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Sich zum FKK bekennen

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von HTJ » So 2. Aug 2026, 09:23

Ich wollte mal diesen Thread neu beleben. Ich war vor ein paar Wochen zu Gast im Podcast "Natürlich, glücklich, nackt " von Marco Fredrich. Ich habe mich dort zwar nicht unter meinen vollen Namen, aber unter meinen richtigen Vornamen "Holger " vorgestellt. Weiterhin habe ich den Link von der Podcast-Folge an ein paar Bekannte weitergeleitet. Ich hatte eine positive Reaktion, ansonsten keine Reaktion. Entweder hat die das nicht interessiert, oder das Thema war zu peinlich.
Im Prinzip ist das schon ein teilweises Bekenntnis zum Thema FKK. Ja, man könnte sagen, warum nicht unter meinem vollen Namen, warum ist kein Bild von mir im Forum. Ich muß sagen, ich fahre sozusagen " auf Sicht", und überlege jeden Schritt. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von Golum28 » So 2. Aug 2026, 10:53

Ein sonniges und nacktes „Guten Morgen“
Frei und unbekümmert zu leben ??? Das wünschen sich bestimmt viele hier. Aber…
In einer Gesellschaft, in der wir es noch nicht einmal schaffen zu tolerieren, dass Frauen
oben ohne Fahrrad fahren, ist die Erwartung auf höhere Akzeptanz doch sehr sportlich.
Wenn ein nackter Busen zu „Ablenkung im Straßenverkehr“, „sexuell Anstößig“ oder gar
zu Netzhautverbrennungen führt, mangelt es doch schon an dem Grundsatz „Leben und leben lassen“
Wir Männer sind, beim Thema oben ohne, da schon sehr privilegiert. Ob das schön anzusehen ist,
lasse ich mal dahingestellt sein. Bin mir persönlich aber sicher, dass die meisten Frauen nicht mit
Lust, Herzklopfen oder ähnlichem reagieren, sondern eher mit OMG

Mein Fazit:
Die Wurzel der Toleranz liegt doch nicht bei denen die sich zeigen, sondern an den Köpfen der Betrachter.
Denn die werden letztendlich darüber entscheiden, was für die Gesellschaft „moralisch“ vertretbar ist !!!
NG Jürgen

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von ynda » So 2. Aug 2026, 11:04

@ HTJ: Das ist auch meine Erfahrung beim outing, ein Teil der Leute fanden es OK, das mit dem Nudismus,
und redeten auch mit mir darüber. Ganz ganz wenige äußerten sich leicht ablehnend "Nackt vor anderen, so
was macht man doch nicht" war dann von denen der Kommentar, mehr aber auch nicht.
Das waren bei mir aber im Lauf der vielen Jahre vielleicht 5 oder 6 Leute
Aber ein großer Teil sagte gar nix außer 'aha', die nahmen es wortlos und gleichgültig zur Kenntnis.
Und bei mir wissen es wirklich fast alle mit denen ich Umgang habe.

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von FNW ♫ » Mo 3. Aug 2026, 14:12

ihr lieben ...

wir können dem gesagten vieles abgewinnen, denn auch wir haben ja vielerlei erfahrungen gemacht.

unser derzeitiges bild ist so:
wir bekennen uns nicht in form von begriffen - wie etwa "outing": das ist mit der bedeutung "homosexuell - achtzigerjahre" besetzt.

unser bekenntnis ist das unaufdriungliche, aufmerksame, freundliche nackte einfach-da-sein.

wir sind ja fast unser ganzes leben lang nicht nur "im privaten bereich" nackt - wir drängen das niemandem auf, doch wir verbergen uns nicht.

seit wir wieder in wien leben, seit 18 jahren schon, sind wir auch draußen im halb-öffentlichen bereich (z.b. auf der terrasse) nackt.

ja, und wir sind im auwald, am see nackt. obgleich da kein "fkk-bereich" ausgewiesen, nur eben unausgesprochen tradition ist.
viele, die hier wohnen und schon selber kinder haben, erzählen, dass sie genau hier als kinder nackt das schwimmen lernten.
manche davon haben sich der bekleideten mehrheit angepasst, manche scheinen sich mit der zeit wieder zu erinnern (neu zu besinnen).

die überwiegende mehrheit der leute, die uns begegnen, scheinen aber nicht "das fehlen von bedeckung" zu sehen, sondern uns als menschen:
auf der terrasse gießen wir die pflanzen, bügeln wäsche, lesen bücher und lösen sudokus.

