Die Nacktheit der Exhibitionisten ist eine Straftat.

Eine Empfehlung als Extra:
Ein Credo für alle Freunde der Freude an der Nacktheit im öffentlichen Raum:
https://drive.google.com/file/d/1UufDns ... sp=sharing


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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von riedfritz » Mo 25. Mai 2026, 07:37

Es ist sinnlos, wenn du Begriffsbedeutungen beibehältst, die die Allgemeinheit bereits anders versteht und verwendet. "Sich zeigen" ist eben kein einfaches "anwesend sein" sondern wird als "sich bewusst präsentieren" verstanden.
Die Wandlung der Sprache sollte man schon beachten, um zu vermeiden an einander vorbeizureden. Es hat keinen Sinn, sich dem "allgemeinen Sprachgebrauch" zu verschließen und dann jedes mal die eigene Definition hinterherzuschicken.

 
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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von Bingo » Mo 25. Mai 2026, 08:32

Das Zeigen:

wird als "sich bewusst präsentieren" verstanden

habe ich doch überhaupt nicht in Abrede gestellt. Der Vorwurf geht voll ins Leere!

Ich halte es für völlig angebracht, redliche Nacktheit in der Öffentlichkeit „bewusst zu präsentieren“ – ohne aber noch ein Demonstrationsschild dabei zu tragen. Für mich ist ein solches Verhalten positive Subversivität! Bitte ggf. nachlesen, was darunter zu verstehen ist!

Minderheiten sollten sich nicht verstecken, sondern deutlichmachen, dass es sie gibt, wenn sie für ihren Anspruch auf Toleranz werben wollen.

 
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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von LoneRanger96 » Mo 25. Mai 2026, 08:38

Fakt ist doch, dass die Toleranz vorhanden sein muss. Und hier habe ich persönlich meine Bedenken. Die jüngere Generation war noch nie so "zugeknöpft", wie sie heutzutage ist. Einerseits werden Kleidungsstücke getragen, welche teilweise wie Bodypainting aussehen, andererseits wirst du keine junge Frau mehr "Oben Ohne" sehen. Und weil sich diese Entwicklung ausweiten wird, ist es schwierig, Nacktheit in den Alltag zu integrieren und Menschen mit der Leidenschaft, für eben genau diese, weiter als "illegal" und " irgendwie seltsam"
angesehen werden.

 
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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von Bingo » Mo 25. Mai 2026, 08:51

Nachtrag:

Wer nicht nach der möglichen Definition von „positive Subversivität“ suchen will, mag sich mit der Erklärung von ChatGPT zufriedengeben:

ChatGPT Schreibt:
Positive Subversivität“ ist kein streng definierter Fachbegriff, sondern eher ein kultur-, sozial- oder organisationspsychologischer Ausdruck. Gemeint ist meist eine Form von gezieltem Regelbruch oder Hinterfragen bestehender Strukturen, die nicht destruktiv, sondern konstruktiv wirken soll.
Der Begriff kombiniert zwei Ideen:
Subversivität = bestehende Normen, Machtstrukturen oder Denkweisen unterlaufen, irritieren oder infrage stellen.
positiv = mit dem Ziel, Verbesserungen, Freiheit, Kreativität, Menschlichkeit oder Innovation zu fördern.

 
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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von Bingo » Mo 25. Mai 2026, 09:01

@LoneRanger96:

Ich verstehe redliche Nacktheit, wie sie hier diskutiert wird, verbindlich so:
Also mein CREDO:

https://drive.google.com/file/d/1K-tRyv ... sp=sharing

Und dazu habe ich viel auf Seite 12 dieses Threads geschrieben. Ich sollte es hier nicht wiederholen müssen.

