@ Bummler
Dass in der ehemaligen DDR die Pornographie bis zum Ende verboten war, die Entwicklung der FKK dort einen anderen Verlauf genommen hat als in der Bundesrepublik sollte als bekannt vorausgesetzt werden. Von einer Sexualisierung der deutschen Gesellschaft nach der Wiedervereinigung kann nicht gesprochen werden, wenn auch
... die Ossis wie blöde in die Sexläden gerannt sind und gedacht haben, das wäre die Freiheit, das dieser Sachverhalt sogar noch dazu beigetragen hat, das die Gewinner im Kampf der Ideologien, das auch noch selbst geglaubt haben.
Dieser Run auf die Sexshops war ja auch recht schnell wieder vorbei. Nach meiner Auffassung hat dieses nichts mit einem Kampf der Ideologien zu tun. Es ist halt so, dass wenn etwas lange verboten war, dieses Verbot entfällt, immer ein gewisse Nachfrage nach diesem Artikel entsteht. Und dieses wirklich unabhängig davon, um welchen Artikel es sich handelt.
Pornographie hat nichts mit einem Frauenbild zu tun, auch wenn die überwiegende Mehrheit der Nutzer männlich sind. Es hat etwas mit einer unreifen Einstellung zur Sexualität, der mangelnden Triebbeherrschung zu tun. Das in der Pornographie vermittelte männliche wie weibliche Sexualbild ist verzerrt und hat in der Tat mit der Freiheit nichts zu tun. Auch hat die Nacktheit an sich, also das "Nackt-Sein" mit der Sexualität nichts zu tun. Denn das "Nackt-Sein" an sich beschreibt nur einen natürlichen Zustand ohne eine bestimmte Zweckbindung. Die Nacktheit innerhalb der Sexualität ist immer an einem Zweck gebunden und ohne diese Zweckbindung nicht existent. Die Pornographie beschreibt ein verrücktes Handlungsbild innerhalb der Sexualität und somit dient das "Nackt-Sein" in der Pornographie einer verrückten Sexualbindung.
Und jetzt zeige mir mal bitte auf, wo die von CL immer wieder beschworene Sexualisierung der deutschen Gesellschaft ab den 90ger Jahren sich etabliert hat? Ich kann nicht sehen, dass der Zeitschriften- und Buchmarkt mit sexuellen Themen überflutet wurde. Das Gegenteil war festzustellen. In den Rotlichtbezirken ist die Angebotsvielfalt zurück gegangen. In den 70ger Jahren hatte sich in der Bundesrepublik eine sog. Soft-Porno-Welle gebildet, die aber schon in den 90ger Jahren so gut wie verschwunden war. Es gab anschließend im Fernsehen so Sendungen, die mit der Anstößigkeit der Nacktheit spielten, aber mit der Sexualität als solches in keiner Verbindung standen. Geistlos, niveaulos, einfach nur flach. Woran bitte schön soll ich nun eine Sexualisierung der deutschen Gesellschaft in den 90ger Jahren fest machen? Und wie soll ich bei dieser miserablen Datenlage nachweisen, dass eine Sexualisierung einen Rückgang zur FKK bewirkt hat? Woran kann ich erkennen, dass das "Nackt-Sein" als solches hier einen Schaden oder eine Beeinträchtigung erlitten hat? Kannst Du mir hier belastbare Daten liefern, die diesen Rückgang zum "Nackt-Sein" und somit auch zur FKK in den 90ger Jahren eindeutig belegen? Bedenke, weder Aria und selbst CL ist mit einem äußerst stupiden Argument gekommen um die Sendung Tutti Frutti als einen Beweis der Theorie der Sexualisierung der Gesellschaft heranzuziehen. Also, ich bin auf deine Argumentation sehr gespannt.