die nachbarn werden freundlich gegrüßt, und wenn sich's ergibt, paar worte gewechselt.
wer uns besucht, dem wird nackt geöffnet, er, sie kann reinkommen - darf, muss sich aber nicht ausziehen.
ich als mann gehe umgekehrt zu nachbarinnen nur in meinem selbst genähten tanga, das ist die ausnahme.
dabei hieß es schon paarmal, dass sie das schätzen, selber seiehen sie ohnehin bei sich allein auch nackt. "bei der hitze" :-)

im freien haben wir - besonders im sommer - nichts als den schlüssel an/bei uns.
begegnen wir leuten, dann grüßen wir - meistens zuerst - und manchmal gibt es ein paar worte, bspw. zum hund, zum wetter, zu einigem müll, den wir immer aus den buchten heraus holen und in der sackgasse zum eimer tragen.

im winter sind wir sowieso die "heroes", denn wer allein oder zu zweit bei 1 oder 2 grad durch den schnee zum schwimmen stapft, muss irgendwie sportlich sein. hinzu kommt, dass wir seit einigen jahren sehr schlank sind - man assoziiert: disziplin.

dass es dazu kommen konnte, lag bzw. liegt daran, dass wir täglich bei jedem wetter zwei mal zu sehen sind: zum sonnenauf- und -untergang.
und dass die geliebten hunde (auch katzen) uns spontan zugehen - wir scheinen den duft nach algen und fisch an uns zu tragen.

von allen, auch frei lebenden tieren ist zu sagen, dass sie am entspanntesten sind, wenn sie uns regelmäßig als "stillen gast" in ihrem revier erleben, der obendrein nackt ist. die bekleideten leute scheinen eher in die kategorie "unkundig-lärmende störenfriede" zu fallen und werden ignoriert oder mit skepsis gemieden. die schwäne fauchen gelegentlich, wenn es ihnen zu bunt wird, wildschweine suchen deckung. bei uns zumeist auch, doch sind sie schon unterwegs, dann wissen sie, wir halten an und lassen sie queren. die biber schwimmen seit heuer still vor und neben uns her, gehen ihren "geschäften" nach. die wenigsten vögel lassen warnrufe los.
denn:
wir sind zurückhaltend, respektvoll (erwarten umgekehrt auch keine zudinglichkeit) und vor allem: stille beobachter.
das reicht aus.

Bild
Bild
Bild

beim hochladen der fotos fällt mir ein:
heuer in innsbruck waren wir zuerst allein in dieser bucht, später kamen andere dazu, die sich sofort auch auszogen:
der inn hatte 13°, wir schwammen immer wieder ein weilchen dort, wo die strömung nicht zu reißend war, dann in den sand an die sonne.
kein thema, ob mit klamotten, keine frage, ob "erlaubt".
die tun's, es ist offenbar angenehm, wir probiern's auch.
dann ist's (für den moment) erlaubt.

ist das ein bekenntnis?

wohl ja, wenn auch zunächst ohne worte - allein durch haltung und überlegung, wie es wohl am besten sein soll.
rücksichtnahme ohne anzeichen von rechtfertigung.
das, was ich hier schreibe, ist ja schon die reflektierte darstellung, um die ursprüngliche frage zu beantworten.

wir haben das heuer - gelegenheit günstig: fast 40°C - versuchsweise in unserem mehrfamilienhaus erweitert:
in alle bereiche, die wir bis dann "slebstverständlich bekleidet" betreten hatten - stiegenhaus, lift, keller, garage - gehen wir seither komplett nackt.
nackt bedeutet dabei: frei von reiz- oder sonstiger wäsche, die unbewusst aufmerksamkeit doch nur auf die genitalien lenkt.
bedeutet auch:
immer mit einem gewissen grund: hole wasser aus dem keller, gehe zum auto, um den akku zu laden, komme vom schwimmen - ohne handtuch, dalso erkennbar noch nass.

wir begannen das als ganz bewusstes experiment zu zeiten, als kein kind zu erwarten war,.
doch wir zuckten auch nicht mit der wimper, als wir den ersten leuten - bspw. um 5 uhr früh - unverhofft doch begegneten.
sei es, sie fuhren früh in den urlaub oder versuchten sich unter tage zu kühlen :-)
dasselbe neben dem eingang an den postfächern: immer gab es kurzen gesprächsstoff. immer gab es etwas alltägliches, das einfach "zu tun" war.
und wir taten genau das eben unbekleidet.
auch bisher wäre ja niemand auf die idee gekommen nachzufragen, wieso wir zum post-holen ein weißes t-shirt trügen (usw.).