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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von regenmacher » Mo 25. Mai 2026, 09:40

Bingo hat geschrieben:Ich werde nicht zum Exhibitionisten und animiere nicht, an Exhibitionisten zu denken, wenn ich im Zusammenhang von öffentlicher Nacktheit auch von „Nacktheit zeigen“ schreibe oder spreche. Und wer das unterstellt, verirrt sich unberechtigt in die Welt der Exhibitionisten. Nicht ich, sondern diese haben ein Problem mit der Sprache.
Mit der Sprache ist das so eine Sache. Sie wird nicht vom Sprechenden/Schreibenden, sondern durch die allgemeine Verwendung in der breiteren Öffentlichkeit definiert. Wenn also im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff "zeigefreudig" bereits in ungünstigem Kontext benutzt wird, dann ist es überaus ungeschickt von "sich zeigen" zu schreiben. Das damit tatsächlich lediglich "Selbstdarstellung" gemeint ist, bin ich gerne bereit, dir zu glauben. Ich unterstelle jenen, die im Zusammenhang mit "sozialverträglichem (in deiner Diktion: sozialadäquatem) Nacktsein" von "sich zeigen" schreiben also nicht unbedingt exhibitionistische Neigungen sondern allenfalls eine ziemlich dumme Wortwahl.

Bingo hat geschrieben:Ich lasse mir deshalb meinen Wortschatz nicht einschränken. Hier im Forum habe ich eine vergleichbare Erfahrung gemacht, als ich mit Tuyahecken umgebene FKK-Areale als Ghettos bezeichnet habe.
Abgesehen davon, dass ich in meinem bewegtegten Leben noch auf keinem FKK-Gelände Tuyahecken gesehen habe, ist die Wortwahl "Ghetto" tatsächlich ungeschickt, denn sie verharmlost den geschichtlichen Kontext, in dem der Begriff im allgemeinen genutzt wird. Niemand kann und will dich in deiner Wortwahl einschränken, du musst aber damit rechnen, dass einjeder seine Schlüsse daraus zieht.

Bingo hat geschrieben:Und „sichtbarer Naturismus“ bedarf dringend der weiteren Erklärung, dass damit eigentlich nur Nacktheit gemeint sei. Denn was die sogenannten „Naturisten“ sonst noch ihrer Nacktheit zuordnen, sind ja bestenfalls Empfindungen und Verhaltensweisen – also „unsichtbarer Naturismus“.
Naturismus ist eine Lebenseinstellung, die auch häufig beschrieben wird als "Akzeptanz des eigenen Körpers und des Gegenübers in natürlicher Lebensweise". Wer will, kann das auch in warmeren Worten ausdrücken. In jedem Fall aber steht die Nacktheit im Naturismus nicht "für sich allein", sondern ist eng mit dieser Lebenseinstellung verbunden. Manche Naturisten sprechen von ihrem Nacktsein, als dem "sichtbaren Teil" ihres (in deiner Diktion: "unsichtbaren") Naturismus. Man kann natürlich auch statt vom "sichtbaren Naturismus" etwas deutlicher vom "duch Nacktheit heitsichtbar gewordenen Naturismus" sprechen.

Dich wird es nicht interessieren, aber in knapp 3 Wochen haben wir die 1. internationale Naturisten-Sommeruniversität in Paris. Ich bin nicht in alle Details involviert, vertraue in dieser Sache aber Prof. Bernard A. von einer der dortigen Unis und seinem Doktoranden David L. Über zwei arbeitsreiche Tage wird dort über die Zukunft des Naturismus (und seines sichtbaren Teils: dem Nacktsein) diskutiert werden. Das alles ist für dich etwas zu philosophisch angehaucht, aber ich denke wir werden Fortsetzungen der Veranstaltung auch in andern Ländern organiseiren können.

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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von Bingo » Mo 25. Mai 2026, 10:32

Das, was „Regenmacher“ hier schreibt:

„…..dann ist es überaus ungeschickt von "sich zeigen" zu schreiben.“
„….sondern allenfalls eine ziemlich dumme Wortwahl.


verstehe ich auch als „eine ziemlich dumme Wortwahl.“ Es sind maximal nur seine eigenen Meinungen, die er gerne äußern darf; aber keine Wahrheiten.

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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von ynda » Mo 25. Mai 2026, 11:15

@ Regenmacher:
Danke für deine Ausführungen bezüglich der Wortwahl "sich nackt zeigen"! Ich seh es ganz genauso wie du!
Dieses "sich nackt zeigen" wird von Außenstehenden gern mal in Verbindung mit Zeigefreudigkeit verstanden.
Auch hab ich schon erlebt, das mir (und anderen FKKlern) mit einer solchen Formulierung unterschwellig
vorgeworfen wurde, doch latent zeigefreudig zu sein, denn "man zeige sich doch nicht nackt, das gehört sich nicht."
Nein, wir zeigen uns nicht nackt, wir zeigen das Nacktheit was normales sein sollte. Natürlich in Abhängigkeit zu
dem was wir gerade nackt tun, selbstverständlich.
Die deutsche Sprache bietet mannigfaltige Möglichkeiten sich je nach Gespräch so auszudrücken, dass man nicht
falsch verstanden werden kann, also sollten wir, als intelligente Menschen, diese Möglichkeiten auch nutzen, oder?!
;) :)

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Re: Nackt sein in Deutschland - legal oder nicht legal

Beitrag von regenmacher » Mo 25. Mai 2026, 11:40

Bingo hat geschrieben:Es sind maximal nur seine eigenen Meinungen, die er gerne äußern darf; aber keine Wahrheiten.
Mit den Wahrheiten ist das so eine Sache. Ich kann nicht garantieren, Wahrheiten immer mit der wünschenswerten Genauigkeit wiederzugeben. Wenngleich ich mich für gewöhnlich redlich bemühe, der Wahrheit (verstanden als Ideal) möglicht nahe zu kommen. Es ist also ein ständig betriebener Näherungsprozess.

Mit Sicherheit aber äußere ich meine eigene Meinung. Also nicht unbedingt deine Meinung. Und auch nicht die Meinung von irgendeinem Andern. Immerhin stehst du mir mit " ... die er gerne äußern darf ..." das sogar zu.

Aber wo wir nun bei Meinungsäußerungen sind, will ich - noch vor dem Frühstück und während der Rhabarberkuchen noch im Ofen ist - die meinige kundtun:

Wenn ich deine Texte überfliege, lese ich häufig von einem Toleranzgebot, das es tatsächlich gibt. Man kann es in seiner abstrakten Form auch mühelos aus den Normen (schließlich sind wir hier im Unterforum "FKK & Recht") ableiten. Wenn du aber regelmäßig diese Toleranzgebot im Kontext einer sozialadäquaten Nacktheit einforderst, dann kann bei Unbeteiligten schnell der ungerechtfertigte Eindruck entstehen, dass eben diese Toleranz z.B. bezüglich des Nacktwanderns/Nacktradelns etc. nicht besteht. Denn sonst müsste man es - so werden unbedarft Unbeteiligte denken - es ja nicht einfordern. Das kontarkariert dann die positiven Berichte von Nacktwandernden, denen verständlicherweise eh schon ein erhebliches Maß an Eigeninteresse unterstellt wird.
Du warst nicht beteiligt, aber wesentlicher Grund für die Einbindung von Presse/Radio/TV (Frankfurter Allgemeine, DIE ZEIT, die öffentlich-rechtlichen Sender ...) in alle größeren Nacktwanderungen der nahen Vergangenheit waren deren quasi neutrale Berichte, über die zumindest weitgehenst von uns erfahrene Toleranz bei zufälligen Begegnungen mit Unbeteiligten.

Ist das die Wahrheit ? Es kommt ihr doch zumindest sehr, sehr nahe.
Ist das meine Meinung ? Ja.

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