die gängige, doch verquere verbindung "nackt" mit "sex" fällt hier vollkommen weg - damit auch verborgene formen des sexualneids.

langer rede knapper sinn:

wer mit großer selbstverständlchkeit all das, was alle tun, eben nackt tut, wer dabei nicht die leiseste hemmung oder scham oder ein "bedürfnis nach rechtfertigung" zeigt, wird bald als "normale erscheinung" am rande des gewöhnten durchgehen.
dann geht es, wie schon gesagt, um's bügeln, pflanzen gießen, post abholen, bücher lesen, sudokus lösen. auch mal um den hund, die katze des nachbarn, die vögel, die morgens zu uns kommen, ihr futter einzumahnen, all die tiere, die wir in der au gesichtet oder angetroffen haben - seltene, selten so nahe ...

leute, die keinen kontakt mit nackten suchen, werden den blick abwenden.
entrüstet taten nur ein einziges mal vier sehr angeheiterte männer, die wohl lieber, jeder zu zweit, mit damen unterwegs gewesen wären.

andere, die bisher allerlei gewand und technisches zeug (bis hin zu 3 meter langen aufblasbaren paddelacks!) mit sich schleppten, um endlich ins wasser zu können, können nun mit der speziellen erfahrung jedes mal weniger zeug mitbringen.

einige, die uns mehrmals trafen, hatten sich zuletzt sogar während wir redeten ganz ausgezogen: was die beiden tun, das dürfen wir auch.
mag sein, es war ein irrtum aus der unbewussten situation heraus, der sie nicht an unterhose und bh anhalten ließ ...

was ich hier beschreibe, ist keine idylle.

es gibt auch hier - wie überall - eine satte zahl an verklemmten leuten, jugendliche, die kichern und hektisch auf ihren smartphones wischen, während sie die zehen ins wasser halten. jugendliche, die an die bucht kommen, um hier "nimm zwei", pringles, gummibärchen zusammen mit bier aus dosen, frizzante und limo trinken, während sie just im dürren gras zigaretten rauchen, zeug inhalieren:
so sind pubertierende. und sie lassen die resate davon einselbstredend rumliegen, wenn sie - schon bei dunkelheit - wieder gehen.
zerrissene hosen, socken, eine brille gar, usb-kabel, gebrauchte binden naben den flaschen und trink-kartons.
am nächsten morgen schaffen wir das weg.
vielleicht können sie sich erinnern und halten sich demnächst damit zurück.

einige jugendliche sind ruhiger, haben dennoch spaß, sehen uns öfters beim schwimmen und rufen bisweilen "hallo" - dürfen wir etwas fragen? ist das nicht super anstrengend, die volle länge hin und retour durchzuschwimmen? - äh ... nein, sehen wir denn so aus?
ja, nein - äh, wie...
am besten trainierst du über ein paar wochen und versuchst dann regelmäßig durchzuziehen: wir machen das seit jahren: zwei mal täglich ein kilometer.
(im winter kürzer, damit uns nichts abfriert.)
ok - anerkennung.

selbst bei pubertierenden: kein fremdschämen! - wir sind ja bei solchen begegnungen nackt.
verletzt sich einer, schwimmen wir hin und schauen uns das an. zum glück nie etwas schlimmes - wir hätten weder verbandszeug, noch handys dabei.
aber wir könnten da sein, ja: gemeinsam hilfe organisieren.

klingt das im vergleich zu euren erfahrungen schlüssig?

falls nein - schreibt einfach.
wenn ja, na dann, auf ein neues!
birgit & volkmar aus wien

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von Hannes 2.0 » Mo 3. Aug 2026, 22:14

Leider ein realistischer Beitrag von Dir, Golum28 (Jürgen).
So erlebe ich das in unserer Gesellschaft auch.

Es ist eben nicht immer so, dass es positive Reaktionen auf Nacktheit in der Öffentlichkeit gibt.
Besonders dann nicht, wenn man als nackter Mann alleine unterwegs ist.
Auch ich musste in der Vergangenheit ein paar negative Kommentare von Mitmenschen wegstecken...

Bei Hunden sagt man; für eine negative Erfahrung braucht es ca zehn positive Erfahrungen, um das
negative Erlebnis zu überdecken...
Wir Menschen sind da sicher nicht ganz so sensibel gestrickt, aber auch eine negative Erfahrung beim
Nacktsein in der Öffentlichkeit bleibt lange haften und gibt der schönen Aktion einen bitteren
Beigeschmack.
Deshalb bin ich sehr vorsichtig, wo ich mich nackt bewege - nicht aus Rücksicht auf die Menschen,
sondern um mich selbst zu schützen und um die Freude am Nacktsein nicht zu verlieren.

 
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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von Arno Nühm » Di 4. Aug 2026, 09:17

Hannes 2.0 hat geschrieben:Leider ein realistischer Beitrag von Dir, Golum28 (Jürgen).

Dem muss ich leider weitgehend zustimmen.
Einerseits habe ich zwar bisher keine negativen Erfahrungen aus direkten Konfrontationen wegen öffentlicher Nacktheit abseits designierter Bereiche gemacht, da ich solche Begegnungen bisher erfolgreich vermieden habe. Andererseits reicht mir aber der Einblick in die Haltung vieler Leute zu öffentlicher Nacktheit, den ich aus Gesprächen bekommen habe. Wenn z.B. mal wieder eine einschlägige Dokumentation zu FKK o.ä. im Fernsehen lief oder Nacktwandern in den Medien erwähnt wurde und das dann im weiteren Bekanntenkreis diskutiert wurde, dann kamen von einem nicht unerheblichen Teil der Leute z.T. extrem negative Äußerungen. Bis hin zu Begriffen wie "ekelhaft" und "widerlich".
Interessanterweise kamen die stark negativen Äußerungen hauptsächlich aus den höheren Altersgruppen (50+), während junge Leute häufig (sinngemäß) meinten "Für mich wäre das ja nichts, aber wem es Spaß macht, der soll es halt machen".

Hannes 2.0 hat geschrieben:Deshalb bin ich sehr vorsichtig, wo ich mich nackt bewege - nicht aus Rücksicht auf die Menschen,
sondern um mich selbst zu schützen und um die Freude am Nacktsein nicht zu verlieren.

Genau so sehe ich das auch - Ich bin nackt weil ich das genießen will, nicht weil ich mich mit irgendwelchen Leuten anlegen will.

A.

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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von ynda » Di 4. Aug 2026, 09:57

Arno Nühm hat geschrieben: "Für mich wäre das ja nichts, aber wem es Spaß macht, der soll es halt machen".

Diesen Satz hab ich überwiegend, fast Wortgleich auch gehört, und zwar aus allen Altersgruppen.
Bei eher negativen Reaktionen, im ganz niedrigen Bereich, kam dann ein:
"Das gehört sich nicht" Ich dann: "definiere das mal, warum, wer sagt das, wo steht das?
"Ich würde mich nie anderen nackt zeigen" Ich dann: Es geht nichts ums zeigen, es geht ums "Sein".
Wenn du meinst bei FKK geht es ums zeigen, hast du eine schlechte Phantasie!
Aber auch "Meine Frau darf nur ich nackt sehen" Die fragliche Frau hatte allerdings nichts gesagt. Warum wohl.
Es kam auch mal ein "Ich möchte das nicht sehen". Auf beharrliche Nachfrage warum, wurde dann zugegeben,
es ging dann eher um ältere und/oder eben nicht gut aussehende Menschen, beim jungen Menschen würde man
es akzeptieren.
Eine 'aggressive' Ablehnung hab ich (bis jetzt) nie gehört.

 
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Re: Sich zum FKK bekennen

Beitrag von Trixi » Di 4. Aug 2026, 10:12

Arno Nühm hat geschrieben:
Hannes 2.0 hat geschrieben:Deshalb bin ich sehr vorsichtig, wo ..... die Freude am Nacktsein nicht zu verlieren.

Genau so sehe ich das auch - Ich bin nackt weil ......

Goldrichtig!

Darum empfinde ich diese Aussage, dass man immer und überall nackt wandern kann, völlig utopisch, unrealistisch und deplatziert. Jeder Mensch mit gesundem Verstand wird versuchen Konfrontationen zu vermeiden. Also sucht er sich Möglichkeiten, wo er Konflikten aus dem Wege geht oder die Gefahr geringer ist.

Ich bevorzuge auch ruhigere Ecken. Gerade wegen dem Entspannungs- und Erholungseffekt. Ich möchte die Natur genießen, in Ruhe am See ein Buch lesen oder einfach die Seele baumeln lassen. Massenansammlungen meide ich.

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